Nichts anderes als in Verbundenheit
findet diese Geschichte ihr Ende
in Rätseln eines Abends der nicht
ausklingt in Akmen einer Liebesnacht.
Ich verspüre kein Verlangen und knie
nieder angesichts der Sterne im Trauerkleid
des Triumphes schwebst du vorüber
vor dem Lichtkranz des blutroten Mondes.
Der Wald versinkt in Nebel gehüllt und
ich berühre Dich Statue aus Stein als
seien meine Hände Geisterhände endlose
Pseudopodien getaucht in Tiefseestille.
Am Eingang stehen die Koffer in der
Schatten verhüllenden Nacht entlarven
kardinalsbetuchte Gewissheiten genagelt
an Tore legendärer Zukunftsversprechen.
So liegst du da weiß und stumm und trostlos
in deiner letzten Ruhestatt eine Winkekatze
nickt vor Deinen Füßen in meinen Augen
schwelt Katzenjammer verschreckt erstarrt sie.
Gleißende Erinnerungen in Traumnetzen
gefangen lassen mich schweißgebadet ins
Leben erwachen öffnen Türen in mir zu
dir jäh wie der Kuss eines verirrten Engels.
Der trägt mich in den Tag noch einmal
berührtest Du meine Seele aus einem
unerklärlichen zauberhaften Zufall heraus
einer Wolke am Himmel gleich zog er vorüber.
Liebe ist die Wahrheit, die in allem wirkt. Liebe ist das, was bewegt und um das sich alles dreht. Es ist der Verstand, der sich dieser Wahrheit verschließt, vor ihr flieht: In die Vergangenheit, in die Zukunft, fort von der Präsenz des Augenblicks - von Liebe. Aus diesem Spannungsfeld entsteht Poesie: Wenn Liebe die Wahrheit des Augenblicks ist, dann ist jede Poesie Liebespoesie,dann ist jedes Gedicht ein Liebesgedicht, für einen Augenblick des Lebens oder für einen Tag: Eintagsliebe.
Freitag, 14. April 2023
WOLKE AM HIMMEL
Montag, 29. März 2021
DIE GEBURT DER TRAGÖDIE: AUS EINEM TRAUM VON EWIGKEIT
I
Es ist 5 Uhr im Winter. Eine Stadt ruht. Alle Updates verpasst,
verblasst, verronnen, all diese hypersensationellen Möglichkeiten.
Was bleibt, sind Nächte, schweißgebadet, ruhelos. Hypnotisierte
Blicke auf ein flaues Foto. Es zeigt in betörendem Strahlen: Dich.
Ich sehe keine Lügen in diesem Gesicht. In deinen Augen keine
Schattenwelten. Auf den Lippen ein scheu begieriges Verlangen,
das die Tiefe der Sehnsucht tarnt, in wacher Anmut erstrahlen lässt.
Lächeln, Licht, sind sie anderes als Liebeslächeln und Liebeslicht?
II
Was geschah, geschah. Verliebt wirbelten wir im Kreis. Lebten
Augenblicke wie Symphonien. Tanzten um nachtfeuchte Bäume.
Versteckten ungeschriebene Liebesbriefe in alle Hohlräume der
Landschaft. Bauten Lichtschlösser für einen Traum von Ewigkeit.
Lichtschlösser aus Schwaden des Strahlens. Lichtschlösser, die
In grellbunten Landschaften schimmerten, einem meerbewegtem
Korallenballett gleich. Über uns sternklarer Himmel und ein leise
Zitternder Mond. Unter ihnen knieten wir, auf duftrosiger Erde.
III
Jeder Tanz findet sein Ende, bisweilen abrupt. Was blieb, war
Wund, so wund, so wundersam wund. Brach dein Herz und du
Meines. Liebte dich, liebte dich so. Erst zögerte ich, Odysseus, irrer
Held, auf nächtlicher Suche nach Heimat. Jetzt springe ich, springe.
Tauche ein in den Ozean meiner Sehnsucht. Bete zu anonymen
Göttern, beseelt von Hoffnung, dich zu finden. Negiere tausendfach
Die Stimme der Vernunft, des Zweifels, der Wirklichkeit, wünsche
Dir Frieden und die Aura von Glück, dort irgendwo in dieser Welt.
Träume dich im Brautschleier, in den Armen eines anderen,
träume mich mit Arsenalen vor deinem Haus, schwimme im
Schaum von weißer Wut, schreie in schwarzer Verzweiflung, ein
ungebremster Kreisel in der Dämmerung eines kalten neuen Tages.
IV
Endlich erfuhr ich, wo du warst, zählte die Stunden bis zum
Wiedersehen. – Wir umarmten uns lange. Vertraut und doch so
fremd. Keine Symphonie. Kein Strahlen. Keine Lichtschlösser.
Die Tür zu meinem Herzen knarrte laut. Selbst die Tränen
in deinen Augen konnte sie nicht öffnen. Dann ging ich fort. Was
blieb, blieb dunkel. Selbst der Himmel. Jetzt zittert es mich, ratlos im
Regen. Die Wege versperrt. Die Schlüssel verloren. Es regnet. Der
Regen verbindet sich, endlich, mit dem endlosem Fluss ... der Tränen.
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| Bild von Xandra_Iryna auf Pixabay |
Montag, 21. Januar 2019
BEATRICE
dich und dein monumentales Verlangen
Nach Freiheit. So viele Bilder: von Süße,
Lächeln, Küssen. Der Geruch der Nächte,
die tränenlose Trauer beim Abschied.
Ich besuche heute all die Plätze, pilgere
auf Wegen von Gestern, als fände ich
hier Spuren von dir. Blicke in fremde
Gesichter, all die Menschen wissen nichts
von deinem grenzenlosen Vorwärtsträumen.
In den Nächten brannten sich Sonnen
in unser Blut. Eng umschlungen, in der
Pose der Sieger, verdammten wir die
Tyrannei des Bestehenden. Träumten vom
Garten, in dem Liebe ohne Morgen strahlt.
Gestern hörte ich, du lebst jetzt hoch
im Norden, ergraut, auf einem alten Kahn.
Dort, im Hafen der Heiligen der verlorenen
Tage, häkelst du mit tränenlosem Blick
Leibchen für deine ungeborenen Kinder.
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| foto: vkd |
Donnerstag, 6. Januar 2011
IM LICHT DER SONNE
lache, dreh dich um dich
selbst, zeige dich in deiner
ganzen Anmut, lass sie
erstrahlen in wilder Pirouette.
Dann renne ich, Geliebte,
lache, greife nach dir mit
jeder Muskelfaser, zeige mich
mit meinem ganzen Verlangen,
lass es rauschen aus meinem Blut.
Dann lieben wir uns, Geliebte,
lachen, tauchen ein in die wilden
und in die sanften Wellen des Eros.
Dann spielen unsere Herzen, Kinder
im Sand, im Licht mit allen Farben.
(m)
Dienstag, 5. Oktober 2010
STURM UND FRIEDEN
Weg zu dir, nicht lang, nicht schnell genug.
Hast, Vorfreude, Atemlosigkeit, Verlangen,
Sehnsucht, süße Lieder begleiten den Weg.
Endlich du, in meinen Armen, Stürme toben,
heraus, zerren an den Leibern, pressen
Ertrinkende in jeden Abgrund, Wogen,
Gischt, Lust, Ekstase, biegen, bäumen,
ächzen, schreien, ganz Lust, entgrenzt.
Allumfassend, Augenblick Heimat, archaische
Treppe in kosende Gesten, Liebeswogen
aus der Tiefsee des Herzens. Der Vulkan
spuckt eine Insel aus, wir tanzen im Sand,
fallen erschöpft ineinander. Frieden. Deine
Haut, so nah vor meinen Augen, heller Flaum,
wir atmen, eins mit der Brandung, in der Sonne.
(m)


