Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Freitag, 18. Juni 2021

SELIGE STILLE

Nach und nach sinkt der Staub,
meerbewegten Korallentänzen gleich,
sternbeglänzt in tiefblauer Nacht.

Die Haut, von Liebkosungen beseelt,
glimmt auf im Dunst feuchter Erde,
steigt himmelwärts aus ihren Wurzeln.

Hier hinterlegen wir den Universen
und der sommernächtlichen Venus
unsere Opfergabe, bauen Türme

aus Tönen, Schlösser aus sprachlosem
Glück, enthoben dem Staub des Gestern,
den Trugbildern, den Nebelmasken.

Erde und Mond zittern leise, einem
Vorhang gleich, welcher der Atemlosigkeit
nach wildem Tanz selige Stille schenkt.

Eine Stille, welche die Jubelarie meines
Herzens verdeckt. Die Vögel in der
Kronen singen einfühlsam den Continuo.

Foto: vkd

 

Sonntag, 30. Mai 2021

DER GANZE DRECK

In weicher Erde vergrabe ich meines Herzens Schrei.
Über den Gräbern irrlichten jene Seelen, die im Leben
verstummten, unbemerkt, still, so still, spät, so spät,

zu spät, erkannte ich dich und den den Engel in dir.
So viele der Stürme, der rachedürstenden Feuer, der
entfesselten Tränen, der Honigmahlströme, die alles

verzehrten, Zeit, Licht, Wärme. Jetzt will ich nur nach
Hause kommen, alle Uhren anhalten, jeden Augenblick
zur Ewigkeit dehnen. Jetzt will ich den Engel in dir

umarmen, mit den Schamanen der Weltseele tanzen.
Was zur Hölle wünschte ich mehr, als dass jedes Leid
verginge! Hält sein Anker mich auch in der Wirklichkeit,

so wie jeder Tropfen Blut, der in meinen Adern fließt.
Wäre ich heil, stürbe meine Eitelkeit, und der ganze Dreck,
der mich lähmt im bequemen Sessel kalkulierten Lebens.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

 

Samstag, 15. Mai 2021

AUF DEN FLÜGELN DER LIEBE

Wenn ich deine goldene Haut mit Küssen liebkose,
schwebe ich, Diotima, auf Herzflügeln über der Welt.
Bisweilen, wenn wir uns erkennen, schleudert es mich
weit hinaus über Grenzen nachgewiesener Universen.

Du, Offenbarung des Traumhaften, niemals, niemals
Will ich wieder landen, nicht dort, wo einst die Titanic
unterging. Nicht in einer Kälte, die jede Bewegung
lähmt, nicht in jener Schattenwelt, die hinabzieht

in unergründliche Dunkelheit. -- Umarme ich dich,
tanzt deine Anmut Märchen, reitet Einhörner, die uns
niemals vergessen haben. In jeder Umarmung stirbt
meine Eitelkeit ein wenig mehr. In den Regenzeiten

küsse ich Tränen aus deinem Gesicht. Ja, Geliebte, mich
träumt, wir könnten auf den Flügeln dieser Liebe dem
Tode entfliehen, nur für einen Augenblick! Ich fliege,
renne, tanze, liebe: wirbelnde Blätter im Herbststurm.

Bild von Doreen Sawitza auf Pixabay

 

 

Sonntag, 18. April 2021

EinBlickLiebe III

Es strömt, still, sanft, seelenruhig.
Geborgen verborgen unter der Haut,

warm, wohlig, süß. So murmelt mein
Glück, in unschuldiger, kindhafter Tiefe.

So schmilzt mein Staccato der Gedanken,
auf mystischen Wegen, in jenem Blick

In Deine Augen, wenn wir uns erkennen:
In einem EinBlick unverhüllter Liebe.


  

Montag, 29. März 2021

DIE GEBURT DER TRAGÖDIE: AUS EINEM TRAUM VON EWIGKEIT

I

Es ist 5 Uhr im Winter. Eine Stadt ruht. Alle Updates verpasst,
verblasst, verronnen, all diese hypersensationellen Möglichkeiten.
Was bleibt, sind Nächte, schweißgebadet, ruhelos. Hypnotisierte
Blicke auf ein flaues Foto. Es zeigt in betörendem Strahlen: Dich.

Ich sehe keine Lügen in diesem Gesicht. In deinen Augen keine
Schattenwelten. Auf den Lippen ein scheu begieriges Verlangen,
das die Tiefe der Sehnsucht tarnt, in wacher Anmut erstrahlen lässt.
Lächeln, Licht, sind sie anderes als Liebeslächeln und Liebeslicht?


II

Was geschah, geschah. Verliebt wirbelten wir im Kreis. Lebten
Augenblicke wie Symphonien. Tanzten um nachtfeuchte Bäume.
Versteckten ungeschriebene Liebesbriefe in alle Hohlräume der
Landschaft. Bauten Lichtschlösser für einen Traum von Ewigkeit.

Lichtschlösser aus Schwaden des Strahlens. Lichtschlösser, die
In grellbunten Landschaften schimmerten, einem meerbewegtem
Korallenballett gleich. Über uns sternklarer Himmel und ein leise
Zitternder Mond. Unter ihnen knieten wir, auf duftrosiger Erde.


III

Jeder Tanz findet sein Ende, bisweilen abrupt. Was blieb, war
Wund, so wund, so wundersam wund. Brach dein Herz und du
Meines. Liebte dich, liebte dich so. Erst zögerte ich, Odysseus, irrer
Held, auf nächtlicher Suche nach Heimat. Jetzt springe ich, springe.

Tauche ein in den Ozean meiner Sehnsucht. Bete zu anonymen
Göttern, beseelt von Hoffnung, dich zu finden. Negiere tausendfach
Die Stimme der Vernunft, des Zweifels, der Wirklichkeit, wünsche
Dir Frieden und die Aura von Glück, dort irgendwo in dieser Welt.

Träume dich im Brautschleier, in den Armen eines anderen,
träume mich mit Arsenalen vor deinem Haus, schwimme im
Schaum von weißer Wut, schreie in schwarzer Verzweiflung, ein
ungebremster Kreisel in der Dämmerung eines kalten neuen Tages.    


IV

Endlich erfuhr ich, wo du warst, zählte die Stunden bis zum
Wiedersehen. – Wir umarmten uns lange. Vertraut und doch so
fremd. Keine Symphonie. Kein Strahlen. Keine Lichtschlösser.
Die Tür zu meinem Herzen knarrte laut. Selbst die Tränen

in deinen Augen konnte sie nicht öffnen. Dann ging ich fort. Was
blieb, blieb dunkel. Selbst der Himmel. Jetzt zittert es mich, ratlos im
Regen. Die Wege versperrt. Die Schlüssel verloren. Es regnet. Der
Regen verbindet sich, endlich, mit dem endlosem Fluss ... der Tränen.

 

Bild von Xandra_Iryna auf Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 9. März 2021

EINBLICKLIEBE II

Atemlos, in stillem Vibrato, das nur ich
erkenne, stehst du vor mir. Deine Blüten
beben, deine Gesten betören die Sonne.

Mit orphischen Küssen verschließe ich die
Lippen, berühre dein Licht. Zwei Herzen
flüstern. Du musst ein verirrter Engel sein!

Tom und Nicki Löschner auf Pixabay



Mittwoch, 30. Dezember 2020

LIEBESGESCHICHTE

Diotima tanzte, tanzte mit mir.
Ich nahm sie bei der Hand,
nahm sie in die Arme, nahm sie.

Wir tanzten auf Scherben, Scherben
vergessener Spiegel. Versessene
Visionäre, selige Tarantellatänzer,

streiften wir den Himmel, leugneten
der Erde Blutzoll mit jedem Kuss,
jedem geflüsterten Liebesschwur.

Tanzten jene archaischen Gesten,
wo das Sein erblüht und der Schein
verblasst. So schenkte mir Diotima

Zeichen, die ich nie zuvor sah und
plötzlich erkannte, Zeichen, die nur
der liebende Blick zu deuten weiß.

Ein neuer Tag begann. Die Landschaften
der Liebe enthüllten sich in Myriaden
von Farben, die allem entströmten, was

ein Blick des Herzens arglos berührte.
Ja, denn arglos, unschuldig, rein, kann
nur ein liebendes Herz die Welt begreifen,

die Welt in zahllosen Farben. Farben,
die kein Gedanke zu erfassen vermag.
Denn das Herz ist der selige Maler,

der mehr Farben sieht, als er auf
die Leinwand bringt, der selige
Komponist, der Symphonien hört,

die kein Orchester jemals spielen wird,
der selige Dichter, dem eine Helle sich
formt, die unaussprechlich bleibt.

So viele Farben, so viele Töne, so viel
Licht. Selig unter Seligen. Heilig unter
Heiligen. Zwischen hell und Dunkel,

zwischen Schwarz und Weiß, lächelte
des Liebesgottes Gnade, und die Vögel
des Zufalls sangen ihre schönsten Lieder.

Wie die Tage vergingen! Die Kälte
erstarrten Schmerzes konnte kein
heißes Herzblut schmelzen.

Seine Berge wuchsen, wuchsen zum
Himmel. Aus eisigen Wolken fielen
wir, landeten hart im Schmutz der Erde. 

Rappelten uns auf, verbargen uns vor
neuen Spiegeln, spielten mit den Herzen
Verstecken. Gefangene unserer Dämonen

verirrten wir uns, verirrten uns wie Hänsel
und Gretel im Wald. Nicht mal einer bösen
Hexe begegneten wir – sondern nur uns selbst!

Montag, 30. November 2020

BLICK DES LIEBENDEN

Mondlicht ergreift das Fenster,
zaubert zarte Schattenblüten auf
Deine Haut, entschleiert Traumbilder,

schenkt Klarheit. Arkadiens Wahrheit
Öffnet sich dem Blick des Liebenden.
Hinter den Nebeln der Erzählungen

Erkenne ich das Licht in dir,
das zeitlose Licht all der Frauen,
die jemals in die Welt blickten.

foto: pixabay


 

 

Samstag, 21. November 2020

EinBlickLiebe I

In der Brandung der Küsse träumt ein Blick,
flaniert über das Meer zum Horizont. Findet
unvergängliche Weite, wo der Erde Krümmung

Endlichkeit suggeriert. Du liegst in meinen
Armen, du, mit deinem goldenen Strahlen.
Es weitet den Himmel zum All, grenzenlos.

Foto: VKD

Freitag, 30. Oktober 2020

SEHEN

Sehen möchte ich dich, wieder und
wieder. Sehen mit dem Blick eines
Herzens, das zum ersten Male schaut,

gedankenlos, schattenlos, bilderlos, frei.
Frei vom Zwielicht einer Vergangenheit,
frei vom Blendwerk einer Zukunft.

So tief will ich in deine Augen blicken,
dass ein Augenblick der Stille sich zur
Ewigkeit dehnt, jede Träne im freien Fall

verharrt, selbst der Wind seinen Atem
anhält. Jede Geste sendet Dir Zeichen,
das nur die Liebende zu deuten weiß.


Montag, 26. Oktober 2020

GEH MIT MIR

Geh mit mir: In das Land, in dem
weder Schuld noch Sünde wiegt.
Wo alles endet und alles beginnt:
mit einem Blick. Wo Sterne auch

tagsüber scheinen, wenn du sie
erkennst. Wo ein Lachen Tränen
vergießt und Tränen aus vollem
Herzen lachen. Komm, geh mit mir.

Bild von My pictures are CC0. When doing composings:
auf Pixabay

 

 

Samstag, 10. Oktober 2020

REISE II

Das sind wir, Geliebte. brennende Erde,
brennender Himmel, Süße, die versonnen
aus dem Ahornbaum tropft, Boot, das
wir bauen, Reise, zu der wir aufbrechen.

Sie führt über Ozeane, seine erregenden
Tiefen. Sterne, Universen, weisen den
Weg. Vor uns der Horizont, dort erglüht
die Sonne, enthüllt die Schönheit der Welt.

All das spiegelt sich in Deinen Augen,
auf Deinen Wangen, in jeder Pore
Deiner Haut. Wenn wir uns umarmen,
erstrahlen Erde und Himmel in Süße.


 

Samstag, 5. September 2020

WEIZENKORN

I.

Wieviel Spreu schleppte ich,
während mich des Lebens

Karussel bewegte? Der wilden
Jahre Atemlosigkeit verebbte,

Staub und Nebel senkten sich.
Träumer und Traum traten

hervor aus dichtem Grau.
Enthüllten obskure Gestalten:

Den Blinden, der sich beflissen
verbeugte vor Spiegelbildern.

Den Tauben, der seine Ohren
eitel den Claqueuren darbot.

Den Stummen, der vor dem Altar
der schrillen Bühnen niederkniete.



II.

Ein verirrtes Weizenkorn unter
dem Fuß ließ mich dich finden:

Liebe, verweile, erhelle, entgrenze
diesen Augenblick. Sprenge all

die Ketten maßvoller Gesten,
tanze mit mir närrische Tänze,

werde Licht, wachse, erblühe,
gedeihe: zur Heimat in Freiheit.


foto: vkd

Freitag, 21. August 2020

WUNDERLICHE TÄNZE

Hier trafen wir uns, verirrt im
Spiegelkabinett des Weltwahns.
Gestrandete, deren Traum

von urteilsloser Liebe längst
verblasst war am Firmament.
Kein Arm hob sich, um die

Sterne zu berühren. Die Hände
pressten wir verloren auf
unsere Ohren, jeder für sich.

Nur sehr langsam erlernten
sie jene Umarmung, in der
Herzen zu flüstern beginnen.

Später entdeckten wir das Licht
des Lebens im Glitzern jeder
Träne. So öffnet sich der Seele

mystische Rose und die Farben
meiner Liebe erstrahlen in
jeder Blüte, die dein Auge

berührt. So viele Blüten! Hier
tanzen wir wunderliche Tänze:
im Rosengarten des Augenblicks.

 

 

Sonntag, 26. Juli 2020

AUF DEM WEG MIT DIR

Goldene Nacht, von Purpurküssen
umhüllt, in karminroten, mystischen
Blasen aufgestiegen ins Himmelsblau.

Liebende, gebettet in das stoische Grau
des neuen Morgens, wenn die schwarze
Nacht in sanften Wellen erhellt verklingt,

Ein leises Zittern auf deiner Bronzehaut.
so viele Mysterien, Geliebte, die ich noch
erleben möchte auf dem Weg mit dir.

FOTO. VKD

Sonntag, 12. Juli 2020

IKARUS

Diotima weinte still in ihrem Häuschen,
verborgen im Wald, gebettet in Schatten,
im Streulicht der Wolken, im Gesang
Der Vögel ... und in meinen Armen.

Unverhüllt flüsterte sie ihre Bilder
Von Zukunft unter all den Himmeln,
hauchte sie in mein Ohr, leiser als die
Blätter rauschten in sternklarer Nacht.

Ich legte die Finger auf ihre Lippen,
Ihre Schönheit machte mich stumm.
So sangen wir der Liebe Lieder
Still und stumm einen Sommer lang.

Als meine Flügel zu schmelzen drohten
In ihrem Licht, erschrak ich heftig.
Die Regentropfen auf dem Fensterglas
erzählten viele Geschichten von gestern.

Vernebelten mein Herz, den Blick, und
Diotimas Wald. Da legte ich meine Rüstung
an, gürtete das Schwert, begab mich auf
Meinen Fluchtweg. Laut weine ich den Herbst.

Ebrahim Ehrari, Ikarus, 1999, Aqua Tinta, 70x50cm

Donnerstag, 21. Mai 2020

SONNENTANZ

Nicht steckenbleiben in einer Komödie,
auf der Bühne des Geschehens, wo
das falsche Wort ein Fallbeil auslöst.

Mein Blick bleibt nach oben gerichtet,
du siehst, ich sehe dich nicht. Bin das
Beil, das fällt. Sei vorsichtig mit Äxten!

Ein rätselhafter Abend, der nicht
vergeht, nicht zur Ruhe findet.
Ich versuche, mich neu zu verlieben,

laufe nach draußen, umarme die
steinerne Frauengestalt aus dem
Gartencenter. Am Eingang warten

meine Koffer, mit ihnen die
Hoffnung auf die Nacht, bereit,
alle Schatten zu verschlingen.

Die Kardinalsgestalt Deiner
Monologe hallen vom Balkon.
Am Ende erschöpft, liegst du da

nackt, kühl und starr, bedeckt
mit unsichtbarer Brandschutzfolie.
Die Tränen in deinem Gesicht suchen

meine Lippen. Im schwarzen Schleier
der Trauer schwebst du durch das
Zeitfenster, dem Schatten des

Blutmondes entgegen, nicht ohne
dich dreimal umzudrehen. Ich liege
da, suche im Himmel unseren Stern.

Ein Feuervogel gleitet majestätisch auf
mich zu, schreitet mit heißen Füßen
den Körper ab. In meinem Traum

blitzt es auf, ich blinzle in den Morgen.
Lippen eines Engels haben mich hell
geküsst, Liebe erwacht im Sonnentanz.

foto: vkd

Sonntag, 19. April 2020

WILDE WIRRE REISE

Mondlicht erhellt tanzende Schatten
ein fernes Tier heult seine Sehnsucht
Furcht verströmt die Nachtigall

vor dem Vorhang des grauenden
Tages berühren wir unsere Male
Tränen erwachen pulsieren

in blutigen Stigmata in jedem
Blick in dem wir entinnern
den wir richten auf einen

veränderten Zwischenraum
die Anmut deiner Augen glüht
auf im Karussell der Leidenschaft

dein bloßer Rücken verruft
ein letztes Echo dessen was
ich in dir sah wie fragil wir

sind angesichts Herzblut
überströmter Monumente 
ewig gestriger Erzählungen

dass ich ausgerechnete dich
nach all dem heute erkenne
im Staub der wilden Stadt

weckt das Tier einer Sehnsucht
die Eisscholle meines Herzens
driftet ziellos Härte schmilzt

dahin bleib ganz still ich halte
dich in meinen Armen wenn
die wilde wirre Reise endet

foto: vkd

Sonntag, 3. November 2019

GESICHT DER LIEBE

10.000 Jahre und mehr sind vergangen,
Seit die Vögel des Zufalls Seelen erhellten.
Huldigten mit ihren Liedern jedem Stern,

erleuchteten Augenblicke zu Ewigkeiten.
Schenkten unendlichem Dunkel all das
Licht eines Lebens voller Wunder.

10.000 Jahre und mehr sind vergangen,
seit Herzen sich erkannten. Gottes
Klang fand sich in jedem Flügelschlag.

Engel des Augenblicks, erstrahlten unsere
Sterne vor dem Dunkel, schamlos umarmten
Wir uns in dem Traum von Unsterblichkeit.

10.000 Jahre und mehr sind vergangen,
seit ich dich traf, am Urgrund des Feuers,
im tiefsten Quell aller Wasser. Über All.

Durch manche Welt irrte ich, richtete
Meinen Blick aus zu den Sternen, zu
Himmel und Wolken, suchte nach dir.

10.000 Jahre und mehr sind vergangen,
seit wir unschuldig und wild liebten, im
Zwielicht von Elysium und Hochkultur.

Dort erkannten wir uns im Schatten des
Ewigen Sonnenaufgangs, der aufschien
In jedem Lächeln, jedem Augenblick.

10.000 Jahre und mehr sind vergangen,
seit ich vom Staub des Vergehens atmete,
Um  ins Gesicht der Liebe zu lächeln.

Am Ende finden wir uns, Engel urteilslosen
Lebens, Träumer und Traum, im Morgentau
Auf den Blättern der mystischen Rose.

foto: pixabay

Samstag, 15. Juni 2019

LETZTEN ENDES

Blind für jeden Vorschein von Ewigkeit,
getarnt in Gewändern unantastbarer
Urteile, irrte ich. Verschwendete mein
Leben in stoischen Prozessionen der

Eitelkeit. Ahnungslos abgeschnitten
von den Ahnen, verlassen von allen
Geistern, erkannte ich die Liebe nicht,
wo sie meine hochmütigen Wege berührte.

Alles, was ich sah, verbrannte, versengte
in den Scheinwerfern eitler Erklärungen.
Indessen regte sich unbemerkt, still, die
Angst im Schattenwurf des Lebens.

Stieg auf ins Firmament, gleich einem
Djinn, einer gigantischen Wolke, die das
Licht erstickte. So verlor ich den Himmel.
Vermochte das All nicht mehr zu sehen,

schon gar nicht das All in dir. Wie konnte
ich da dir Himmel sein? Sah ich doch nur
das Mädchen, das auf dem Festival des Lebens
mir auf den Schultern hockte, um dem nah

zu sein, was es niemals berühren würde. So
erwachte sie, die Angst vor dem Augenblick.
Suchte unerschütterlich nach dem Engel in
dir, fand einer Prinzessin neue Kleider.

Fand eine Akrobatin auf dem Hochseil der
Sehnsucht, voller Anspannung und Furcht
vor dem Absturz. In schlaflosen Nächten,
den Obsessionen, den Nebelfahrten leerer

Wortgefechte verloren wir uns. Als der
Nebel sich endlich lichtete, waren meine
Träume nicht mehr deine und deine nicht
mehr meine. Wenn auch manch penetrante

Gedanken Gespenstern gleich um dich kreisten:
all die Monologe herzverlorener Erklärungen
fanden ihren Rhythmus nicht mehr, als die
Körper ihn noch suchten. Augenblicke,

verkohlt im Licht der Achtlosigkeit, panische
Gier auf den Wogen der Verlassenheitsängste,
sie blieben im Gestern, Erinnerung: Letzten
Endes das Letzte, was es am Ende zu teilen gab.

foto: pixabay

Sonntag, 2. Juni 2019

SO JUNG WIE DAS UNIVERSUM

Der Morgen dämmert,
ein neuer Tag lockt.
Du neben mir. Ich

betrachte Dich, in
deinem Honigschlaf,
verewigt in Träumen.

Mein Herz, Komet
mit glühendem Schweif,
jagt durch das All,

rast seit Jahrmillionen.
Einfach so, auf Kurs,
auf Kurs zu dir.

Du erwachst. Endlich,
im heiligen Augenblick,
in dem unsere Blicke

sich finden, erfährt es
Ruhe, mein rastloses
Herz. Hat es doch

Deines gefunden. So
jung wie das Universum
sind wir schließlich beide.

foto: pixabay

Mittwoch, 1. Mai 2019

LIEBESERKLÄRUNG AUF SEE

Mich träumte, ich tanzte mit dir an einem Strand,
an dem das Licht sich niemals verdunkelte, der
Wind niemals vergaß, Haut und Haar zu liebkosen.

Als ich erwachte, erkannte ich dich, Traumgeborene,
im Schatten deines Strahlens. Deine Schamtränen in
meinem Gesicht, küssten sich unsere Blicke, endlos, wild.

Bereit und willig nahmen wir uns bei den Händen, kletterten
auf das Schiff der Verheißung, das verlockend verborgen dort
im Nebel lag, wie die Reise vor uns. Wir blickten nicht zurück.

Du suchtest in meiner Hand nach Zukunft und verströmtest
deine Gegenwart in meiner Umarmung. Wir verlachten die Nacht,
bis die Sonne sich zeigte und des Gestern Schwere durchbrach.

Ausgelassen schrie ich, schrie, so laut wie ich konnte, weit
über das Meer hinaus: „Ich liebe dich, und all unsere
ungeborenen Kinder! Ich will dich auf der Brücke küssen,

unter Deck jede Sünde mit dir teilen, meine Sehnsucht bis
auf den letzten Tropfen in Umarmungen verströmen,
dich halten, auf allen Wegen tragen, bis es dunkel wird!

Mit dir zusammen will ich der Liebe Loblieder singen, in
Wäldern, unter dem Firmament, andächtig niederknien,
mit dir Tarantella tanzen, bis unser Lachen atemlos verebbt!“

foto: vkd

Sonntag, 3. März 2019

DAS HEILIGE FEUER

In diesem einen Blick loderte das Feuer,
wildes Begehren, ozeanische Zärtlichkeit.

Sprachlos vollendete er jeden Augenblick zum
ersten Schritt einer bahnbrechenden Reise.

Die führte durch der Seele Landschaften,
in gleißende Wüsten, elysische Oasen. 

Angekommen im Paradies des fruchtbaren
Tals, rasteten wir und verloren behaglich

Gipfel und Bergspitzen aus dem Blick.
Mit ihnen entschwand das heilige Feuer.

Mäßigung und Mahnung schienen auf,
erstickten es. Jetzt tragen wir die Last der

Berge und Tränen stauen sich zu Seen.
Irgendwann vertrocknen sie: zu Salzwüsten.

Komm, Geliebte, komm mit mir, jene Gipfel
erkunden, die Tränen mit Feuer löschen!

foto: vkd
  

Sonntag, 27. Januar 2019

LIEBE SEIN

Liebe sein. Ihr Gebet und Lied
sein. Im Wind die Liebe tanzen.

Ich lebe, lausche ihrem Herz
schlag, zwischen Himmel und Erde.

Die mystische Rose verneigt sich,
wenn der Wind über Wiesen tanzt.

In den Gesichtern, trocknet er
Tränen, die Tränen des Glücks.

FOTO: VKD

Montag, 21. Januar 2019

BEATRICE

Beatrice, vergessen konnte ich dich nie,
dich und dein monumentales Verlangen
Nach Freiheit. So viele Bilder: von Süße,
Lächeln, Küssen. Der Geruch der Nächte,
die tränenlose Trauer beim Abschied.
  
Ich besuche heute all die Plätze, pilgere
auf Wegen von Gestern, als fände ich
hier Spuren von dir. Blicke in fremde
Gesichter, all die Menschen wissen nichts
von deinem grenzenlosen Vorwärtsträumen.

In den Nächten brannten sich Sonnen
in unser Blut. Eng umschlungen, in der
Pose der Sieger, verdammten wir die
Tyrannei des Bestehenden. Träumten vom
Garten, in dem Liebe ohne Morgen strahlt.

Gestern hörte ich, du lebst jetzt hoch
im Norden, ergraut, auf einem alten Kahn.
Dort, im Hafen der Heiligen der verlorenen
Tage, häkelst du mit tränenlosem Blick
Leibchen für deine ungeborenen Kinder.

foto: vkd

Montag, 31. Dezember 2018

SO VIEL SCHÖNHEIT

I.

Angesichts eines zukunftsfrohen
Augenblicks von Liebe erwachen
Dämonen. Verheißen Einzigartiges,

befeuern Eitelkeiten, spielen Leben,
beschwören Paradiese. Übertönen
lautstark jenes Wispern, in dem

des Herzens Blüte sich öffnet.
Dämonen lärmen, lähmen Herzen,
ganz und gar Liebe zu sein.

Viele Wunden, bringen die Liebe
höhnisch zu Fall, wieder und wieder.
In Tausend Urteilen sprechen sie das

Gestern heilig, hindern den Augenblick.
Spöttisch fesseln sie die Schritte, die
Pforte zur Liebe zu durchschreiten.


II.

Da wartet so viel Ewigkeit, frei vom
Kreuz der Zeit. Da harrt so viel mehr.
Ozeane, in dem Sterne glitzern.

Zahllose Himmel liebkosen die Erde.
Ein Traum des Träumers, der im
Traum zum Dasein zu sich kommt.

Da lächelt so viel Schönheit, in jedem
Blick, den das Leben schenkt und so
viel Schönheit in jedem Blick, den

Du dem Leben schenkst. Wahrheit
enthüllt sich nicht im Schwall der Worte,
sondern in Gesten von Liebe. Da ist Licht.

Da ist so viel Leben, das zu leben bleibt.
So viele Umarmungen, die zu umarmen
sind, angesichts der Ewigkeit der Seele.

Ja, das bist du, Liebe, und bist du Liebe ganz,
dann bist du, Selbst, Gott, vereint im Nichts.
Einzig geboren zu lieben, zu lieben, zu lieben.

foto: vkd

Sonntag, 23. Dezember 2018

ENDlich

Selbstversunken in stiller Pirouette,
lächelst du mir zu, Engel des Augenblicks!
Bittest zum Tanz. Jenseits der Worte,
im Stakkato von Schluchzen und Schrei,
umarmen wir das Leben, du Schöne.

In der Nacht brennen sich Sterne und
Schwüre ein, glühen tief unter der Haut,
einem Lavastrom gleich. So falle ich,
falle mit jedem Atemzug tiefer und tiefer:
in blutrote Träume entgrenzter Liebe.

Ohnehin bleiben wir gezeichnet: Schatten
Spieler entfesselter Wunschmaschinen.
Längst verließen alle Claqueure die Bühne.
Selbsterwacht erkennen wir uns: ENDlich, in
Dem einen seligen Augenblick von Liebe.

foto: vkd

Samstag, 1. Dezember 2018

LIEBESGESCHICHTE

Ich raste, preisgegeben im urbanen Mahlstrom,
fand dich, endlich. Die Sterne, auf die wir sahen,
entstammten antipodischen Universen. Du suchtest
den Mann und ich die Frau. Tanzen wollten wir.

Im gleißendem Licht aufsteigender Träume
berauscht, trafen wir uns, schmerzvoll zärtlich,
gierig, wild, tauschten wir das, was als Liebe
wir erdachten: Lächeln, Ohren, Küsse, Körper.

Der Wunderlampe ungestillter Sehnsüchte entwich
der Djinn. Erfüllte Begehren, doch Dämon bleibt
Dämon. Im Licht der Träume stiegen Schatten
empor, leckten höhnisch Lippen der Vergangenheit.

Anfänglich tanzten wir Tango, dann Tarantella.
geblendet in fanatischer Suche nach Wahrheit,
kämpften wir an unserer Heimatfront, verbaselten
die Tage, ignorierten das Licht in den Augen, das

Aus den Herzen aufschien, bis es verblasste.
Gefangene in uns selbst, in kriegerischer Pose,
schliefen wir ein in unseren Rüstungen. Hatten
wir doch so viel zu tun, waren wir doch Besessene.

Besessen von heiligen Bedeutungen, von heiligen
Urteilen, von heiligen Meinungen, von heiligen
Erinnerungen. Ob wir auch fast ertranken im Sturm
der Eitelkeiten, ob wir klammerten oder fremde Wege

Suchten, stetig rief es aus des Egos Kräften: Ichichich.
kein Wir vermochten wir so auf die Welt zu bringen.
Irgendwann knieten wir, knieten endlich, knieten an
der Quelle unsäglichen Schmerzes, verloren, heimatlos.

Geblendete waren wir, geblendet vom Unheil der
Welten in uns, und um uns herum, sprachlos, mit
eiskalter Haut. Angespült ans Ufer, in einem seligen
Augenblick tränenleerer Stille, erkannten wir uns.

So erblickte ich Wahrheit: Plötzlich fand ich sie, jene
Unschuld des Herzens, die in dir pochte. Die tief
mich berührte, jene Unschuld, hinter all dem Schmerz
und Leid, hinter all den Dämonen des Vergangenen.

So ist es jene Unschuld des Herzens, die aufscheint in
jedem Blick, in jeder Umarmung, jedem Lächeln deiner
Augen. So ist es jene Unschuld des Herzens, die neu in mir
erwacht. Jetzt tanzen wir, den Tanz der unschuldigen Herzen.

foto: vkd

Mittwoch, 12. September 2018

IN ALL DEM TOSEN

Hier besteige ich Berge,
den Abgrund vor Augen,
einen halben Schritt entfernt,
die endlose Tiefe vor mir.
Ich stemme mich gegen

Den eisigen Sturm, der tobt,
der zerrt, der aufheult und
meine Beine zittern lässt.
In all dem Tosen höre ich
Herzen flüstern. Mein

Schritt gewinnt Festigkeit
Mein Liebe erhebt sich mit
der Sonne, über dem höchsten
Gipfel, der vor mir liegt.
Hier finden wir uns.

foto: pixabay

Mittwoch, 5. September 2018

SCHENKST DU DICH DER LIEBE GANZ

Schenkst du dich der Liebe ganz,
so begleiten dich die Vögel des Zufalls,
umschwirren dich dort, wo gestern
noch dich deine Eitelkeit blind machte.

Schenkst du dich der Liebe ganz, so
findet sich manch Wundersames auf
deinem Weg. Klarheit erfüllt dich, so
köstlich und ungetrübt wie Quellwasser.

Schenkst du dich der Liebe ganz, so
fließt Wahrhaftigkeit aus dem tiefsten
Quell deines Herzens. Es verschafft dem
Göttlichen die Gnade der Sichtbarkeit.


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