Einsames Herz, du berührtest mich tief.
Suchte ich dich, suchte nach Worten
mit dir. Fand viele Sprachen, Spiele,
Augenblicke des Glücks und des Wir.
Bisweilen waren alle Sterne nah.
Als ich von meiner Liebe zu dir sprach,
meintest du nur: “Sprich nicht von Liebe.
Es kann nicht Liebe sein, die du fühlst.
Liebe ist anders, ganz anders. Ich weiß,
dass es solche Liebe nicht geben kann.”
Einsames Herz, du berührtest mich,
das Brandmal saß bald tief, du kanntest
so vieles, nur nicht dich selbst. Als
meine Seele dich berührte, ranntest
du fort, du Fluchttier, biittersüßes.
Es gibt solche Liebe, einsames Herz!
- Jetzt sitze ich hier,weit fort und nah.
De Augenblicke meines Glücks, sie
blieben. Blüten ohne Wasser, ohne
Sonne. Unvollendet, verwelkt, verendet.
Ein trauriges Lied, ein ungeborenes
Kind, das ich trotzig im Herzen trage,
tot, erstickt in Schmerz und Trauer.
Es bleiben: Erinnerungen, Bilder,
Gedanken an einen vergessenen Traum.
Erinnerungen an eine Liebe, die hätte
wachsen können unter der Sonne Gnade.
Einsames Herz, Fremdling des Herzens,
deine Sehnsucht war gefangen in Angst,
so fielen wir, jeder für sich, entzwei.
Nicht mehr tanzen, nicht mehr singen,
irren auf den Wegen verlorener Herzen.
Kann es das gewesen sein? Die Nähe, die
wir lebten, waren doch mehr als wilde Spiele
des Eros, beschmutzt und austauschbar
wie der frische Slip am nächsten Morgen?
So heule ich auf, Wolf vor dem Mond.
Bin das einsame Herz in der Weite der
Stadt, unter glitzernden Sternen, die jene
Träume weiter weisen, die uns entglitten.
(n)