Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

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foto: vkd
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Freitag, 1. Dezember 2017

DIE LIEDER DES ORPHEUS II: DIE WEGE DER LIEBE - neue Version

PROLOG

Die Wege der Liebe, sie führen durch Licht und Schatten,
durch magische Landschaften, durch wirre Wetter.

In endlosen Ebenen, bei Sonne und Sturm, weisen
sie den Weg: über die Gipfel der Sehnsucht, durch die
Tiefen der Angst, dorthin, wo wilde Wasser schäumen.

Gnadenlos, sirenengleich, zerren sie, zerren in jenen
Mahlstrom, in das Dunkel des Unbewussten. Eine ganze
Welt, gerade noch erstrahlt in seligem Licht, verblasst.

Verdunkelt im Zorn der Eitelkeit, im Meer der Tränen.
die Wege der Liebe, sie schenken Glanzlichter, Märchen,
Freude, Gipfel erwachsender Lust. Enthüllen Abgründe,

die in Reichweite lauern wie gierige Giftschlangen.
verborgen im Schleier, den klaren Blick verhüllt,
bis dir Schuppen der Wahrheit von den Augen fallen:




BERGWANDERUNG

Deshalb: Beginne mit den kleinen Bergen.
Sie lehren dich alles. Jeder Berg fordert:

Gutes Schuhwerk, angemessene Kleidung,
beides gut besorgt und gepflegt, sonst
Fordert diese Reise schnell ihren Tribut.

Wähle mit Sorgfalt. Wenn du dich zu warm
anziehst, magst du zwar glauben, gut geschützt
zu sein vor allen Wettern, doch du wirst unbeweglich

und versteifst. Deine Wärme bleibt in dir, statt
nach Außen zu strahlen. Dann wirst du innen
brennen, aber außen keine Wärme schenken.

Wählst du aber deine Kleidung zu leicht, oder
gehst du gar ohne Kleidung, dann mag das zwar
für einen Garten Eden einstmals das rechte Outfit

gewesen sein, aber aus dem sind wir längst:
Vertriebene. Bedenke, wenn dir Leichtigkeit
im Sinn steht, dann wirst du nicht weit kommen

und schon in der ersten Nacht, wenn die Sonne nicht
mehr scheint, nur noch fortrennen, dich hoffnungslos
verirren oder verzweifelt anderen Pilgern anschließen.

Wenn du fragst nach der idealen Route, dann lautet die
Antwort: Sie existiert nicht, es gibt nur deinen eigenen
Weg. Die leise Stimme deines Herzens weist ihn.

Haushalte mit deinen Kräften. Ein erfahrener
Wanderer beginnt nicht mit dem höchsten Gipfel.
Wachsen Berge höher, achte gut auf deine Schritte.

Sei niemals achtlos. Stets brauchst du festen Tritt.
wisse um den richtigen Pfad, baue auf die Stimme
deines Herzens und nicht auf Claqueure und Sherpas.

Sei achtsam, der Weg führt vorbei an den tückischen
Schluchten alter Erfahrungen, verdrängten Schmerzes,
eitlen Besserwissens, all diesen aufgeblasenen Dämonen,

die dir Rüstung und Panzer versprechen, dich jedoch
gnadenlos hinabziehen in die Tiefe. Dein Gang
beginnt zu zagen, deine Beine zu zittern, halt ein!

Sprich mit dem Geliebten, sprich mit ihm über
deine Dämonen, deine Ängste und Zweifel.
Lausche andächtig den seinen. Seid zwei, nicht ein.

Plane kürzer, verlängere die Pausen, sing mit dem
Geliebten, tanz mit ihm, macht Liebe, nehmt euch
bei der Hand, baut einen Biwak, haltet euch ganz fest.

Auch Staub und Nebel verfliegen. Mag es einen Tag dauern
oder länger: Verstumme niemals, erstarre nicht, sonst wird
jeder für sich allein erfrieren in der Kälte des Schweigens.

Sprich mit den Einheimischen, mit den Vögeln, mit den
Bergziegen, sie kennen die Landschaft, sie lehren euch vieles,
wenn ihr still zuhört. Aber geht nicht zurück, es gibt keinen

bequemeren Weg. Sei achtsam in jedem Schritt, sei entspannt,
atme gut, lache, singe, tanze, liebe. Erfreue dein Herz an der
Schönheit der Geliebten, der Schönheit der Landschaft.

Vertraue dir selbst und vertraue deinem Geliebten.
Sei ganz und gar da, lausche der Stimme in dir,
dein Herz spricht leise, lass es singen, singe mit

deinem Geliebten. Trägt es doch die Weisheit und das
Wissen aller Herzen in sich, die jemals gegangen sind.
Benutze die Augen aller Herzen, die jemals lebten.

Wähle dein Ziel gut aus. Bedenke, dass die leichteren Gipfel
nur Übung sind für die schwierigen. Der Tag wird kommen, an
dem die Gnade augenblicklicher Glückseligkeit in dir lächelt.

Jeder Gipfel schenkt dir einen einzigartigen Ausblick, einen
Ausblick über die Welt, über die vollkommene Schönheit, die
Liebe, die die Schöpfung ist. Dann fühlst dich den Himmeln so nah.

Dann magst dich wie der Himmel selbst fühlen. Denn
all das sind die Wege der Liebe. Sie sind nicht nur wie
das Leben, sie sind die Wege zum Leben selbst.

foto: vkd

Mittwoch, 23. November 2016

HERBSTLIED

In der Neige des Herbstes
stehen sie noch in Flammen,
die Wälder. Die Erde leuchtet,
und der Himmel ergraut.

Die Schatten der Wanderer
wachsen flugs auf dem Pfad
der Suchenden. Stets emsig
rasten wir am See. - Stille.

Im Spiegel des Wassers
erkenne ich die letzte Blüte,
die der Sommer gelassen hat.
Es ist dein Gesicht, du Schöne.

Dein Lächeln, die Gesten hinter
Worten, jene sprachlose Süße
vereint, vereint sie alle: Feuer
und Wasser, Himmel und Erde.

Foto: vkd

Freitag, 23. September 2016

ABSCHIEDSWEISE

Einmal noch mit dir
über die Wasser laufen,
die Meere teilen, die
Himmel auf die Erde
holen, wie verlorene
bunte Luftballons.

Sie um Handgelenke
binden, dass unsere
Arme nicht mehr nach
unten sinken, sich
finden und wiederfinden
in zeitloser Umarmung.

Einmal noch dich
herzen, so gelassen,
dass Stunden, Tage,
Wochen und Jahre
dabei vergehen ...
abschiedsweise.

Foto: Pixabay

Freitag, 4. März 2016

LIEBE LEUCHTET

Heute bin ich weit fort von dir.
Heute bin ich eine Wolke und
fliege zum Meer. Entregne mich.
Werde eins mit dem Ozean.
Entgrenze mich. Bin. Überall.

Bin Tropfen. Vision. Vision von
Grenzenlosigkeit. Vision von
Liebe. Bin. Wasser auf der
Haut. Feuer im Herzen. Erde
unter Füßen, Wind und Sturm.

Morgen erkennen wir uns.
Begegne dir am Meeresstrand.
Laufe dir entgegen, Sehnsucht
und Sand unter meinen Füßen,
Frieden und Feuer im Herzen.

Presse deinen heißen Leib an
meinen, sehe dich Göttliche im
Licht deines Augenblicks. Selig
knien wir nieder im Paradies
der Welt, still im salzigen Wind.

Morgen bin ganz nah bei dir.
Der Wind formt Haare und
Kleid neu in jedem Augenblick,
wie das Meer eine Woge formt,
die sich bricht und doch stets

einzigartig bleibt. Du bist ein
Licht im Lichterreigen. Ich sehe
dich, sehe dich mit jeder Pore
meiner Haut. Liebe leuchtet.
In deinem Leib und meinem.


Donnerstag, 9. Juli 2015

TANZE

Nachthimmel. Chimären schweben still.
Bedrohliche Drohnen des Weltherrschers,
oder des Nachtvogels schwarze Schatten?

Alle Sterne starren blind hinter der
Wolken Mauern. Nichts ist, wie es ist.
Nichts ist zu erkennen unter Tränen.

Stoische Worte, Beschwörungen, die
nichts bedeuten als das Leeren des
Leeren, auf den Sturm folgte Stille.

Ruhig steht unser Schiff im Meer, die
Segel gehisst. Tage vergehen, wie das
faulige Wasser in fauligen Fässern.

Tränen vertrocknen im Licht der Sonne.
Unser Schiff wartet auf den Wind,
und ich sehne mich nach der Heimat.

Sehne mich nach Heimat, sehne mich
nach dir. So tanze ich meinen letzten Tanz
ganz selbstvergessen auf den Knien.

Tanze auf dem stinkenden Holz des
Geisterschiffs. Tanze, bis der Himmel
Himmel aufreißt und alle Sterne strahlen.


Sonntag, 19. Oktober 2014

GOTTESGESCHENK

Unten an des Unbewussten Wasser
umarme ich dich zum ersten Mal.
Lautlos flüstern zwei Herzen,
Kindern gleich, heimlich unter

der Bettdecke, erzählen sich
Geschichten, lachen, weinen,
Träumen, wiegen sich im Wind
des Augenblicks, unten am Wasser.

Zwei rote Blüten auf dem feuchten
Papier des Aquarells, erst berühren
Sich ihre Ränder, schon fließen sie
Ineinander, die Farben, verschmelzen,

zu neuer Gestalt in Gottes Galerie.
Ein Gottesgeschenk, das ist es alle
mal, wenn wir uns in die Arme fallen,
zwei Herzen sich finden & wiederfinden.

Sonntag, 10. August 2014

DAS LIED VON DER GROßEN LIEBE

Wie der Fluss, der ungebremst und wild von
höchsten Gipfeln stößt, sich breit und duldsam
ins Land ergießt, so sollte meine Liebe groß sein.

Quicklebendig, wie sein Wasser, das, wie du es
berührst, gleich ein anderes ist, wach sich wandelnd
in jedem Augenblick, so sollte meine Liebe groß sein.

Das alchimistische Urelement einer Lebendigkeit,
die nie verklingt in ihrem Rausch aus wahren weichen
und ewig süßen Tönen, so sollte meine Liebe groß sein.

Das vollkommenste Abbild der Natur, zur Natur entformt,
in wahren wortlosen, endlos strahlenden Farben, mit
wahren wilden Gerüchen, so sollte meine Liebe groß sein.

Der Tempel, in dem Erde, Wolken und Himmel Reigen
tanzen, um niemanden zu ehren, um niemanden zu
belehren, formlos zu sein, so sollte meine Liebe groß sein.

Es kamen Nächte, die zu Tagen sich dehnten und Tage,
die verblassten im verbissenen Stakkato der Jugend, um
ewig zu sein, ewig zu lieben, um herauszufordern das
Unausweichliche, im Angesicht karmischer oder kosmischer
Kräfte, augenblicklicher Erkenntnisse, die meinen Geist
gierig im Rot des neuen Tages blähten, irre, wirre Verirrungen,
wundersame Verstrickungen des Blutes, verurteilt, verlacht,
verhöhnt, beschämt, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Honignächte, ihre ungeduldigen Tänze,
maßlos lüstern, ohne jemals Frieden zu finden,
die Tänze auf dem Marmor erhabener Säle,
auf dem blanken Parkett der fremden Blicke,
der Blicke der Übermächtigen, der Anderen,
jene, die in der Erde verfaulten, irrend zwischen
Himmel und Hölle, Wahnsinnige, die sich suhlten
im Schattenreich der Seele, geschaffen für Kirchen
und Liturgien, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Tage mit Konto, Kind, Kegel,
kostenloser Klubmitgliedschaft in der Vereinigung
der glücklichen Eltern, der glücklichen Hausbesitzer,
der glücklichen 3 mal jährlich in den Urlaub Flieger,
der glücklichen Dauerkarten Besitzer auf gepflegten
Vorstadtkinderspielplätzen, wo das Wichtige im Leben
trainiert wird von mehrsprachigen Kindermädchen
mit wichtigen Smartphones im ständig gierigen
Blickkontakt, ach wie verblassten sie so schnell!

Es kamen Stunden im durchgetanztem Schuhwerk
der Sehnsüchte, in verstohlenen Hotelzimmern,
Hinterzimmern, Clubzimmern, atemlos, wortlos,
gefühllos oder vom Rausch vernebelt. So schlief
ich oder wachte ich inmitten wundersam verzückter,
dampfender Leiber, ihrem Schreien, Stöhnen,
inmitten von toten Masken, schönheitsverschnittenen
Botoxfratzen mit ihrem affektierten Entsetzen, ihrer steinkalten
inwendigen Wüste, ach, wie verblassten sie so schnell!

***

Am Ende ließ ich alles liegen,
alles los, alles, alles, alles,
Tränen, Träume, Termini,
verschmolzen mit den Wassern,
die ungebremst und wild
aus meinem Herzen verströmen,
groß erwuchs sie, meine Liebe,
erwachsen erwacht, ein Nebel,
der sich lachend über die Welt legt
und heiter alles enthüllt.
Endlich
wurde das Große der Liebe klein,
und das Kleine der Liebe groß.







Samstag, 9. August 2014

IN TIEFSTEN TIEFEN

In tiefsten Tiefen des
Ozeans: Feuer und Wasser
öffnen ihren Höllenschlund,
tanzen ihren Höllentanz.

Sie umkreisen sich nicht,
sie führen keinen Smalltalk,
sie beissen sich nicht auf die
Lippen und ihre Gesten deuten
nicht auf ferne Furchten.

In tiefsten Tiefen sind sie
Ganz, was sie sind:
Liebende, Götter.

Montag, 17. März 2014

BLICK DES HERZENS

Mit dem Blick des Herzens
sind wir. Sind Feuer und Wasser,
Himmel und Erde, entborgen den
tiefsten Tiefen unserer Seelen.

Heute drängen wir, drängen ans
Licht, scheu mit jedem Schritt,
Tanzen wir, tanzen in die Nacht,
Singen, lachen, unter dem Mond.

Heute schütteln  wir ab den Schnee
der Gedanken, der alles dumpf
und kalt macht im Angesicht
der wild erwachenden Liebe.

Heute will ich in der Erde deines Leibes
wühlen, in die Himmel deiner Augen
sinken, in den Wassern deiner Lust
baden, brennen im Feuer des Seins.




Sonntag, 4. September 2011

HIMMEL

Mein Herz brennt.
Ich blicke in den Spiegel.
Sehe Feuer und Wasser,

das Schiff, und das Meer,
das es trägt. So erkenne
ich mich in diesem seligen

Augenblick: Feuer und
Wasser, Schiff und Meer,
das alles bin ich hier und da.

Und, wenn, Liebste, du in
meinen Armen liegst, bin
ich zudem auch Himmel.

(m)

Sonntag, 17. April 2011

BLÜTE

Du bist die Landschaft der wirbelnden Wasser,
und ich das Bett, das aus ihr den Fluss formt.
Freudestrunken singe ich dem Leben meine

Lieder, doch klar und tief findet meiner Augen
Blick den Weg zu deinem Herzen. Schön ist
es wie dein Leib. Alles an dir glänzt im Licht,

im Licht meines Herzens. Strecke dich ihm
entgegen, wie die Blüte der Sonne, Geliebte,
tanze und dreh dich um sie, dreh dich um Blüte

und Sonne, und ich trage dich in den Frühling.
Nehme dich den ganzen Sommer lang unter
dem stillen Klang der Sterne in mein Flussbett.

(m)

Donnerstag, 14. April 2011

STILL STRAHLT LIEBE

Heute bin ich weit weg von dir.
Heute bin ich eine Wolke und
fliege zum Meer. Entregne mich.
Werde eins mit dem Ozean.
Entgrenze mich. Bin. Einfach.

Tropfen. Vision. Vision von
Grenzenlosigkeit. Vision von
Liebe. Bin. Wasser auf der
Haut. Feuer im Herzen. Erde
und Sonne, Wind und Sturm.

Morgen treffe ich dich. Treffe
dich am Meeresstrand. Renne,
dir entgegen, Sehnsucht und
Sand unter den Füßen, Frieden
und Feuer in meinem Herzen.

Presse deinen heißen Leib an
meinen, begehre deine Göttin im
Licht eines Augenblicks. Selig
knien wir nieder im Paradies
der Welt, still im salzigen Wind.

Morgen bin ganz nah bei dir.
Der Wind formt Haare und
Kleid neu in jedem Augenblick,
wie das Meer eine Woge, die
sich bricht und doch stets einzig

artig bleibt. So bist du Licht im
Lichterreigen. Ich sehe dich,
sehe dich mit jeder Pore meiner
Haut. Still strahl Liebe. Strahlt
in deinem Leib und meinem.

(m)


Samstag, 26. März 2011

DER MAGISCHE SPIEGEL

Wer bin ich, bin ich ohne den Spiegel des Du?
Ein Kind, das einsam und verlassen vor sich
hinspielt, lacht nicht gerade vor Glückseligkeit.
Es blickt traurig. Es weint. Es vergeht wie eine
Pflanze ohne Licht und Wasser. Wer bist du,
ohne den Spiegel, der ich dir bin, Geliebte?

Nimmst du mich wie ich dich nehme, mit Haut
und Haaren? Oder mit opaker Oberfläche?
Sperrst du mich in der goldenen Bilder Rahmen
ein? Halte mich, aber halte mich nicht fest. Reite
über sieben Berge zum Meer. Das mag still glitzern
in der Sonne wie ein unendlicher Spiegel, brüllt,

wenn der Wind kommt. Lieben wir in der Gischt,
zerreißt der Meeres Spiegel schnell. Wellenberge,
Wellentäler, Gebirge aus Nichts. Auch der Ozean
in uns zieht wild und tief. Ist mehr als opake Oberfläche.
Ist wie du und ich mehr sind als ein Bild im Spiegel.
Das vergeht zu schnell, vergeht als des Ozeans Stille

im Angesicht aufkommender Winde. Der magische
Spiegel, in den ich in dich blicke, zieht, zieht mich
in Tiefen, ich falle, falle. Tiefe und Himmel sind eins.
Ich falle zur Erde und schwebe im Himmel. Fliege
mit mir, in süßer, wilder Umarmung, fliege der
Sonne entgegen, Ikarus gleich, ohne zu verbrennen!

(m)


Montag, 31. Januar 2011

OZEAN DER LIEBE

Wie schreiben? Wie Worte kleiden,
die nicht Verkleidung sind? Selbst

die treffendsten berühren Wirklichkeit
nur aus ratlos weiter Ferne.

Nackte Not bringt das Wasser zur
Sprache in einem einzigen heiligen

Augenblick, aber nicht den Ozean.
Worte, Ursache, Wirkung, Wenn

und Aber: verlorene Rettungsringe
des Egos, mit Signalfarben sorgfältig

angemalt, sie treiben traumverloren
auf allen Meeren. Die kennen keine

Gnade. Lass los, den Rettungsring, tauch
ein, suche dein Licht im Ozean der Liebe!

(m)

Sonntag, 23. Januar 2011

DIE LIEDER DES ORPHEUS III: DER FLUSS DER LIEBE

Wir schwimmen. Schwimmen im Fluss. Wir
schwimmen im Fluss der Liebe. Er führt
dich durch alle Landschaften, durch Licht,
Schatten und die Dunkelheit deiner Seele.

Die Quelle ist köstlich. Die ganze Welt sieht
aus wie neugeboren, wenn du der Quelle nahe
bist. Hinter der Quelle, wenn der Fluss noch
Bach ist, wirkt alles leicht, frisch und wohlig.

Bald kommen wilde Wasser, Stromschnellen.
Sie überraschen die, welche noch träumen.
Sie überwältigen gnadenlos. Sie zerschmettern,
zerbrechen die Liebe, bevor sie wachsen kann.

Nur achtsame Herzen finden ihren Weg aus den
Stromschnellen. Sie binden sich tief, nach wilden
Abenteuern in wilden Wassern des wilden Flusses.
Darum, Herz, sei achtsam, Verstand, schlafe nicht!

Wenn die Strömung ruhig dahin gleitet und das
Licht der Sonne in Fluss der Liebe tanzt, lass dich
treiben. Tanze mit den Lichtern! Lass deinen Kopf
los, verkrampfe nicht, sei neugierig, gib dich hin.

Die Liebe ist ein Fluss. Mit Wildwassern und ruhigen
Abschnitten. Wenn der Fluss fließt, lebt die Liebe.
Begradige ihn nicht. Baue keine Dämme. Lasse ihm
Raum für Fluten. Vergifte ihn nicht mit fremden Stoffen.

Lass deinen Verstand nicht klüger sein als dein Herz:
Lass beide zusammen schwimmen im Fluss der Liebe.
Dein Herz sucht Bindung, dein Verstand Freiheit. Du
bist beides. Beide brauchen sich im Fluss der Liebe.

(m)

Freitag, 21. Januar 2011

MONDSUCHT

Mitternacht. Mondsucht. Sehnsucht.
Vollmondnacht, in der sich Erinnerungen
bloßträumen. Will dich suchen unter dem
Liebesmond und die süßesten Spiele spielen.

Doch ich zittere im kalten Wasser
rastloser Gedanken. Kann nicht schlafen.
Meine einzige Berührung gilt Oma
Whiskey, trotzig halte ich ihr die Hand.

Süße Freiheit! In dieser Nacht schmeckst
du so bitter. Durch die fahlen Fenster der
Kathedrale meiner Sehnsucht dringt vorlaut
das Mondlicht und flackert in den Bildern.

Schattenwürfe an den stolzen Wänden
leuchten wie Polarlichter am Traumhimmel.
Eine ganze Welt bäumt sich auf im Gotteshaus
des Herzens und kniet nieder zum Gebet.

(l)

Donnerstag, 13. Januar 2011

DAS ERSTE MAL

Am Morgen der Liebe sind alle Engel weiß.
Sie strahlen mit der Sonne um die Wette.
Werden die Schatten länger, verdunkeln
sich die Engel. Geht die Sonne unter,
erwachen sie zum Leben: die Dämonen.

Lass uns sie zusammen sperren! Dann
schließen wir die Tür gut ab, und den
Schlüssel in die Faust, rennen hinunter
zum Meer, schwimmen hinaus. Dort,
wo das Wasser tief ist, lassen wir los.

Schon sinkt er in den tiefsten Grund. Die
Dämonen sind mit sich selbst beschäftigt.
Wir schwimmen zurück und lieben uns im
Sand, ganz allein, ohne die Dämonen. Dann
wird es sein das erste Mal, dass wir lieben.

(l)

Samstag, 27. November 2010

MEIN GLÜCK

Heute gehe ich lächelnden Blicks
den Bach entlang. Barfüßig begrüße
ich Gras und Boden mit jedem Schritt.

Bisweilen tauche ich ein in das
glitzernde Wasser: das erfrischt,
das berührt, das macht mich ganz

und wohl und ist doch jedes Mal so
neu. So beflügelt es Füße und Weg.
Das Wasser ist mein Glück mit dir.

(m)

Freitag, 12. November 2010

SPIEGEL

Bilder zittern im Spiegel, Wasser, Wein, Blut,
Nebel steigt auf aus heißer Haut, dein Lächeln
bedeckt den Gipfel, Lust, selig, jungfräulicher
Schnee, Dämmerung, Frieden, sanft bedeckt.
Unsere Blicke treffen sich, in tiefem Erkennen,
Schöpfung, Eden, im Spiegel versinkt alles,
nur wir bleiben, in diesem einen Augenblick.

(s)

Donnerstag, 4. November 2010

MIT DIR INS LICHT

Ich beuge mich. Spiegel stillen Wassers,
Gesicht, Wolken, Äther, du, tauchst auf,
aus Wasser und Himmel, nackt, tropfendes

Haar, Schatten tanzen auf deiner Haut, vom
Kranich beäugt, eine Geste von Berührung,
erstarrt im stummen Staunen, im Angesicht

deiner Schönheit, Venus, Schaumgeborene,
Sonnenberührte, im Lichte meiner Augen,
im Lichte meines Begehrens, Gefährtin auf

der Tauchfahrt des Erkennens, tief unter
dem Wasser, Geheimnisse spüren auf Wegen
ohne Spuren, Hand in Hand, mit dir ins Licht.

(m)


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Bitternis Boot Bäume Derwisch Dolch Dunkle Dünen Ehrfurcht Einklang Elfentanz Facetten Felder Feuerwerk Flug Flüsse Fremde Funken Galaxie Gebet Gefangene Gesang Geschlechter Gewalt Gewissheit Gewitter Gnome Großstadtverkehr Göttin Häfen Höhlen Jagd Jahren Jahrestag Karussell Katzen Kerzen Kettensträflinge Kinderreigen Knospe Kristallen Königin Labyrinth Lebens Leere Leinwand Lider Liebe Gedichte Liebeserklärung Lärm Magie Mal Masken Meilen Melodie Monde Moos Morgenlicht Morgentau Märchenstunde Nacken Narr Neige Oberfläche Paradies Perlenschnur Rahsegel Raunen Rätsel Schattenwelt Schaumgeborene Schein Scheinwerfer Scherben Schlange Schlüssel Schmelzen Schwüre Seligkeit Sinn Spiegelbild Sprachlosigkeit Stakkato Staunen Stein Steinen Sternenkind Stimme Stirn Stolz Tagträume Takt Tal Tarantella Teppich Tiere Titanic Tor Treibsand Täler Töne Verzweiflung Vision Vogel Vulkan Wanderer Wein Weisheit Wetter Winde Wirbelwind Wolf Wunde Wölfe Wüste Zweig Abschieds Adern Ahnung Ahornbaum Allee Alltag Alltags Antworten Apfelbaum Arie Arkadien Atemzügen Ausschau Bahn Bahnhof Bedeutungen Begegnung Begegnungen Begehrens Beinen Beschwörungen Bestimmung Blasen Blau Blütenstaub Buch Charme Chor Crescendo Demut Denkmal Dinge Donnergrollen Drachen Dunst Düften Einhorn Einsamkeit Eitelkeiten Engeln Engels Entrinnen Erosmond Erwachens Eurydike Fall Fallbeil Farbe Fassade Faust Feuchte Fieber Floß Fluch Flüche Flügelschlag Fragen Fruchtbarkeit Frühlingshauch Furcht Galaxien Galeere Galopp Gedanke Gedichte Gefühle Gelassenheit Geliebten Geschlecht Geschmack Gesichtern Gewichte Gier Glühwürmchen Gottesgeschenk Grau Haaren Haus Herzlicht Herzschlägen Hexe Honigmund Honigzeit Insel Irrgarten Kammer Kampf Kellern Kern Kinderlachen Kirschbaum Kirschblüten Kleid Klippen Klugheiten Knospen Koffer Komet Kreuz Krone Kühle Last Laterne Laub Lebendigkeit Legenden Leichtigkeit Leidenschaft Lichtkranz Liebesspiele Liebhaber Liedern Lächelns Länder Löwe Lüfte Lügen Magma Maler Mauer Melodien 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Wildwasser Windsbraut Winkeln Wissen Wissens Wolkendecke Wollust Wände Wölfin Wünsche Zehen Zeiten Zeitlosigkeit Zeugen Ziel Zucken Zufall Zug Zweige Züge kleiner Tod Ästen Abende Abendregen Abends Abgrunds Abgrundtiefe Abschiedsweg Abschiedsweise Achtsamkeit Achtung Actiontrinker Aerodynamik Ahnungen Akmen Aladin Alchimie Alptraum Alten Altäre Altären Anbeginn Angesicht Anhaften Anhaftungen Anrufung Ansichtskarte Anzug Aphroditenhals Aquarell Argwohn Arm Astronaut Aufruhr Augenpaar Ausrede Autobahn Bach Balanceakt Balkon Balladen Ballon Ballsaal Ballsäle Bambus Banalität Band Baumwurzeln Beatrice Bedauern Begierde Bein Beine Belanglosigkeit Belege Bergen Bergsee Bergspitzen Berlin Bernsteinmond Bescherung Besessen Besuch Besucher Bettdecke Betttuch Beute Beutedurft Bewusstsein Beziehungsfragen Birke Bitterstoff Blech Blechkisten Blechlawinen Blei Blendwerk Blicks Blinde Blinden Blitze Blume Blutbahn Blutes Blutzoll Blättermeer Blättern Blütendach Blütenmeer Blütenzauber Bonusreviere 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