Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Samstag, 16. April 2016

SELIGER TROPFEN

In den Tagen, in denen ich
Kind war, in jenen seligen
Sommertagen, den Tagen
der süßesten Abenteuer,

den Tagen des Schmelzens,
Tagen auf der Prachtstraße
einer verzauberten Welt,
sah ich Fäden glitzern, die

alles verbanden, hörte das
Universum musizieren,
spürte den Wind in jeder
Pore meiner Haut. So sah

ich die Liebe der Blüten und
der Wolken, der Bäume
und des Himmels, der Stille
und des Refrains der Vögel.

Heute ist ein seliger Tag.
Angesichts einer Sonne,
die nie untergeht, halte
ich deine Hand, Schöne.

Wir tanzen jäh entfesselt,
dort oben, zwischen den
heiligen Gipfeln, auf der
schmalen Brücke die Liebe.

Jedes Lächeln, jeder Blick,
jede Geste wird süß. Wird
magisch, wird einzig, im
Schauer der Augenblicke.

Nur ein seliger Tropfen,
der vergeht, der vergeht
auf heißer Haut, der
verblüht im Honig auf

unseren Lippen, der
zerschmilzt in Küssen,
Blicken, seliger Tropfen,
der noch nicht Träne ist.


Mittwoch, 13. April 2016

UNSER BAUM

Gestern führten mich meine Schritte in den
alten Wald am See. Gedankenverloren stand
ich plötzlich an jenem Baum, den wir vor so
vielen Jahren zum Zeugen unserer Liebe erkoren.

Wenn wir uns an ihn lehnten, unseren Baum,
konnten wir in die ganze Bucht schauen. Im
Schoße seiner Wurzeln, im weichen Bett aus
Moos, suchte ich Wurzeln in deinem Schoß.

Ich hielt die zartesten Blüten deiner Seele in
meinen Armen, wenn die Sonne unterging.
Es war unser Baum, vor dem ich heute stand,
nach all den Jahren, und ich erschrak ein wenig.

Das Gedicht, das ich damals für dich schrieb
und im Waldboden vergrub, schutzloses Papier,
ist längst zerfallen, eins geworden mit der Erde,
auf die ich heute trete, nach all den Jahren.

So wie die Liebe, so hoch und hell und süß,
verging und verblich. Mit jedem Schritt, mit
Tränen trete ich langsam aus dem Schatten
des Baumes und der Vergangenheit mit dir.

Als ich mich umwende, finde ich ein strahlendes
Lächeln. Im grünen Laub unseres Baumes erkenne
ich deine Augen. Ich kann nicht anders, als dich
mit dem Baum zu umarmen in seligen Tränen.


Samstag, 2. April 2016

DAS STRAHLEN DEINER AUGEN

Im Winter halten wir die Fenster fest geschlossen.
Mondlicht zeichnet zarte Schatten von Eisblumen
auf deine Haut. Das Feuer aus dem Kamin züngelt,
bringt sie vergeblich zum Schmelzen. Ich erschrecke
ein wenig, als ich erkenne, dass deine Anmut das
Feuer und das Eis teilt wie Moses einst das Meer.

Bald kommt der Frühling. Durch die offenen Fenster
blicken wir in den halben Himmel. Manche Wolke,
die vorüber zieht, nickt uns zu. Manche lächelt,
manche lacht aus vollem Halse, manche tanzt,
manche folgt mit den Augen jeder Bewegung des
Liebesspiels, betrachtet uns wie seltene Blüten.

Der Sommer schenkt uns den ganzen Himmel.
Zwischen Küssen, einen Wimpernschlag nur, blicke
ich dorthin, wo das Meer zum Horizont weist, die
Erdscheibe auf das Ende deutet. In diesem dunklen
Augenblick hebst du deine Hand und das Strahlen
deiner Augen reicht bis an das Ende des Universums.


Mittwoch, 30. März 2016

RUFE

Suchen, so finden wir uns.
Im  Zauberlicht der Seele
wachsen Träumen Flügel.

Lautlos ertönt dort ein Rufen.
Stumm bewegt es die Lippen.
Von den eisbedeckten, kalten

Gipfeln der Geschwätzigkeit
steigen wir hinab. Steigen
hinab Hand in Hand und

finden uns, finden uns am
gnadenreichen Ort. Finden uns
dort, wo weiches Moos der

Sprachlosigkeit ein Bett bereitet.
Gedankenleere enthüllt die
heilige Stille des Augenblicks.

Hier treffen wir uns, erschauern
in der Süße der Liebe. Du Schöne,
bedarf es doch keines Wortes,

keines einzigen, bedarf es doch
keines Spiegels, keines einzigen,
in den wir schauen müssen, um

zu erkennen, um uns zu erkennen,
und keines Rufes, keines einzigen,
eitlen Rufes, um uns zu finden.



Montag, 28. März 2016

SÜSSES ERWACHEN

Tränen schmecken salzig, blicken bitter. In den Spiegeln
der Seele weicht die Süße aus den Gesichtern, den Engeln
der Anmut, die wir sind. Die Feuer verlöschen, in den

Augen des jugendlichen Tenors glüht Asche. Jede Geste
wirkt müde, wirkt achtlos, geht durch Mark und Bein.
Der Leierkastenmann singt über Liebe und Verlust.

Die Süße rennt fort, versteckt sich, eins-zwei-drei,
ein Kinderspiel? Außer Atem zupft sie an den Haaren,
kniet hinter dem Baum, bedeckt mit Händen ihr Gesicht.

Erwachen. Die Süße sucht und findet sich im Blut, in jeder
Zelle, in jeder Zelle des Herzens, die Süße, die in die Himmel
deutet, zur Sonne, Gottes Flüstern, zu Sternen und Ewigkeit.


Mittwoch, 16. März 2016

SIEH ALLE STRAHLEN

Schickt sich in die Liebe
an zu wachsen, wachsen
ihre Schatten. Neigt sich
die Sonne, vereinen
sich Schatten und Nacht.

Zwischen Atemzügen
verstummt der Sturm
auf des Wissens Gipfeln.

Dort, wo Sterne glitzern,
jäh und nah, angesichts
der Unendlichkeit, wirkt
ewig jeder Augenblick.

Sterne blinzeln vom
Firmament ihr tröstliches
Lächeln. Ihre Schönheit,
vertraut, lässt Liebe
in die Herzen strömen.

Sieh alle strahlen: aus sich
heraus. So Gott Liebe ist,
ist sie Licht und Schatten,
Gipfel der Welt und Nacht,
Stern und endloses Glitzern.


Montag, 14. März 2016

MEIN WAISENKIND

Komm her, du Schöne,
lege das düstere Kleid
deiner Trauer ab!

Lasse dich langsam in
meine Arme sinken.
Arme, die umarmen,
Arme, die still halten.

Wie der Baum, den
unsere Väter einst
in die Gärten des
Morgen pflanzten,
bevor im Gestern sie
emsig sich verbargen.

In deinen Augen, du
Schöne, spiegelt sich
mein Waisenkind,

ein Herz, das fröhlich
wartet. Nimm es in
die Hand, du, Herz.
Und geh mit mir.

Was bleibt ist: Nichts.
Keine Trutzburg, ein
jäher Augenblick des
Erkennens von Liebe:
Liebe, ich bin ja du!
Liebe, du bist ja ich!


Samstag, 12. März 2016

ZEIT DES SCHMETTERLINGS

Es gibt eine Zeit und es
gibt einen Ort und es
gibt den einen Glanz
des Augenblicks, wenn
die Liebe sich entpuppt
in ihrer ganzen Schönheit.

Es ist die Zeit der Blüte
und es ist die Zeit des
Schmetterlings, und
die ganze Welt glänzt
im der Sonne Gold,
im Morgenwind.

Und es gibt eine Zeit
und einen Ort und es
gibt den einen Glanz
des Augenblicks,
da zittert es in den
Flügeln, und Liebe
kehrt heim ins All.


Mittwoch, 9. März 2016

AN MANCHEM KALTEN WINTERABEND

An manchem kalten Winterabend
führte mein Weg ich in alte Straßen
der Stadt. Hinter hell erleuchteten
Fenstern träumte ich dich.

Wie oft spielten wir Verstecken
und Fangen und manches andere
wilde Spiel. Dich mit deinem Duft
fing ich, wieder und wieder.

Wir liebten uns am Kachelofen,
zwischen Weihnachtsnüssen und
unter dem Morgenstern, sangen
der Liebe manch seliges Lied.

Dein Lachen erklang heller wie
die Weihnachtsglocken und dein
Weinen dunkler wie des Ozeans
Vulkan in seiner tiefsten Tiefe.

Der Augenblick des Abschieds
setzte eine Stille in die Welt, die
ich bewahre wie ein wertvolles
Schmuckstück. An manchem

kalten Winterabend führt meine
Sehnsucht mich in alte Straßen
der Stadt. Bisweilen, in der Stille
zwischen Schritten, erkenne ich dich.



Montag, 7. März 2016

ANRUFUNG EINER SCHLAFENDEN

Dein Leib ist eine Dünenlandschaft
fernab verborgen hinter den Linien
der Strände, unberührt von den
eitlen Schritten der Wichtigen.

Dein Leib liegt einfach da. Die sanften
Wellen des Atems deuten auf  deine
kostbare, ach so köstliche Lebendigkeit.
Das Mondlicht lässt deine Haut erglitzern,

wie das Meer in schreiender Nacht.
Mein Blick ruht lüstern auf all den
Geheimnissen deines Leibes, dort, wo
ein verborgener Weg in die Tiefe führt.

Sonntag, 6. März 2016

DEINE AUGEN DIE ICH SEHE

Es ist 3 Uhr in der Nacht.
Ich erinnere all die Augen,
in die ich blickte, in die
ich blickte, in all den

Jahren meines Lebens,
Augen, voller Hoffnung,
Augen, erfüllt von Liebe,
Augen, vor Sehnsucht,

trunken, vor Schmerz
erstarrt, Augen, im
Leid erfroren, Augen, die
vor Freude überbordeten,

Augen voller Schabernack,
Augen voller Leichtigkeit
und Augen voller Schwere.
Ich erinnere mich all dieser

Augen Blicke. - Dann sehe ich
deine Augen. Alles ist in ihnen,
Liebste, die ganze Geschichte,
die Geschichte aller Augen

Blicke. Es sind deine Augen,
die mein Herz erhellen, in
jedem Augenblick, nicht nur
in dieser Nacht. Es sind

deine Augen, denen mein
Herz sich zeigt, wenn wir
fliegen. Es sind deine Augen,
die ich sehe, wenn ich die

Flamme meines Herzens
erschaue. Es sind deine Augen,
die ich sehe, wenn der kleine
Tod mich zum Leben trägt.

Es sind deine Augen, wenn
ich suche und deine Augen,
wenn ich finde. So sind es
deine Augen, und ich liebe.


Freitag, 4. März 2016

LIEBE LEUCHTET

Heute bin ich weit fort von dir.
Heute bin ich eine Wolke und
fliege zum Meer. Entregne mich.
Werde eins mit dem Ozean.
Entgrenze mich. Bin. Überall.

Bin Tropfen. Vision. Vision von
Grenzenlosigkeit. Vision von
Liebe. Bin. Wasser auf der
Haut. Feuer im Herzen. Erde
unter Füßen, Wind und Sturm.

Morgen erkennen wir uns.
Begegne dir am Meeresstrand.
Laufe dir entgegen, Sehnsucht
und Sand unter meinen Füßen,
Frieden und Feuer im Herzen.

Presse deinen heißen Leib an
meinen, sehe dich Göttliche im
Licht deines Augenblicks. Selig
knien wir nieder im Paradies
der Welt, still im salzigen Wind.

Morgen bin ganz nah bei dir.
Der Wind formt Haare und
Kleid neu in jedem Augenblick,
wie das Meer eine Woge formt,
die sich bricht und doch stets

einzigartig bleibt. Du bist ein
Licht im Lichterreigen. Ich sehe
dich, sehe dich mit jeder Pore
meiner Haut. Liebe leuchtet.
In deinem Leib und meinem.


Mittwoch, 2. März 2016

STELZENGANG

Über den Boden der Sehnsucht
stehe ich stolz auf neuen Stelzen.

Stehe stolz auf jenen Zentimetern
an Höhe, die Sicherheit versprechen.

Beim ersten Schritt erkenne ich,
wie wackelig diese Angelegenheit ist.


Freitag, 19. Februar 2016

IM SCHATTEN

Gestern ritt ich,
geduldig auf meinem
Freund, dem Esel.

Der Esel schritt
über eine Brücke
aus Engelsflügeln,

sie zeigten über den
Fluss aus salzigen Tränen
auf die Sommerwiese.

Dort graste mein Esel.
Graste mit gesenktem
Kopf im Schatten.

Im Schatten des
Ölbaums fand ich
meine Liebe.


Donnerstag, 18. Februar 2016

ENDE DES DRAMAS

Nach all den Jahren sah ich dich
auf jenem Fest. Leicht tanzten
wir nur einen Tanz zusammen,
nach all den Jahren, so leicht.

Nach all den Jahren schaute ich.
Schaute in deine ozeanischen
Augen, mein Herz trommelte,
noch wild nach all den Jahren.

Sah ich dich. Sah dich mit freiem
Blick, erschrak ob deiner Anmut.
Süße strömte in jeder Zelle, suchte
Verbindung. Fand dein Strahlen.

Fand dich, hinter Tränenschleiern,
und im Spiegel meiner Trauer.
In diesem Augenblick von Freiheit
fiel der Vorhang: Ende des Dramas.

Einem Schleier gleich, der zerriss,
der das ganze Bild befreit, sah ich:
dich, nach all den Jahren. Was war
das, was wild in meinen Adern pochte?

Wahrhaftig, beseelt, sehnsüchtig
suchte mein Herz nach Antwort. Nur
meine Gedanken erbauten tausend
wohlfeile Begründungen. Aus allem,

was vergangen ist, errichteten sie
akribisch Mauern um den gelebten
Augenblick. Dich zu vergessen, noch
einmal, zu vergessen, das Pochen.

Das Herz, das trommelt nach all
den Jahren, so laut, so wild, mein
verrücktes, wildes, lautes Herz,
es singt, es ruft, es tobt nach dir.


Freitag, 12. Februar 2016

SPIELE

Nachtwandlerisch balancieren
über atemlose Abgründe,
ein Grund nicht zu erfassen.
Auf Gleisen liegen, während
Züge darüber tosen, so,
als gehe die Welt unter.

Das Herz schlägt bis zum
Halse, es liebt die Spiele wild.

Dich traf ich im Tanz der Wellen.
Wir liebten uns im Sand, in des
Meeres Gischt, im Schatten
der Sonnenschirme,  auf
den Gräbern der Ahnen.

Das Herz schlägt bis zum
Halse, es liebt die Spiele wild.

Heute erwacht der neue Tag.
Der Platz neben mir leer, das
Bett noch warm. Dort, wo du
lagst, nach mancher Nacht der
Liebe. Dein Geruch in der Luft.

Mein Herz schlägt bis zu den
Sternen, es liebt, die Sterne wild. 


Samstag, 6. Februar 2016

IM ANGESICHT DER LIEBE

In der Morgensonne, inmitten
der flatternden Eilfertigen,
sitze ich auf den Stufen der
alten Kirche und bade im Licht.

In meinen Herzen trage ich Freude,
Freude so tief und so hoch, so hell
und so warm, Freude, da ich gerade
in deinem Blick die Liebe sah.

Jedes liebevolle Lächeln weist
auf einen Stern in der Milchstraße
des Lebens, jede Geste enthüllt so
seinen Zauber im Angesicht der Liebe.


Montag, 1. Februar 2016

ANMUT DES AUGENBLICKS

Mein trauriges Lächeln dreht sich Kreise,
einsam auf der Jagd nach egomanischen
Verpackungsträumen meiner Bonusreviere.

Dann ein falsches Lachen auf der Bühne
der aschfahlen Arbeit. Dann ein Schritt,
ein einziger Schritt nur. Ein Schritt ins

Träumen, ein Schritt ins Taumeln, ein
Schritt ins Sommerlicht der Sehnsucht.
Ein Lächeln, das sich selbst umarmt,

wie nur Liebende sich umarmen. Ein
ekstatischer Schmetterling taumelt ganz
und gar im Blütenmeer des endlosen Sommers.

Ich nehme sie, nehme dich, du Schöne, dich,
du Sonne, dich, du Wind. Nehme jede Geste,
jede Bewegung, die unseren Blicken Richtung

gibt. Blicke sagen alles. Herzen flüstern wortlos.
Jeder Blick eine ekstatische Blüte des Sommers,
die sich öffnet dem Licht, der Sonne, dem Wind.

Jede Geste ist ein ekstatischer Schmetterling
eines Sommertages, jede Geste enthüllt alles,
Geheimnis, Flüstern, Anmut des Augenblicks.


Freitag, 22. Januar 2016

TANZE DIE LIEBE

Schau, die Gedanken, sie tanzen, tanzen im Kreis,
immer im Kreis, ohne Fehl, ohne Tadel, im Kreis des
Wichtigen, bin ich gut, bin ich Mann, bin ich besser,
Terapp, Terapp, immer im Kreis. Sieh, sieh die Frau
in deinen Augen, bin ich schön, bin ich schöner,
Galopp, Galopp, lausche, höre das stumme Lied auf
ihren Lippen, tanze, tanze mit ihr, tanze mit mir, tanze.

Liebe, mach Liebe mit mir, Liebe auf dem Weg,
auf dem Weg der Gedankenstille, tanze Liebe,
tanze Liebe im Rhythmus, im Rhythmus des
Nichtigen, im Rhythmus der Wahrheit, der Wahrheit
des Augenblicks, liebe, mach Liebe mit mir, liebe
das Nichts, das nichts hält, das nichts ist, das nichts
sein will, nichts werden will, nur ein Tropfen, der fällt.

Tropfen sind wir, die fallen, tanzen den Tropfen, der fällt,
tanze, du Schöne, du schönster aller Tropfen, tanze
deine Wahrheit, deine Tropfen-Wahrheit, atemlos, tanze
die Liebe mit mir, die Eintagsliebe, die Liebe des Augenblicks,
der ganz und gar ist, der alles ist, der nichts hält, der
nichts zurückhält, ein Tropfen vom Himmel, ein Tropfen
des Himmels, von dem wir fallen und in den wir zurück finden.


Donnerstag, 14. Januar 2016

DIAMANTEN NACHT

Fern, die glühenden Mauern der großen Stadt,
nah, deine nasse Haut im Gewitter, du Schöne,
aus deinen Haaren tropfen Tränen der Liebe,
unter dem heiligen Himmel erstrahlst du, du
hellster aller Sterne dieser Diamanten Nacht.

Unsere Flügel brennen, einem Ikarus gleich,
fliegen wir in Schleifen, die nie enden wollen.
Doch sanft, nach dem Gewitter, landen wir
in klarer Nacht. In jedem Atemzug, in jedem
Kuss, in jedem Blick erklingt ein Liebeslied.

Schöne, in dieser Nacht erkenne ich dich.
Erkenne dein Strahlen mit den Augen des
reinen Herzens. Einem Kinde gleich, das
die Schönheit der Welt erstmals erblickt
und das Wunder der Schöpfung atmet.


Samstag, 9. Januar 2016

DA WAR DIE GANZE WELT VERZAUBERT

Es gab eine Zeit, da war die ganze Welt verzaubert,
der Wald ein Märchenbuch voller Geheimnisse.
Alles flüsterte mir, nicht nur Tiere weihten mich,

auch all die Dinge, die Steine, die Muscheln, die
Blüten der Pflanzen. Die mächtigen Stämme der
Bäume umarmte ich, im Reigen mit Wald und Himmel.

In Jedem Sonnenaufgang sah ich Elfen tanzen.
Unter den Edelsteinen des Regenbogens aus
Gottes Lächeln schlug ich Purzelbäume im Gras.

Reinen Herzens vermochte ich das Wunder zu
erkennen, das in jedem Atemzug sich mir enthüllte
 -- als sei die Ewigkeit mein Spielgefährte.

In der Schule lernte ich über das Leben, dass alles
eine Gleichung ist, für den es nur die eine richtige
Lösung geben darf. Wie gut, dass alle sie kennen!

Über das reine Herz in meiner Brust, die Freude
in jedem Blick auf die Welt, legten sich Schleier
der Angst: Triumph der Versicherungsvertreter.

So traten dunklere Gestalten in die Helle der
Träume, die Macht der Lüge und die Lüge der Macht
verdunkelten den Palast des kindlichen Herzens.

Die Helle verdunkelte und der Zauber verblasste
angesichts der Angst und manch eitler Erklärungen.
So wurde das Helle dunkel und das Dunkle hell.

Ich wurde erwachsen und die Lektionen des
Lebens lehrten mich manches über die Macht
der Zahlen, der Buchstaben, der Maschinen.

Sie lehrten mich auch über die Ohnmacht des
Herzens. Sie lehrten mich über die schweigende
Angst und das Schweigen derer, die ihr dienen.

Heute, du Schöne, erkenne ich dich, erkenne dich
mit hellem Herzen. Die ganze Welt wirkt wieder
verzaubert. Die Welt bist du, in deinem liebenden

Herzen. Dein Leib enthüllt einen Märchenwald
voller Geheimnisse. Alles flüstert mir, die Sterne
deiner Augen, die Monde deiner Brüste, die

schlanken Finger, die berühren, die Blüte, die
Muschel, der Stamm deines Leibes. Den Ich umarme
reinem Herzens, du, Regenbogen des Lächelns Gottes.


Donnerstag, 7. Januar 2016

HALLO, WIE GEHT'S?

Traf dich gestern im Regen.
Hallo, wie geht’s?  Rinnsale
auf unserem Wangen, aus

Regen und Tränen. Stumm
stehen wir da, bis der Regen
längst verebbt. Du, die

unvollendete Symphonie
glühender Liebe, verhüllt
in grenzenlose Träume eines

Gestern, das nicht wiederkehrt.
Stehst heute vor mir, nach all
den Jahren, unverhüllt in deinen

Tränen, sprachlos und stumm,
vor stiller Liebe, die aus unseren
Blicken spricht. Wohl wissend,

dass es keinen Weg für uns gibt,
keinen Weg zurück. Keinen Weg.
Irgendwann rollte der Zug ein.

Fast zerriss es wieder mein Herz,
doch mein Blick zurück fand deine
Augen und erleichterte den Schritt.


Samstag, 2. Januar 2016

UMARMUNG

In dieser einen Umarmung
enthüllt sich die ganze Wahrheit:

die Wahrheit über den Raum
zwischen Herzen, die Wahrheit

über das Lied, das sie singen,
die Wahrheit über jenen Weg,

der vor ihnen liegt, wenn der
Lärm der Gedanken verstummt.


Freitag, 1. Januar 2016

AHNEN

Die weißen Laken
liegen blank, blind,
so lachhaft blind,
so sind wir, Blinde,
sehen nicht, riechen
nicht das Leichentuch,
das unsichtbare, das
stinkende, unter
jedem Atemritt.

Sind wir doch nichts,
sind Flüchtende,
verfluchte Flüchtlinge,
auf der Flucht
vor dem Tod,
der allein uns
Gewissheit und
Heimat sein wird.

Darum schenke mir
dein Lachen, als
wäre es das letzte,
schenke mir deinen
Blick, als wäre er
dein letzter, schenke
mir die Blüte, bevor
sie verwelkt ist.

So lass uns Gott
und Göttin sein,
für einen Augenblick.
Auf den Gräbern
unserer Ahnen
tanzen wir, bevor
auch wir Ahnen
geworden sind.


Samstag, 19. Dezember 2015

DEIN DUFT RUFT LEISE

Da liegt ein Duft in der Luft, dem folge
ich mit geschlossenem Augenblick.
Träume den Duft der mystischen Rose,

den Duft der lauten Tränen, den Duft
der erhellendem Träume. Dein Duft
lockt, und er ruft leise aus der Stille.

Es ist dein Duft, er schreitet erhobenen
Hauptes die Wand entlang. Sinkt nieder
auf den Boden, neben den Rinnsal aus

Champagner und Tränen. Vor dem Fenster
singt ein wundervoller neuer Tages sein
Lied vom Wunder der Liebe, die wir sind.


Sonntag, 13. Dezember 2015

TANZEN MIT DIR

Einmal noch tanzen mit dir,
ohne das Gestern. Tanzen
mit dir ohne das Morgen.
Tanzen mit leichten Lippen,
die küssen und singen,

Singen mit dir, tanzen,
tanzen mit dir, im Reigen,
im Regen, unter der Sonne!
Dreh dich, dreh dich mit mir,
dreh dich mit mir in endlosen

Kreis, im Kreis unter der Sonne,
im Kreis unter den Wolken,
im Regen, meine Liebe, unter
der Sonne, meine Liebe,
einmal noch, einmal noch,

meine Liebe, tanzen unter
der Orangensonne des Abends,
tanzen in der blaugrünen Lagune
des Morgens, tanzen zu der Musik,
die in unserem Herzen erklingt.



Freitag, 11. Dezember 2015

MANN UND FRAU

Eines Tages erkennen wir,
erkennen wir uns, unvollendet,
in der unvollendeten Symphonie der Lust,
erkennen wir uns, hitzig,
unter der hitzigen Decke der Liebesschwüre,
erkennen wir uns, entzaubert,
in den salzigen Tränen entzauberter Eitelkeit.

Eines Tages erkennen wir,
erkennen wir uns, behutsam,
in der behutsamen Umarmung vor geborstenen Spiegeln,
erkennen wir uns, unverhohlen,
im sorglosen Blick eines unverhohlenen Begehrens,
erkennen wir uns, wohlig,
wie die Wellen im Sand der Zellen sich wohlig verströmen.

Eines Tages erkenne ich ihn wieder,
erkenne ihn in dir, so wie du ihn in mir erkennst:

Jenen seligen Augen Blick friedvoller Liebe,
grenzenlos, still, heilig, jener liebende Blick,
aus dem die Jahrmillionen aufscheinen,
in dem Mann und Frau sich erkennen.

Sich erkennen mit den Wellen, mit Bergen,
Wäldern, mit Sonne und Mond, wie jede Zelle,
wie jedes Universum in Stille ihn atmet:
den Atem der Liebe, die heimlich wir sind.


Montag, 7. Dezember 2015

WINTERVISION

Meine Hand berührt deine Haut.
Ein Schmetterling. Sucht in stillem
Zittern das Dunkle, das Dunkle
unter der Sonne, den heilenden
Schattenwurf, flieht vor dem Licht.

Deine Hand findet mich unter der
Haut, ich, Schmetterling, fliehe, bin
Treibgut, Treibgut am Ufer der
Jahreszeit, im ersten Schnee verirrt
auf dem Berg ungeküsster Küsse.

In der Neige des Weinglases graben
wir nach den heißen Strömen des
letzten Sommers. Wo sag mir, wo,
lächelt sie, die Sonne, unter der wir
uns unter Lachen liebten im Sand?

Der Baum vor dem Fenster reckt
seine verkohlten Finger in den Himmel.
Jetzt schweigen wir, meine Liebe,
stille Gefangene in den heimlichen
Räumen dieser Stadt, der Weite fern.

Wo sind sie, die weiche Wellen, die
Wärme, das Gras und die Wälder?
Über die glitschige Brücke der Lust
tanzen wir, tauchen ein unter unsere
Haut in die heiße Glut der Sehnsucht.


Freitag, 13. November 2015

HEILIGER AUGENBLICK

Wenn ich in deine Augen blicke,
durch den Schleier, ohne das

Gestern oder den Schleier des
Gestern, vor meinen Augen.

Wenn ich in deine Augen
blicke, ohne die Bitternis

des Vergangenen, oder die
Süße des Kommenden,

Wenn ich in deine Augen
blicke, jenseits der Worte,

jenseits der Gesten, jenseits
der Inszenierungen der Eitelkeit,

Wenn ich in deine Augen
blicke, Gedanken leer in

diesem einen, diesem heiligen
Augenblick, dann sehe ich dich,

sehe dich mit jenem Blick
der Liebe, die wir sind.

Freitag, 23. Oktober 2015

LIEBESERKLÄRUNG

Das, was ich sage,
hat nichts mit mir
zu tun. Ich bin nicht
meine Worte.

Das, was ich denke,
hat nichts mit mir
zu tun. Ich bin nicht
meine Gedanken.

Das, was ich liebe,
hat nichts mit mir
zu tun. Ich bin nur
seine Liebe.


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