Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Sonntag, 6. Juli 2014

IM SILBERNEN SUMMEN

Heute früh, im silbernen Summen
des beginnenden Tages, erwachte
ich. Du neben mir. Den Kopf in die
Hand gelehnt, sah ich dich lange an.

Du, fern in deinem Traum, wohin
immer er dich trug, warst mir so nah.
Jeder Atemzug, jedes zarte Zucken
pochte da in meinen Augenblick.
 
Morgensonne und Süße in meinem
Herzen erhellten Raum und Himmel.
Ein silbernes Summen lächelte in jeder
meiner Zellen. So schlief ich wieder ein.



Sonntag, 29. Juni 2014

IRRGARTEN

Fröhlich, das Kinderlachen, kam
die Zeit der bunten Kirmes.
Inmitten der geheimnisvolle
Irrgarten, Welt aus Licht,
Welt aus Glas, Welt  der Spiegel,

Welt der Irrwege, der Sackgassen
und des einen Wegs zur Freiheit.
Fröhlich, das Kinderlachen, verhieß
die Glitzerwelt der Täuschungen
doch wunderbare Zukunft.

Erwachsen geriet der Irrgarten
zum Leben. Die Welt aus Licht
flimmerte von Bildschirmen,
unerreichbar. Glas zerbrach,
heile Welten, Hoffnungen, Herzen.

Des Lebens Wind wehte diese
schwarzen Tücher von den Spiegeln.
Die blieben, akkurat ziselierte,
metallisch-kalte Spiegel auf der
Suche nach dem perfekten Bild.

Im Augenblick des Erkennens,
im tiefsten aller Blicke, wo der
Weg zur Freiheit beginnt, zer-
stäuben Spiegel und Bilder. Da:
Liebe, Wahrheit, in allem, was ist.


Samstag, 21. Juni 2014

ABSCHIEDSWEG

Dies ist nun mein letzter Weg:
Es ist der Weg des Abschieds.

Wenn auch viele Wege noch
vor dir liegen, auch für dich
wird einer dein letzter sein:
dann gedenke meiner.

Jetzt gehe ich  in der Gewissheit
dich eines Tages wieder zu treffen,
an jenem Ort, an den alle Wege
enden und beginnen. Dort
will ich wieder mit dir lachen.


Montag, 16. Juni 2014

SALZ AUF UNSEREN LIPPEN

Die Vögel des Zufalls flatterten auf,
sie setzten sich nieder am Ufer,
als unsere Blicke tief sich trafen.

Dort auf meinem Floß glitt ich
vorbei auf dem glitzernden Fluss,
auf dem Weg zu deinem Herzen.

Ich reichte Dir meine Hand, süß
schmeckte der Sommer, süß wie deine
Küsse. Bald erreichten wir das Meer.

Das Meer entbarg seine Mysterien.
Wir und unsere Tränen verschmolzen
im Wind das Salz auf unseren Lippen.

Sonntag, 15. Juni 2014

MYRIADEN LIEDER

Viele Geschichten, versunken tief im
Nebel, verschluckt von Wolkenbergen,
kalt, nasskalt, erstarrte Geschichten,
Geschichten wie Steine, zu Grunde
gegangen in des Lebens Ozean.

Im Nachhall der Geschichten hockte ich,
in Wut, Schmerz und Trauer oder tanzte
leicht den nächsten Tanz. Mein Herz sang
stumme Lieder. Da fand ich dich, Diotima,
fand Lieder meines Herzens, so wild, so süß.

Heute mag ich keine Geschichten mehr.
Wenn ich dich umarme, so wild, so süß,
höre ich Opern, Chöre, ganze Symphonien:
In einem hellen Augenblick, Myriaden
Lieder, in dem zwei Herzen sich erkennen.


Samstag, 7. Juni 2014

MEIN LIED

Wer bin ich?

Bin ich die Geschichte meiner Heldentaten,
die ich laut erzähle nach dem 3. Glas Wein?
Bin ich der exzellente Fahrer des einzigartigen
freudespendenden Autos? Bin ich ein Auto?
Bin ich das Haus, das ich bewohne, der Sessel,
auf dem ich sitze, der Witz, den ich erzähle?

Wer bin ich?

Bin ich mein eigenes Gestern oder das Morgen einer
Fußballmannschaft? Bin ich die Zahl, die geschrieben
steht auf dem Kontoauszug, im Kraftfahrzeugschein,
oder bin ich all die Zahlen in meinem Kopf? Bin ich
das Bild, das ich sorgenfältig  übermale, wenn die
Farbe bröckelt? Bin ich die Farbe oder meine Panik?

Wer bin ich?

Ich bin die Stille, die alles sagt, hinter den Worten,
die nichts sagen. Ich bin der Blick, der alles erkennt,
wenn der Schleier fällt, gewebt aus Geschichten.
Ich bin du und du bist ich und wir sind die Lieder
des Himmels, die Lieder der Blumen, die Symphonien
im Herzen des Universums, im Universum der Herzen.

Wer bin ich?

Bisweilen bin das Strahlen in deinen Augen, und das
in meinen, begegnen wir uns. Dann bin ich das Feuer
in meiner Seele, die sich selbst entflammt. Dann bin ich
die Seligkeit süßer Liebe, die alles taucht in leuchtendes
Licht. Dann bin ich der zweite Strahl der Sonne,  die einen
Augenblick erhellt, den einen Augenblick der Liebe.

Sonntag, 1. Juni 2014

WO WIR LIEBE SIND

Komm,
komm mit mir.
Komm mit mir
auf die Reise.

Schritt für Schritt,
Tritt für Tritt.

Vorbei an den Kultstätten
des Urteilens.

Über die eisigen Gebirge
des Widerstrebens.

Durch die wilden Wälder
der Anhaftungen.

Komm,
komm mit mir.
Komm mit mir
auf die Reise.

Auf die Reise
in die Heimat.
In die Heimat
der Herzen.

In die Heimat,
wo wir ganz,
wo wir Liebe sind.


Freitag, 30. Mai 2014

ZOE

Wenn ich dich ansehe, so ist
mir bisweilen, als ob ich mich
im Spiegel betrachte. Der ist
nicht kantig scharf geschliffen,
sondern weich, zart und sanft.

Wenn ich zu dir spreche,
oder du zu mir, dann ist es
bisweilen wie ein Gedanke,
den ich längst verstehe,
bevor ich ihn gedacht habe.

Wenn ich in deine Augen
sehe und dein Herz erblicke,
so ist da so viel Schönheit,
die mich bisweilen ganz
sprachlos verstummen lässt.


Donnerstag, 29. Mai 2014

DER TAGTRÄUME GLUT

Ein Glitzern liegt in der Luft,
ein Strahlen und ein Raunen.
Meine Füße treten der Tagträume

Glut aus. Die Parade der erigierten
Helden zieht gesenkten Hauptes
vorbei an lautem Kinderlachen.

Was immer du schenkst, Liebe,
es macht den strahlenden Himmel
noch ein kleines Stück strahlender.


Montag, 26. Mai 2014

ENDLICH

Ein Schritt nur
führt durch das
Tor der Tränen

zu den Tönen
der Wahrheit.
Dort unten,

unter der Erde,
die der Himmel
uns schenkte.

Einmal ganz Ohr,
das lauscht den
ganzen Himmel.

Unter Sternen singe
ich meine Liebe
in heiliger Stille.

So soll Liebe sein: die
Saiten der Wahrheit
zum Klingen bringen.

Dass wir werden, was
was wir sind: Licht
in der Liebe Glanz.

Endlich.
Und:
Endlich ganz.


Samstag, 24. Mai 2014

WOLKEN

Bruder Wind, in laue Luft
trägst du Wüste, die Erde
bedeckt unter so viel Puder.

Schwester Regen, ergieße dich,
und die Welt duftet Sehnsuchtssüße.
Mutter Erde weist den Weg.

Den Weg die Liebe zu entdecken,
unter all dem Staub. Sind wir bereit,
die Last des Gestern abzustreifen?

Werden Wolken beim Abschied
winken, mit all den Tränen,  die
sie bergen, und ihres Weges gehen?

Gab es jemals derer zwei am endlosen
Himmel, die sich vollkommen glichen?
Gab es sie ein einziges Mal nur?

So sind wir: Wolken, einzigartig
unter einzigartigen Himmeln.
Der Wind weist der Liebe den Weg.


Donnerstag, 22. Mai 2014

EIN GEDICHT FÜR DICH

Ein Gedicht für dich, Geliebte,
zu schreiben, heißt das Universum
zu preisen für seine hellsten Sonnen.
Die sehe ich in deinen Sternenaugen.

Sind sie es doch, die mein Herz
liebkosen mit ihrem Seelenblick.
In den Tränen auf deiner Wange
strahlen Tausend Monde vor Glück.

So wunderschön bist du in
deinem Glitzern, in deinem
sanften Strahlen, als wäre das
Universum ein einziger Engel.

Wenn ich deine Hand so zart in
meiner spüre, dann ist mir, als
berührte ich die pochenden
Herzen und Seelen aller Sterne.


Dienstag, 20. Mai 2014

ZAUBERVOGEL

Die Silhouetten
dunkler Gedanken
entgleisen im Licht.

Es erwacht in deinen
Augen aus tiefster Tiefe
berührt es meine.

Nun folge ihm und
sehe dies Glitzern
in schwarzer Dunkelheit.

Die Nacht strahlt voller
Zauber. Leises Rauschen
erklingt in allen Schatten.

Der Zaubervogel hebt
Schwingen fliegt dem
Leben entgegen.

Die Trommel des
Herzens flüstert im
Takt deinen Namen.


Sonntag, 18. Mai 2014

IMMER DA


Wonach ich suche,
war doch immer da.

Wonach ich suche,
wartet geduldig.

Wonach ich suche,
wartet lächelnd.

Wartet mit
liebendem Blick.

Wartet vielleicht ein
ganzes Leben lang:

Solange, wie
ein Herz schlägt.


Mittwoch, 14. Mai 2014

IN DER SCHWARZEN ERDE UNTER DER STADT

Der Träume Strom verdunstet
angesichts scheuer Dämmerung.
Lass den lauten Tag doch läuten!

Schenke mir Stille. Lausche dem
Rauschen. Dem Rauschen von Blut
und Blütenstaub. Öffne das Fenster.

Die taufeuchte Kühle des Morgens
erweckt die Haut. Treibt deine Sehn-
Anemonen in meine heißen Hände.

In der schwarzen Erde unter der
Stadt verstummt der Herzschlag
des neuen Tages. Wir kehren zurück

in Gottes Garten: im Chor der
dunklen Lust danken wir der
Helle des gelebten Augenblicks.


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