Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Mittwoch, 20. Mai 2015

AM FEUER DER LIEBE II

Leise, ein Klang unter dem
Himmel. Harfentöne, als
spielte ein Engel auf meiner

Seele, erwachte ich neben dir,
einen ganzen Sommer lang.
Einen ganzen Sommer lang

erkannte ich dich: In animalischer
Andacht, zwischen Rinnsalen,
Strömen, hinter den Kristallen

des Spiegelns. Jede Bewegung
enthüllte eine magische Geste.
Einen ganzen Sommer lang

trieb ich mit süßen Küssen, dem
scharfen Schwert der wunden
Worte, trieb in Gluten, verschworen,

verzückt. Liebte dich den Sommer
lang. Fassungslos rührend an
Gipfeln, Tälern, Abgründen, Tiefen.
 
Als der Herbst einzog, rang ich,
ganz außer Atem, nach Begriffen.
In bedächtiger Sanftheit, in

Wildwassern, Schluchten, im
Licht der Augenblicke, fand
ich farbige Facetten im Herbst.

Fand Raubkatze und Reh,
fand Anima, Diotima, Eva.
Als der Herbst einzog, erkannte

ich dich im Einklang zweier Herzen.
Jetzt wird es Winter. Fröhlich
gehe ich in die Wälder und hole

Holz für jeden neuen Tag. Wohlig
und warm tanzen wir um das Feuer
dieser Liebe, so hüten wir es achtsam.


Donnerstag, 14. Mai 2015

WESTWÄRTS II

Der Ozean gähnt. Gähnt endlos.
Gähnt zwischen dir und mir.
Können wir, ratlos Liebende,
uns heute ferner sein als fern?

Meine Sehnsucht wächst,
sie schläft nicht, sie erwacht.
Erwacht in atemloser Wildnis,
in atemlosen Blechlawinen.

In atemlosen Supermärkten,
in stillem Erzittern, in stillem
Fieber. Im jenem seltsam süßen
Geschmack auf meinen Lippen.

Erst flog ich über den Ozean,
betrat den neuen Kontinent,
atmete Land, Landschaften.
Endlose Meilen, sie breiteten

sich zwischen uns. Westwärts.
Westwärts rollen Räder, weiter,
immer weiter, westwärts, weiter,
Töne, Gerüche, Farben, Bilder,

Musik, aus dem Radio, fremde
Stimmen, Landschaften, die
verschmelzen. Sie verstreuen
Liebeslyrik, Verse, die nicht lügen.

Meine Augen ertrinken in Tränen,
klammern sich an den Mittelstreifen
des Highway. Highway-Freiheit,
da ist sie endlich! Atme sie ein

mit ganzer Kraft, und sehne mich
doch nach dem süßem Gefängnis
deiner Augen. Jahrhunderte vergingen,
seit ich dich umarmte. Will bei dir sein.

Das größte Flugzeug bauen, das
längste Schiff, das schnellste Auto,
zu dir zu kommen, ganz schnell,
westwärts, einmal um die ganze Welt.

Salzig die Tränen, wie Honig
rinnen sie von meinen Wangen.
Rinnen aus meinen Augen, die
sonst nur die Sterne sehen, den

Kuppeldom des Alls. Dort oben
verdunsten sie, endlich in der
Unendlichkeit. Ein Wolf heult
von Ferne in die Stille. Heult

den Mond an. Aus der Tiefe
seiner Sehnsucht. Ich stimme ein,
Bruder Wolf, wir sind eine Seele
und die Sterne unser Liebeslied.




Dienstag, 12. Mai 2015

IM MOND ZWISCHEN ZWEIGEN

Mein Herz spielt selbstversunken
vor sich hin, einem Kinde gleich.
Es äugt mit offenem Mund, ruft:
"da, da, da!", deutet auf das Fremde,
das Dort, das glänzt zwischen den
Zweigen des alten, archaischen Baums.

Mein Herz malt auf der Leinwand des
Lebens. Malt mit strahlenden Farben,
mit Fingern und Zehen, malt mit jeder
Pore, mit heißer Haut, tanzt wild sein
Bild, weint still, atmet weit unter
den Sternen einer Frühlingsnacht.

Mein Herz tanzt Tarantella golden in
der Abendsonne, unter purpurnem Himmel.
Wenn das Glutrot verblasst, wenn die
Seelenlichter bläulich am Feuer wispern,
mondbeschattet vom alten Baum,
tanzen wir die jungen Spiele der Liebe.

Kann die Seele, starrt sie ins Feuer, Licht
erkennen? Wenn das Feuer verblasst,
finden die Augen den Himmel, erwachen
Kind, Baum, Mond, Glanz, erwacht die
Leinwand des Lebens. Im Mond zwischen
den Zweigen schlägt selig mein Herz.


Samstag, 18. April 2015

IN DER HEIMAT STERNENMEER

Gedanken verloren taumle ich
reiße den schweren Vorhang
der Worte herunter, falle, falle.

Hinter dieser Bühne erstrahlt
neu ein ganzer Kontinent,
erhellt von tausend Sonnen.

Umarmt von deiner Liebe
in der Heimat Sternenmeer
erschauert mir die Ewigkeit.


Mittwoch, 15. April 2015

SPIEL MICH

Ein Musikinstrument bin ich
und Gott ist mein Musiker ...

Bring all meine Saiten zum Schwingen!
Lass die Symphonie in der Stille erklingen!

Gott ist in dir,
Gott ist in mir.

Spiel mich, spiel mit mir.
Sing mich, sing mit mir.
Tanz mich, tanz mit mir.


Donnerstag, 2. April 2015

SÜSSES BEBEN

Auf den Mauern intendierten Glücks einer Nacht hängen
nassblass Flaggen im Nebelgrau des neuen Morgens.
Die Nachtdämonen grinsen hochmütig, ihre zuckenden
Mundwinkel deuten an, dass sie schon bald der weißen
Schönheit des erwachenden Tages weichen werden.

Der Schlussgesang der Nachtigall, ein letztes Glitzern der
Sterne, das andächtige Anschwellen des neuen Tages,
all das verschmilzt mit jenem Augenblick, in dem unsere
Seelen sich erkennen, all die Gestalten, Schemen, das
Dunkel und das Licht und das Ewige in gestaltloser Gestalt. 

Ich küsse noch deine süßen bebenden Lippen, einem
Nachtfalter gleich, der sich hebt und senkt, auf seiner
Blüte im Tanz des Windes. So sind wir, Liebende, flattern
im Wind des Augenblicks, verpuppen uns auf den Mauer
der Vergeblichkeit, wenn das süße Beben verstummt.


Donnerstag, 26. März 2015

BRÜCKEN

Ich begegne dir, begegne dir
in der Brandung, in der Brandung
der tosenden Stadt, begegne dir
in jenem Augenblick, in dem
Schweigen Brücken baut,
Brücken zwischen Herzen,
begegne dir, augenblicklich
in einem Augenblick der Stille,
dem herzerhellenden Augenblick,
dem seligen Augenblick, dem
Augenblick stillen Seelentanzes.

Ich umarme dich, umarme dich,
in der Brandung, in der Brandung
der tosenden Stadt, umarme dich
in jenem Augenblick, in dem
Umarmung Brücken baut,
Brücken zwischen Herzen,
umarme dich, augenblicklich,
in einem Augenblick des Friedens,
in dem herzerhellenden Augenblick,
dem seligen Augenblick, in dem
ich mit dir die ganze Welt umarme.

Ich liebe dich, liebe dich,
in der Brandung, in der Brandung
der tosenden Stadt, liebe dich
in jenem Augenblick, in dem
der Liebe Licht Brücken baut,
Brücken zwischen Herzen,
ich liebe dich, augenblicklich,
in dem sternglänzenden Augenblick,
dem seligen Augenblick, in dem
Seelen flüstern, flüstern in der Sprache
der Liebe, so neu und alt wie das Universum.


Sonntag, 15. März 2015

IM ZAUBER DIESES AUGENBLICKS

Seit du diesen Ort verlassen hast,
erscheint er in meinem Augenblick
nicht mehr ganz so hell wie zuvor.
Das Strahlen deiner Augen war das
Hellste mir in diesen Tagen.

Seit du diesen Ort verlassen hast,
vermisse ich dein Lachen beim
Elfentanz der winkenden Seelen.
Das Lächeln deiner Seele war
das Liebste mir in diesen Tagen.

Seit du diesen Ort verlassen hast,
finde ich dein Lachen und dein
Licht an all den Orten wieder.
Im Zauber dieses Augenblicks
zerfließt mein Herz in der Welt.


Donnerstag, 12. März 2015

LICHTSPIRALEN ZWISCHEN HERZEN

Es ist Herbst. Im grauen Garten, versunken in Polyrattan
und Junkjournal, sitze ich den Tag aus. Dann ein Gesicht,

wie vom Himmel, wie die Sonne. Dein Strahlen lockt.
Behände schäle ich mich aus des Wachschlafs Grauen.

Du, fröhlich, pastellhell, charmant, bei deinem Anblick
glänzen goldene Fäden im Crescendo  meines Herzens.

Hat flugs dich erkannt, applaudiert dem Leben im Takt.
Bevor ich ein erstes Mal in deine Augen blicke, erkenne

ich sie, die Wahrheit: längst verschlungen sind sie, die
Fäden, mystische Lichtspiralen zwischen Herzen. 

 

Mittwoch, 11. März 2015

ECHO DEINES HERZENS

Meine Liebe, still und unbedeutend,
ein Lächeln im Gesicht der Wolke,
welche die Sonne bedeckt und dein
Strahlen in den Schatten stellt für
diesen einzigen Augenblick.

Meine Liebe, wach und neugierig,
ein Raunen im Crescendo der Laute,
welche die Erde bezeugt, die du
mit deinen Füßen begrüßt mit
jedem  Schritt auf deinem Weg.

Meine Liebe, kraftvoll, zärtlich,
in jedem Schlag meines wilden
Herzens, ersehnt sie ihr Echo,
dies eine, dies immer wieder:
das Echo deines Herzens.


Mittwoch, 4. März 2015

BÄUME KLETTERN

Im Sommer klettere
ich mit dir die Bäume
hoch, im wilden Wald,
der Sonne entgegen.
So tanzen wir

jenseits der Fallangst
einen Sommer lang.
Die Sterne in unseren
Augen weisen den Weg
in ferne Galaxien.

Im Herbst sitzen wir da,
Du zur Rechten, ich zur
Linken, sitzen wir, sitzen
da im alten Baum,
hocken haltlos

auf filigranen Ästen,
Du zur Rechten,
ich zur Linken,
starren, starren in
den Himmel, starren

auf den Boden.
In stillem Schrei
vermeiden sich
die Blicke, Galaxien
gähnen zwischen uns.


Freitag, 30. Januar 2015

WILDE SPIELE

Da waren du und ich
und da war diese Nacht.

Da waren du und ich,
auf der Flucht, in des
Schicksals Fundbüro,
trafen wir uns - mitten
ins Herz. Fanden Frieden
mit dem kalten Gestern.

Da waren du und ich,
erkannten uns in dieser Nacht,
in dieser mystischen Nacht.
Liebestrunken, Priesterin
und Priester, knieten wir
hitzig vor des Eros Altar.

Zieh mich tief,
Zieh mich tief,
in archaische Welten,
wo Wölfin und Wolf
wilde Spiele spielen.

Dring ich tief,
dring ich tief,
in mystische Räume,
wo im Duft deines Honigs,
du scheues, wildes Tier,
ich ertrinken will
in dieser Nacht.

In dieser Nacht,
in dieser Nacht,
in dieser Nacht.


Dienstag, 27. Januar 2015

DER HEISSE BREI

Erhellt von deinem Strahlen
kreisen meine Gedanken,
kreisen um das Licht, kreisen
um die Umarmung mit dir.
kreisen um den heißen Brei.

Erhellt von deinem Strahlen
wägt kühl mein Verstand
Resultate der Erfahrungen,
wägt kahle Klugheiten, wägt
Gewichte der Realitäten.

Erhellt, berührt, beseelt
halte ich aufrecht Ausschau
nach ehernen Erklärungen,
die mich schadlos halten
nach diesem Beben.

Haben wir beide doch
geankert in fernen
Häfen. Lockt das weite
Meer? Locken Abenteuer,
neue Kontinente?

Gestern hielt ich die Augen
geschlossen, heute blicke
ich hinter die Diamanten
deiner Augen. Inmitten der
Tränen hüllen sie mich und
die Welt in ihr Zauberlicht.


Freitag, 23. Januar 2015

KUSCHELTIER

Ich schreibe dir ein Kuscheltier,
Seit langem bin ich fort von dir
In einem fernen Land im Krieg,
Weils den Oberen so beliebt.

LIEBESLIED I

Die Seele erkennt dich wieder,
du erglühst in jedem Blut,
du singst den Schatten Lieder,
schenkst manchem Herzen Mut.

Im Rhythmus meiner Schritte
höre ich alle ungehörten Töne.
Auf meinem Weg tanze ich,
Tarantella mit den Geistern der
Tage, mit den Engeln der Lüge,
mit den ekstatischen Elstern
auf dem Weg zu ihrem Nestern.

Die Seele erkennt dich wieder,
du erglühst in jedem Blut,
du singst den Schatten Lieder,
schenkst manchem Herzen Mut.

Im Feuer der Vorstädte fege
ich Asche zum stillen Berg,
mich deinen Sternen nahe
zu fühlen. Reite auf des Ozeans
wildesten Wellen, die mystische
Rose zwischen meinen Lippen,
fliege ich heim auf deinen Schwingen.

Die Seele erkennt dich wieder,
du erglühst in jedem Blut,
du singst den Schatten Lieder,
schenkst manchem Herzen Mut.



Mittwoch, 17. Dezember 2014

SPUREN IM SAND

Manch glückliche Tage spülte das Meer an,
ich sah den Wellen zu, die kamen, die gingen,
die alles bedeckten, die alles enthüllten.

Schillerklingen, silberne Glöckchen, Gischt,
Fußspuren im Sand, rasch verschwunden, du,
die du dem Meer entsteigst in nackter Anmut.

Wie die Wellen jede Spur von dir kaschieren,
gierig und stetig, zeichnen Schritte Spuren,
für immer, näher und näher, wenn du kommst.

Bleiben sie auch unerreichbar für die hungrigen
Wellen, ihr Triumph ist doch auf Sand gebaut.
Wissen wir beide um den Wind, der irgendwann

auch die letzte Spur deines Weges verweht. Dann
endlich bist du, ganz spurlos, angekommen, nackt
und bereit für diesen seligen Augenblick, Geliebte,

in dem alles Liebe ist, das Meer, der Wind, die
Wellen, und all die Himmel, Liebe, die jedes Korn
von Salz und Sand betörend unserer Haut enthüllt.


Sonntag, 19. Oktober 2014

GOTTESGESCHENK

Unten an des Unbewussten Wasser
umarme ich dich zum ersten Mal.
Lautlos flüstern zwei Herzen,
Kindern gleich, heimlich unter

der Bettdecke, erzählen sich
Geschichten, lachen, weinen,
Träumen, wiegen sich im Wind
des Augenblicks, unten am Wasser.

Zwei rote Blüten auf dem feuchten
Papier des Aquarells, erst berühren
Sich ihre Ränder, schon fließen sie
Ineinander, die Farben, verschmelzen,

zu neuer Gestalt in Gottes Galerie.
Ein Gottesgeschenk, das ist es alle
mal, wenn wir uns in die Arme fallen,
zwei Herzen sich finden & wiederfinden.

Samstag, 11. Oktober 2014

SO SIEHT DEIN HERZ

Manches ferne Universum
Mag längst verglüht sein,
wenn du es erblickst.

Und du siehst dort Licht,
wo in Wahrheit Dunkel ist.

So sieht dein Herz, wenn es liebt:
Das Licht im Dunkel, das Dunkel
im Licht und das ganze DaSein.


Freitag, 3. Oktober 2014

BLUTROSE ROSEN

Blutrote Rosen, verschlossen in der dunklen Nacht,
fest und starr vor Angst pressen sich Blätter aneinander.

Fürchterlich nah und fest, panische Rosenblätter im
schwarzen Schweigen der Albtraumnacht, unsichtbar
in schwarzer Stadt, in ihrem schreienden Schweigen.

Des Mittags stehe ich vor deiner Tür mit einem Strauß
blutroter Rosen in meiner Hand. Zart zaubert die Sonne

ein Lächeln auf ihre Blätter, auf deine  Lippen. Sie öffnen
sich. Rosenduft erfüllt den ganzen Raum, zwischen den
Augenblicken finden sich unsere Lippen lustvoll im Kuss.

So sind wir: Blutrote Rosen, bisweilen verschlossen im
Dunkel der Angst, in uns selbst erstarrt, zittern wir still
im Panzer des Egos. Doch in der Liebe Licht öffnen wir
uns: ganz Blätter still strömend im seligen Augenblick.


Sonntag, 28. September 2014

HORIZONT

Da ist das Meer in seinem Blau.

Da ist der Himmel weit und frei.

Da ist ein Band zärtlicher Berührung: Horizont.

Du und ich, am Strand,
lachen, küssen,
atmen im Wind,
atmen im Wind,
atmen im Wind.


Montag, 15. September 2014

FLUSS

Meile um Meile auf der Autobahn.
Im Sitz neben mir liegst du, so fern

in deinen  Träumen,  so nah mit
deiner zarten Hand in meiner, du

wundersame Schöne. Mir ist ganz
heiß in meiner Brust, und alles

schmilzt, und alles strahlt, und alles
fließt, fließt über vor Liebe zu dir.

So bin ich der Fluss, der ins sich
Meer ergießt, der eins wird mit

dem endlosen Ozean, der endlich
zu seiner tiefsten Wahrheit findet.




Samstag, 13. September 2014

FRIEDEN

Erwacht im Traum, jenseits des weißen Rauschens
hilfloser Worte, im Angesicht der Tränen, im

Schrecken stummen Schmerzes, unter dem
dumpfen Rhythmus der Maschinenstadt, fern

den Sternen, fern der Gnade erhellender Gesten,
öffne ich die Augen, schließe dich in meine Arme.

Finde Frieden in diesem Augenblick, fliege, fliege
eine Runde, zwei, drei, hoch dort oben am Himmel,

den Sternen nah, dem Adler gleich, den Blick zur
Erde, zu dir, fliege ich, auf Schwingen der Liebe.


Sonntag, 7. September 2014

FLAMMENHIMMEL

Heute, unter dem Mond,
finde ich keine Ruhe. Es
treibt mich in die Nacht.
Am Himmel ein fremdes
Licht aus Staub und Farben.

So viele Menschen kreuzen
meinen Weg, doch keiner
blickt zum Himmel empor,
vermag den Himmel zu
erkennen. Stoischer Weg.

Dann du, einziger Engel,
du, Licht im Nebel, du, Licht
im Schwarz der Schatten.
Deine Glutaugen bohren

gnadenlos sich in mein Herz,
entfachen Feuer in jeder Zelle.
Unter dem Mammutmond,
so klar, so hell, ertasten wir

des Eros Flammenhimmel
mit rasender Zartheit, holen
ihn auf die Erde in dieser Nacht,
im Elfentanz der Seligkeit.


Samstag, 30. August 2014

DER AUGENBLICK DES ERWACHENS

Sollte die Liebe doch ewig währen,
verstummen ihre Träume, bisweilen
sprachlos. Manche verpuffen mit
lautem Knallen, einem Feuerwerk gleich,
manche verwehen auf unbekannten Gräbern,
manche steigen steil zum Himmel, stürzen,
Ikarus gleich, ins eisige Meer, manche

zerbrechen wie Brücken, Herzen, Heroen,
manche erstarren zum ehernen Denkmal
inmitten des lebendigen Lebens, manche
verblassen, ohne Erinnerung, ohne Namen,
ohne Gesicht, körperlos, sprachlos,
eindruckslos, sterben sie dahin, ohne je
der Liebe Lied gesungen zu haben.

So verbrachte ich Tage und Nächte im
rastlosem Schlaf unvollendeter Träume,
blind im Farbenmeer des Augenblicks,
verlorenes Treibgut im Strom Erinnerung,
Bilder eines Gestern, die das Ego panisch
beschwört. Mit verbundenen Augen stand
ich vor des Winters Mauer, gelähmten

Schritts. Heute brennt die Mittagsglut
auf meiner Haut, leises Zittern öffnet
jede meiner Zellen, heilig, heilig, heilig,
heilig der Augenblick des Erwachens,
des Erwachens mit dir, der alles erhellt.
Im unendlichen Raum zwischen unseren
Augen öffnet sich das Tor zum Augenblick.


Sonntag, 24. August 2014

LIEBE WERDEN

Komm, komm mit mir,
Komm mit mir dorthin,
wo Heimat aufscheint:

Jenseits des Urteilens.
Jenseits des Widerstrebens.
Jenseits des Anhaftens.

Wo wir wahr sind.
Wo wir still sind.
Wo wir Liebe werden.

Donnerstag, 21. August 2014

DES SAMURAI TODESGEDICHT

Der blaue Himmel.
Die Sonne strahlt.
Ein Blatt löst sich vom Zweig.
Sanft trägt es der Wind zur Erde.
Ein Falke erhebt seine Flügel,
taucht ein
in den endlosen blauen Himmel.

Montag, 11. August 2014

BEGEGNUNG

Wenn der Sturm verstummt
Zwischen zwei Atemzügen
Auf den Gipfeln der Welt

Wo Sterne glitzern, so nah im
Angesicht des Unendlichen,
Dass der Augenblick ewig wird,

Dort begegnen wir uns jenseits
Der Worte, jenseits der Gesten,
In der Stille gestaltloser Liebe.



Sonntag, 10. August 2014

DAS LIED VON DER GROßEN LIEBE

Wie der Fluss, der ungebremst und wild von
höchsten Gipfeln stößt, sich breit und duldsam
ins Land ergießt, so sollte meine Liebe groß sein.

Quicklebendig, wie sein Wasser, das, wie du es
berührst, gleich ein anderes ist, wach sich wandelnd
in jedem Augenblick, so sollte meine Liebe groß sein.

Das alchimistische Urelement einer Lebendigkeit,
die nie verklingt in ihrem Rausch aus wahren weichen
und ewig süßen Tönen, so sollte meine Liebe groß sein.

Das vollkommenste Abbild der Natur, zur Natur entformt,
in wahren wortlosen, endlos strahlenden Farben, mit
wahren wilden Gerüchen, so sollte meine Liebe groß sein.

Der Tempel, in dem Erde, Wolken und Himmel Reigen
tanzen, um niemanden zu ehren, um niemanden zu
belehren, formlos zu sein, so sollte meine Liebe groß sein.

Es kamen Nächte, die zu Tagen sich dehnten und Tage,
die verblassten im verbissenen Stakkato der Jugend, um
ewig zu sein, ewig zu lieben, um herauszufordern das
Unausweichliche, im Angesicht karmischer oder kosmischer
Kräfte, augenblicklicher Erkenntnisse, die meinen Geist
gierig im Rot des neuen Tages blähten, irre, wirre Verirrungen,
wundersame Verstrickungen des Blutes, verurteilt, verlacht,
verhöhnt, beschämt, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Honignächte, ihre ungeduldigen Tänze,
maßlos lüstern, ohne jemals Frieden zu finden,
die Tänze auf dem Marmor erhabener Säle,
auf dem blanken Parkett der fremden Blicke,
der Blicke der Übermächtigen, der Anderen,
jene, die in der Erde verfaulten, irrend zwischen
Himmel und Hölle, Wahnsinnige, die sich suhlten
im Schattenreich der Seele, geschaffen für Kirchen
und Liturgien, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Tage mit Konto, Kind, Kegel,
kostenloser Klubmitgliedschaft in der Vereinigung
der glücklichen Eltern, der glücklichen Hausbesitzer,
der glücklichen 3 mal jährlich in den Urlaub Flieger,
der glücklichen Dauerkarten Besitzer auf gepflegten
Vorstadtkinderspielplätzen, wo das Wichtige im Leben
trainiert wird von mehrsprachigen Kindermädchen
mit wichtigen Smartphones im ständig gierigen
Blickkontakt, ach wie verblassten sie so schnell!

Es kamen Stunden im durchgetanztem Schuhwerk
der Sehnsüchte, in verstohlenen Hotelzimmern,
Hinterzimmern, Clubzimmern, atemlos, wortlos,
gefühllos oder vom Rausch vernebelt. So schlief
ich oder wachte ich inmitten wundersam verzückter,
dampfender Leiber, ihrem Schreien, Stöhnen,
inmitten von toten Masken, schönheitsverschnittenen
Botoxfratzen mit ihrem affektierten Entsetzen, ihrer steinkalten
inwendigen Wüste, ach, wie verblassten sie so schnell!

***

Am Ende ließ ich alles liegen,
alles los, alles, alles, alles,
Tränen, Träume, Termini,
verschmolzen mit den Wassern,
die ungebremst und wild
aus meinem Herzen verströmen,
groß erwuchs sie, meine Liebe,
erwachsen erwacht, ein Nebel,
der sich lachend über die Welt legt
und heiter alles enthüllt.
Endlich
wurde das Große der Liebe klein,
und das Kleine der Liebe groß.







Samstag, 9. August 2014

IN TIEFSTEN TIEFEN

In tiefsten Tiefen des
Ozeans: Feuer und Wasser
öffnen ihren Höllenschlund,
tanzen ihren Höllentanz.

Sie umkreisen sich nicht,
sie führen keinen Smalltalk,
sie beissen sich nicht auf die
Lippen und ihre Gesten deuten
nicht auf ferne Furchten.

In tiefsten Tiefen sind sie
Ganz, was sie sind:
Liebende, Götter.

Sonntag, 6. Juli 2014

IM SILBERNEN SUMMEN

Heute früh, im silbernen Summen
des beginnenden Tages, erwachte
ich. Du neben mir. Den Kopf in die
Hand gelehnt, sah ich dich lange an.

Du, fern in deinem Traum, wohin
immer er dich trug, warst mir so nah.
Jeder Atemzug, jedes zarte Zucken
pochte da in meinen Augenblick.
 
Morgensonne und Süße in meinem
Herzen erhellten Raum und Himmel.
Ein silbernes Summen lächelte in jeder
meiner Zellen. So schlief ich wieder ein.



Sonntag, 29. Juni 2014

IRRGARTEN

Fröhlich, das Kinderlachen, kam
die Zeit der bunten Kirmes.
Inmitten der geheimnisvolle
Irrgarten, Welt aus Licht,
Welt aus Glas, Welt  der Spiegel,

Welt der Irrwege, der Sackgassen
und des einen Wegs zur Freiheit.
Fröhlich, das Kinderlachen, verhieß
die Glitzerwelt der Täuschungen
doch wunderbare Zukunft.

Erwachsen geriet der Irrgarten
zum Leben. Die Welt aus Licht
flimmerte von Bildschirmen,
unerreichbar. Glas zerbrach,
heile Welten, Hoffnungen, Herzen.

Des Lebens Wind wehte diese
schwarzen Tücher von den Spiegeln.
Die blieben, akkurat ziselierte,
metallisch-kalte Spiegel auf der
Suche nach dem perfekten Bild.

Im Augenblick des Erkennens,
im tiefsten aller Blicke, wo der
Weg zur Freiheit beginnt, zer-
stäuben Spiegel und Bilder. Da:
Liebe, Wahrheit, in allem, was ist.


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