Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Sonntag, 19. Oktober 2014

GOTTESGESCHENK

Unten an des Unbewussten Wasser
umarme ich dich zum ersten Mal.
Lautlos flüstern zwei Herzen,
Kindern gleich, heimlich unter

der Bettdecke, erzählen sich
Geschichten, lachen, weinen,
Träumen, wiegen sich im Wind
des Augenblicks, unten am Wasser.

Zwei rote Blüten auf dem feuchten
Papier des Aquarells, erst berühren
Sich ihre Ränder, schon fließen sie
Ineinander, die Farben, verschmelzen,

zu neuer Gestalt in Gottes Galerie.
Ein Gottesgeschenk, das ist es alle
mal, wenn wir uns in die Arme fallen,
zwei Herzen sich finden & wiederfinden.

Samstag, 11. Oktober 2014

SO SIEHT DEIN HERZ

Manches ferne Universum
Mag längst verglüht sein,
wenn du es erblickst.

Und du siehst dort Licht,
wo in Wahrheit Dunkel ist.

So sieht dein Herz, wenn es liebt:
Das Licht im Dunkel, das Dunkel
im Licht und das ganze DaSein.


Freitag, 3. Oktober 2014

BLUTROSE ROSEN

Blutrote Rosen, verschlossen in der dunklen Nacht,
fest und starr vor Angst pressen sich Blätter aneinander.

Fürchterlich nah und fest, panische Rosenblätter im
schwarzen Schweigen der Albtraumnacht, unsichtbar
in schwarzer Stadt, in ihrem schreienden Schweigen.

Des Mittags stehe ich vor deiner Tür mit einem Strauß
blutroter Rosen in meiner Hand. Zart zaubert die Sonne

ein Lächeln auf ihre Blätter, auf deine  Lippen. Sie öffnen
sich. Rosenduft erfüllt den ganzen Raum, zwischen den
Augenblicken finden sich unsere Lippen lustvoll im Kuss.

So sind wir: Blutrote Rosen, bisweilen verschlossen im
Dunkel der Angst, in uns selbst erstarrt, zittern wir still
im Panzer des Egos. Doch in der Liebe Licht öffnen wir
uns: ganz Blätter still strömend im seligen Augenblick.


Sonntag, 28. September 2014

HORIZONT

Da ist das Meer in seinem Blau.

Da ist der Himmel weit und frei.

Da ist ein Band zärtlicher Berührung: Horizont.

Du und ich, am Strand,
lachen, küssen,
atmen im Wind,
atmen im Wind,
atmen im Wind.


Montag, 15. September 2014

FLUSS

Meile um Meile auf der Autobahn.
Im Sitz neben mir liegst du, so fern

in deinen  Träumen,  so nah mit
deiner zarten Hand in meiner, du

wundersame Schöne. Mir ist ganz
heiß in meiner Brust, und alles

schmlizt, und alles strahlt, und alles
fließt, fließt über vor Liebe zu dir.

So bin ich der Fluss, der ins sich
Meer ergießt, der eins wird mit

dem endlosen Ozean, der endlich
zu seiner tiefsten Wahrheit findet.


Samstag, 13. September 2014

FRIEDEN

Erwacht im Traum, jenseits des weißen Rauschens
hilfloser Worte, im Angesicht der Tränen, im

Schrecken stummen Schmerzes, unter dem
dumpfen Rhythmus der Maschinenstadt, fern

den Sternen, fern der Gnade erhellender Gesten,
öffne ich die Augen, schließe dich in meine Arme.

Finde Frieden in diesem Augenblick, fliege, fliege
eine Runde, zwei, drei, hoch dort oben am Himmel,

den Sternen nah, dem Adler gleich, den Blick zur
Erde, zu dir, fliege ich, auf Schwingen der Liebe.


Sonntag, 7. September 2014

FLAMMENHIMMEL

Heute, unter dem Mond,
finde ich keine Ruhe. Es
treibt mich in die Nacht.
Am Himmel ein fremdes
Licht aus Staub und Farben.

So viele Menschen kreuzen
meinen Weg, doch keiner
blickt zum Himmel empor,
vermag den Himmel zu
erkennen. Stoischer Weg.

Dann du, einziger Engel,
du, Licht im Nebel, du, Licht
im Schwarz der Schatten.
Deine Glutaugen bohren

gnadenlos sich in mein Herz,
entfachen Feuer in jeder Zelle.
Unter dem Mammutmond,
so klar, so hell, ertasten wir

des Eros Flammenhimmel
mit rasender Zartheit, holen
ihn auf die Erde in dieser Nacht,
im Elfentanz der Seligkeit.


Samstag, 30. August 2014

DER AUGENBLICK DES ERWACHENS

Sollte die Liebe doch ewig währen,
verstummen ihre Träume, bisweilen
sprachlos. Manche verpuffen mit
lautem Knallen, einem Feuerwerk gleich,
manche verwehen auf unbekannten Gräbern,
manche steigen steil zum Himmel, stürzen,
Ikarus gleich, ins eisige Meer, manche

zerbrechen wie Brücken, Herzen, Heroen,
manche erstarren zum ehernen Denkmal
inmitten des lebendigen Lebens, manche
verblassen, ohne Erinnerung, ohne Namen,
ohne Gesicht, körperlos, sprachlos,
eindruckslos, sterben sie dahin, ohne je
der Liebe Lied gesungen zu haben.

So verbrachte ich Tage und Nächte im
rastlosem Schlaf unvollendeter Träume,
blind im Farbenmeer des Augenblicks,
verlorenes Treibgut im Strom Erinnerung,
Bilder eines Gestern, die das Ego panisch
beschwört. Mit verbundenen Augen stand
ich vor des Winters Mauer, gelähmten

Schritts. Heute brennt die Mittagsglut
auf meiner Haut, leises Zittern öffnet
jede meiner Zellen, heilig, heilig, heilig,
heilig der Augenblick des Erwachens,
des Erwachens mit dir, der alles erhellt.
Im unendlichen Raum zwischen unseren
Augen öffnet sich das Tor zum Augenblick.


Sonntag, 24. August 2014

LIEBE WERDEN

Komm, komm mit mir,
Komm mit mir dorthin,
wo Heimat aufscheint:

Jenseits des Urteilens.
Jenseits des Widerstrebens.
Jenseits des Anhaftens.

Wo wir wahr sind.
Wo wir still sind.
Wo wir Liebe werden.

Donnerstag, 21. August 2014

DES SAMURAI TODESGEDICHT

Der blaue Himmel.
Die Sonne strahlt.
Ein Blatt löst sich vom Zweig.
Sanft trägt es der Wind zur Erde.
Ein Falke erhebt seine Flügel,
taucht ein
in den endlosen blauen Himmel.

Montag, 11. August 2014

BEGEGNUNG

Wenn der Sturm verstummt
Zwischen zwei Atemzügen
Auf den Gipfeln der Welt

Wo Sterne glitzern, so nah im
Angesicht des Unendlichen,
Dass der Augenblick ewig wird,

Dort begegnen wir uns jenseits
Der Worte, jenseits der Gesten,
In der Stille gestaltloser Liebe.



Sonntag, 10. August 2014

DAS LIED VON DER GROßEN LIEBE

Wie der Fluss, der ungebremst und wild von
höchsten Gipfeln stößt, sich breit und duldsam
ins Land ergießt, so sollte meine Liebe groß sein.

Quicklebendig, wie sein Wasser, das, wie du es
berührst, gleich ein anderes ist, wach sich wandelnd
in jedem Augenblick, so sollte meine Liebe groß sein.

Das alchimistische Urelement einer Lebendigkeit,
die nie verklingt in ihrem Rausch aus wahren weichen
und ewig süßen Tönen, so sollte meine Liebe groß sein.

Das vollkommenste Abbild der Natur, zur Natur entformt,
in wahren wortlosen, endlos strahlenden Farben, mit
wahren wilden Gerüchen, so sollte meine Liebe groß sein.

Der Tempel, in dem Erde, Wolken und Himmel Reigen
tanzen, um niemanden zu ehren, um niemanden zu
belehren, formlos zu sein, so sollte meine Liebe groß sein.

Es kamen Nächte, die zu Tagen sich dehnten und Tage,
die verblassten im verbissenen Stakkato der Jugend, um
ewig zu sein, ewig zu lieben, um herauszufordern das
Unausweichliche, im Angesicht karmischer oder kosmischer
Kräfte, augenblicklicher Erkenntnisse, die meinen Geist
gierig im Rot des neuen Tages blähten, irre, wirre Verirrungen,
wundersame Verstrickungen des Blutes, verurteilt, verlacht,
verhöhnt, beschämt, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Honignächte, ihre ungeduldigen Tänze,
maßlos lüstern, ohne jemals Frieden zu finden,
die Tänze auf dem Marmor erhabener Säle,
auf dem blanken Parkett der fremden Blicke,
der Blicke der Übermächtigen, der Anderen,
jene, die in der Erde verfaulten, irrend zwischen
Himmel und Hölle, Wahnsinnige, die sich suhlten
im Schattenreich der Seele, geschaffen für Kirchen
und Liturgien, ach, wie verblassten sie so schnell!

Es kamen die Tage mit Konto, Kind, Kegel,
kostenloser Klubmitgliedschaft in der Vereinigung
der glücklichen Eltern, der glücklichen Hausbesitzer,
der glücklichen 3 mal jährlich in den Urlaub Flieger,
der glücklichen Dauerkarten Besitzer auf gepflegten
Vorstadtkinderspielplätzen, wo das Wichtige im Leben
trainiert wird von mehrsprachigen Kindermädchen
mit wichtigen Smartphones im ständig gierigen
Blickkontakt, ach wie verblassten sie so schnell!

Es kamen Stunden im durchgetanztem Schuhwerk
der Sehnsüchte, in verstohlenen Hotelzimmern,
Hinterzimmern, Clubzimmern, atemlos, wortlos,
gefühllos oder vom Rausch vernebelt. So schlief
ich oder wachte ich inmitten wundersam verzückter,
dampfender Leiber, ihrem Schreien, Stöhnen,
inmitten von toten Masken, schönheitsverschnittenen
Botoxfratzen mit ihrem affektierten Entsetzen, ihrer steinkalten
inwendigen Wüste, ach, wie verblassten sie so schnell!

***

Am Ende ließ ich alles liegen,
alles los, alles, alles, alles,
Tränen, Träume, Termini,
verschmolzen mit den Wassern,
die ungebremst und wild
aus meinem Herzen verströmen,
groß erwuchs sie, meine Liebe,
erwachsen erwacht, ein Nebel,
der sich lachend über die Welt legt
und heiter alles enthüllt.
Endlich
wurde das Große der Liebe klein,
und das Kleine der Liebe groß.







Samstag, 9. August 2014

IN TIEFSTEN TIEFEN

In tiefsten Tiefen des
Ozeans: Feuer und Wasser
öffnen ihren Höllenschlund,
tanzen ihren Höllentanz.

Sie umkreisen sich nicht,
sie führen keinen Smalltalk,
sie beissen sich nicht auf die
Lippen und ihre Gesten deuten
nicht auf ferne Furchten.

In tiefsten Tiefen sind sie
Ganz, was sie sind:
Liebende, Götter.

Sonntag, 6. Juli 2014

IM SILBERNEN SUMMEN

Heute früh, im silbernen Summen
des beginnenden Tages, erwachte
ich. Du neben mir. Den Kopf in die
Hand gelehnt, sah ich dich lange an.

Du, fern in deinem Traum, wohin
immer er dich trug, warst mir so nah.
Jeder Atemzug, jedes zarte Zucken
pochte da in meinen Augenblick.
 
Morgensonne und Süße in meinem
Herzen erhellten Raum und Himmel.
Ein silbernes Summen lächelte in jeder
meiner Zellen. So schlief ich wieder ein.



Sonntag, 29. Juni 2014

IRRGARTEN

Fröhlich, das Kinderlachen, kam
die Zeit der bunten Kirmes.
Inmitten der geheimnisvolle
Irrgarten, Welt aus Licht,
Welt aus Glas, Welt  der Spiegel,

Welt der Irrwege, der Sackgassen
und des einen Wegs zur Freiheit.
Fröhlich, das Kinderlachen, verhieß
die Glitzerwelt der Täuschungen
doch wunderbare Zukunft.

Erwachsen geriet der Irrgarten
zum Leben. Die Welt aus Licht
flimmerte von Bildschirmen,
unerreichbar. Glas zerbrach,
heile Welten, Hoffnungen, Herzen.

Des Lebens Wind wehte diese
schwarzen Tücher von den Spiegeln.
Die blieben, akkurat ziselierte,
metallisch-kalte Spiegel auf der
Suche nach dem perfekten Bild.

Im Augenblick des Erkennens,
im tiefsten aller Blicke, wo der
Weg zur Freiheit beginnt, zer-
stäuben Spiegel und Bilder. Da:
Liebe, Wahrheit, in allem, was ist.


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