Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Donnerstag, 14. Juli 2016

FRUCHTBARER BODEN

Auf dem höchsten Ort,
an dem eitel wir uns
erheben über den anderen,

ist der Boden eisig und
der Wind brennt
Wundmale in unsere Haut.

An dem höchsten Ort,
an dem wir uns im Recht
glauben und auf den

anderen hinab blicken,
ist der Boden eisig und
und der Wind ruht nie.

An dem höchsten Ort,
an wir nur eine Wahrheit
existiert und in Macht

und Blei gegossen wird,
bleibt der Boden im
sibirischen Dauerfrost.

Kein Samen wird zur
Pflanze erblühen, keine
Pflanze Früchte tragen.

Demut des Herzens und
Liebe machen den Boden
fruchtbar, auf dem wir sind.

Wo eben noch der Schatten
regierte, wärmt die Sonne
und nährt der Regen das Leben.


Donnerstag, 23. Juni 2016

LIEBENSLAUF

Gestern waren wir jung
und liebten ohne Schuld.
Teilten Träume, kleideten
sie ein in die edelsten
Stoffe, gewebt aus
Kinder-Sehnsüchten.

Zwischen Küssen, Lachen
und Tränen fanden wir
unseren hellsten Stern
unter dem Firmament,
fanden unser Himmelbett
unter dem Apfelbaum.

Mit den Jahren verloren
wir uns und vermieden
jeden Blick nach oben.
Eitelkeit und Schuld
verdunkelten die Blicke
im rasenden Fluss der Zeit.

So trieben wir zwischen
all den Dingen, die wir
planten, doch niemals
berührten, nicht einmal
uns selbst berührten wir.
Das alles war uns das Leben.

Eines Tages, in den wilden
Wassern der Zeit, der Zeit
vor dem Fall, dorthin, wo
kein Ding mehr zählt, halte
ich zitternd, du Schöne,
deine Hand in meiner.

In diesem einen Augenblick
darf Leben Leben sein. Mit
den Augen der Liebe erkennen
wir, erkennen uns, erkennen
uns wieder und mit einem Mal
all die Sterne am Firmament.


Mittwoch, 8. Juni 2016

DIE WAHRHEIT UND DIE LIEBE

I

Des Egos Dämonen, geboren
in den Schatten der Seele,
krönten sich selbst zum
Herrscher dieser Welt.

Geschwätzig führten ihre
Knechte sie zum Thron.
Knieten nieder vor dem
Gral der Macht und des

Mammon, verneigten sich
katzbuckelnd, lächelten.
Eitel nickten sie sich zu,
Wissend, neunmalklug.

In Wahrheit Unwissende,
denn der klare See ihrer
Seele betrübte schnell sich
mit dem Geifer der Egomonen.


II

Doch klärt sich der See
der Seele, so leitet er den
Blick zum Quell des Seligen.
Zeigt sich, wahrhaftig, nackt.
 
Der selige Narr lacht. Er
lacht aus vollstem Herzen.
Er entledigt sich jeder Maske.
Mutig führt er seinen Stab.

Mit ihm entlarvt er den
Blick des falschen Selbst,
entrübt und befreit den
Blick des wahren Selbst.

So klärt er der Seele Wasser.
Heil wirkt des Narren Stab,
denn wahrhaft zeigt er
nur sein liebendes Herz.

Ist es die Liebe doch, die
alles verbindet, das Dunkle
im Hellen und das Helle
auch im Dunklen. 

So wisse über die Liebe:
Nichts ist ihr fremd, ist
sie wahr und wahrhaftig.
Doch fremd ist sie und

voller Dornen, tritt sie auf
in der Maske des Egos:
all das Wägen und das
Wiegen, all das Rechnen

und das Radebrechen,
all die eitlen Tänze vor
den Spiegeln und die
Schachspiele, bei denen

jeder nur Sieger sein will,
sie alle verschleiern den
Blick und trüben die
Wasser der Seele.

Nur im Wagen und im
Herzensmut finden und
verbinden sie sich ganz:
Die Wahrheit und die Liebe.


Montag, 6. Juni 2016

GERUCHSBINDUNG

In manchen Nächten wuchsen sie, die Zweige, die
Blätter des Rosenbuschs, rankten um Reminiszenzen,
trieben Knospen und Dornen, kreuzigten meine Liebe,
verbanden Himmel und Erde. Jede Nacht ohne dich:
eine offene Wunde, die schwelte, die schmerzte. Trieb
Tränen in mein Gesicht, bewölkte meine Gedanken.

Dein Gesicht , deine Stimme, dein Leib, deine Augen
verpuppten sich im fremden Gesichtern, in fremden
Stimmen, in fremden Körpern, in fremden Augen.
Nur deinen Geruch, der aus der Ferne, über die
Ozeane zu mir hinüber wehte, den suchte ich im
Fremden, Neuen, Erregenden, und fand ihn nicht.

Dann hörte ich, du wärest zurück in der Stadt. Ahnte,
dass ich dich treffen würde auf diesem Fest. Dein Anblick
erleuchtete mich. Als wir sprachlos uns umarmten, fand
ich ihn, so klar und wahr und wirklich, diesen Duft an
dir, deinen Abendgeruch. Seitdem sind meine Nüstern
auf der Suche: nach Nacht und deinem Morgenduft.


Donnerstag, 26. Mai 2016

LIEBESSPIELE

Du Schöne, du strahlendes Spiegelbild
meiner Begierde. Einem Silberstreifen
gleich scheinst du auf, in nackter Nacht,
hell und heil glänzt du in der Dämmerung,
du Spielball im Spiel deiner eigenen Hände.

Deine ranken Schlangenfinger drängen
sich in jede meiner Zellen, ohne ein einzig
Mal mich zu berühren. Du tanzt, tanzt, den
mystischen Regentanz und berührst dich,
nur dich selbst, unter meinen Raubtierblicken.

Dein Gesicht, dein Leib, deine Blütenlippen,
sie alle verströmen wilden Beuteduft, öffnen
sich, feucht oben und feucht unten, selbst
vergessen und doch du selbst, so vermagst
nur du meine ganze Welt zu verzaubern.

Das kannst du. Verzaubern. Mein Raubtier
fixiert seine Beute, umkreist sie, treibt sie,
gemächlich, selbstvergessen und ganz ich
selbst, kannst du mir nicht mehr entkommen.
Die Freude in unseren Augen erhellt die Nacht.


Sonntag, 22. Mai 2016

GEFANGENENBEFREIUNG

Die, die wir auszogen,
der Liebe Wahrheit
zu erhellen, kredenzten
ihr Lieder, süße und

bittere, Rock und Pop,
sakrale Kammer der
Konzerte, Symphonien
und komischen Opern.

Bilder malten wir ihr,
in genialischen Farben
oder zarten Strichen.
Manche stammelten

ihre Gedichte in stillen
Kellern oder schrien sie
herab von den Dächern
der tobenden Stadt.

Manche vergaßen ihre
Jahre, ihr Leben, den
Augenblick, gebeugte
Greise, deren Gedanken

bleich kreisten über
dem Manuskript des
einen, des einzigartigen
Romans über die Liebe.

Manche bauten Gärten,
Monumente, Schlösser,
kein Sockel vermochte
hoch genug, groß genug,

wichtig  genug zu sein.
Doch stets verhüllt blieb
der Liebe Wahrheit unter
dem Mantel der Eitelkeit.

Gefangene der Schatten,
verirrten sich manche in
den Katakomben des Lebens,
ohne je die Liebe zu erkennen.

Gefangenenchorgesänge
ertönten aus manch düsteren
Schatten der Seele, Gefangene
in des Misstrauens Mahlstrom.

Der verdunkelte jeden Grund,
zog alles in Bahn und Bann.
Gefangene der Schatten,
verloren in der Ideale kaltem

Glitzerschnee, die schonungslos
schmolzen in der Frühlingssonne.
Gefangene der Schatten, gefangen
im kalten Griff von Angst und Schuld.

Eine riesige gierige Uhr verdeckte
das offene Meer, das endlose
Meer und all die endlosen Himmel.
Einem Ikarus gleich breiten wir die

Flügel aus, erheben wir uns zum
Himmel, dorthin, wo der Liebe
Freiheit wartet, wo wir Flügel sind,
und Meer und Himmel und endlos.


Freitag, 13. Mai 2016

DIE STILLE MIT DIR -II- *

Niemals erscheint der Lärm dieser Stadt
ferner, Geliebte, als in jenem Augenblick,
in jenem Augenblick der Stille mit dir.

Wenn jedes Wort gesagt, jeder Blick geblickt,
jede Berührung berührt, jede Liebkosung lieb
kost, jeder Kuss geküsst, jede Lust geliebt ist.

Wenn das Licht der Morgensonne in goldenen
Schleiern dich enthüllt, ich mich nicht satt zu
sehen vermag am Anblick deines Engels.

Keine Flut, die bedrohlich steigt, einzig Stille,
die tief im Sein sich verwurzelt. Die neugierig
sich reckt, traumverloren ihre Lider öffnet.

Du in meinen Armen. Erkenne dich an meiner
Seite, der Seite der Stille, der Stille des Seins, du,
Traumgeschöpf, dein Engel, der auch mich erkennt.

In der Pause zwischen zwei Atemzügen bettet
sie sich, die heilende Stille des Augenblicks.
Kein Morgen, kein Gestern, kein kalter Hauch.

Alles löst sich, alles strömt, dem Wasser gleich,
in das meine Hand ich tauche, ohne es halten zu
wollen. So tauche ich ein, ein in die Liebe mit dir.
















* DIE STILLE MIT DIR -- II -- deutet an, dass bereits ein anderes Gedicht mit diesem Titel existiert. Vor fast genau 6 Jahren erschien diese erste Fassung, die ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte: http://eintagsliebe-liebesgedichte.blogspot.de/2010/05/die-stille-mit-dir.html

Freitag, 6. Mai 2016

EIN LEISES LIED

Eine stille Ahnung, dass das Leben sich als
hastiges Bild im Traum des Seins verwebt,
ein unendlicher Traum ohne Ende, ein Traum
im Traum der Träume, mit harten Schnitten.

Manche Träume flüstern, stammeln, brüllen.
Manche Träume versinken sprachlos, manche
verbrennen als Feuerwerk, manche verwehen
ziellos, manche steigen steil zum Himmel auf,

stürzen, einem Ikarus gleich, ins eisige Meer.
Manche zerbrechen, wie Brücken, Herzen,
Helden, Heldinnen, Epen und Elegien, manche
erstarren zum Denkmal ihres eigenen Lebens.

Manche verblassen unbemerkt, ohne Erinnerung,
ohne Gesicht, körperlos, sprachlos, eindruckslos,
zerfallen zu Staub, ohne die Freiheit, der Liebe
ehrfürchtig ein einziges Lied gesungen zu haben.

Ein leises Lied, verwebt in Nebelschwaden, das
über den stillen See zu dir herüber klingt, dem
Adler gleich, der frei, seine ganze Welt beäugt,
die er im Reich seiner Freiheit nicht begreift.


Samstag, 30. April 2016

NACHRUF AN MEINE GROßE LIEBE

Hör doch: Aus so vielen
Worten ertönte das
Echo, das Echo des
Eitlen: Ich, Ich, Ich.

Stumm, behende, stoisch
nagelte es seine Plakate
über den Bühneneingang
eines ungeliebten Lebens.

Sieh doch: In so vielen
dramatischen Gesten
buhlte es um fremde
Blicke: Ich, Ich, Ich.

Blind, voll bitterer
Schuld, näherte es
sich seinem Ende:
Dem einen Augenblick

vollkommener Liebe:
im Tode, in dem sich
alles vereinte, was
vorher nicht l(i)ebte.


Samstag, 16. April 2016

SELIGER TROPFEN

In den Tagen, in denen ich
Kind war, in jenen seligen
Sommertagen, den Tagen
der süßesten Abenteuer,

den Tagen des Schmelzens,
Tagen auf der Prachtstraße
einer verzauberten Welt,
sah ich Fäden glitzern, die

alles verbanden, hörte das
Universum musizieren,
spürte den Wind in jeder
Pore meiner Haut. So sah

ich die Liebe der Blüten und
der Wolken, der Bäume
und des Himmels, der Stille
und des Refrains der Vögel.

Heute ist ein seliger Tag.
Angesichts einer Sonne,
die nie untergeht, halte
ich deine Hand, Schöne.

Wir tanzen jäh entfesselt,
dort oben, zwischen den
heiligen Gipfeln, auf der
schmalen Brücke die Liebe.

Jedes Lächeln, jeder Blick,
jede Geste wird süß. Wird
magisch, wird einzig, im
Schauer der Augenblicke.

Nur ein seliger Tropfen,
der vergeht, der vergeht
auf heißer Haut, der
verblüht im Honig auf

unseren Lippen, der
zerschmilzt in Küssen,
Blicken, seliger Tropfen,
der noch nicht Träne ist.


Mittwoch, 13. April 2016

UNSER BAUM

Gestern führten mich meine Schritte in den
alten Wald am See. Gedankenverloren stand
ich plötzlich an jenem Baum, den wir vor so
vielen Jahren zum Zeugen unserer Liebe erkoren.

Wenn wir uns an ihn lehnten, unseren Baum,
konnten wir in die ganze Bucht schauen. Im
Schoße seiner Wurzeln, im weichen Bett aus
Moos, suchte ich Wurzeln in deinem Schoß.

Ich hielt die zartesten Blüten deiner Seele in
meinen Armen, wenn die Sonne unterging.
Es war unser Baum, vor dem ich heute stand,
nach all den Jahren, und ich erschrak ein wenig.

Das Gedicht, das ich damals für dich schrieb
und im Waldboden vergrub, schutzloses Papier,
ist längst zerfallen, eins geworden mit der Erde,
auf die ich heute trete, nach all den Jahren.

So wie die Liebe, so hoch und hell und süß,
verging und verblich. Mit jedem Schritt, mit
Tränen trete ich langsam aus dem Schatten
des Baumes und der Vergangenheit mit dir.

Als ich mich umwende, finde ich ein strahlendes
Lächeln. Im grünen Laub unseres Baumes erkenne
ich deine Augen. Ich kann nicht anders, als dich
mit dem Baum zu umarmen in seligen Tränen.


Samstag, 2. April 2016

DAS STRAHLEN DEINER AUGEN

Im Winter halten wir die Fenster fest geschlossen.
Mondlicht zeichnet zarte Schatten von Eisblumen
auf deine Haut. Das Feuer aus dem Kamin züngelt,
bringt sie vergeblich zum Schmelzen. Ich erschrecke
ein wenig, als ich erkenne, dass deine Anmut das
Feuer und das Eis teilt wie Moses einst das Meer.

Bald kommt der Frühling. Durch die offenen Fenster
blicken wir in den halben Himmel. Manche Wolke,
die vorüber zieht, nickt uns zu. Manche lächelt,
manche lacht aus vollem Halse, manche tanzt,
manche folgt mit den Augen jeder Bewegung des
Liebesspiels, betrachtet uns wie seltene Blüten.

Der Sommer schenkt uns den ganzen Himmel.
Zwischen Küssen, einen Wimpernschlag nur, blicke
ich dorthin, wo das Meer zum Horizont weist, die
Erdscheibe auf das Ende deutet. In diesem dunklen
Augenblick hebst du deine Hand und das Strahlen
deiner Augen reicht bis an das Ende des Universums.


Mittwoch, 30. März 2016

RUFE

Suchen, so finden wir uns.
Im  Zauberlicht der Seele
wachsen Träumen Flügel.

Lautlos ertönt dort ein Rufen.
Stumm bewegt es die Lippen.
Von den eisbedeckten, kalten

Gipfeln der Geschwätzigkeit
steigen wir hinab. Steigen
hinab Hand in Hand und

finden uns, finden uns am
gnadenreichen Ort. Finden uns
dort, wo weiches Moos der

Sprachlosigkeit ein Bett bereitet.
Gedankenleere enthüllt die
heilige Stille des Augenblicks.

Hier treffen wir uns, erschauern
in der Süße der Liebe. Du Schöne,
bedarf es doch keines Wortes,

keines einzigen, bedarf es doch
keines Spiegels, keines einzigen,
in den wir schauen müssen, um

zu erkennen, um uns zu erkennen,
und keines Rufes, keines einzigen,
eitlen Rufes, um uns zu finden.



Montag, 28. März 2016

SÜSSES ERWACHEN

Tränen schmecken salzig, blicken bitter. In den Spiegeln
der Seele weicht die Süße aus den Gesichtern, den Engeln
der Anmut, die wir sind. Die Feuer verlöschen, in den

Augen des jugendlichen Tenors glüht Asche. Jede Geste
wirkt müde, wirkt achtlos, geht durch Mark und Bein.
Der Leierkastenmann singt über Liebe und Verlust.

Die Süße rennt fort, versteckt sich, eins-zwei-drei,
ein Kinderspiel? Außer Atem zupft sie an den Haaren,
kniet hinter dem Baum, bedeckt mit Händen ihr Gesicht.

Erwachen. Die Süße sucht und findet sich im Blut, in jeder
Zelle, in jeder Zelle des Herzens, die Süße, die in die Himmel
deutet, zur Sonne, Gottes Flüstern, zu Sternen und Ewigkeit.


Mittwoch, 16. März 2016

SIEH ALLE STRAHLEN

Schickt sich in die Liebe
an zu wachsen, wachsen
ihre Schatten. Neigt sich
die Sonne, vereinen
sich Schatten und Nacht.

Zwischen Atemzügen
verstummt der Sturm
auf des Wissens Gipfeln.

Dort, wo Sterne glitzern,
jäh und nah, angesichts
der Unendlichkeit, wirkt
ewig jeder Augenblick.

Sterne blinzeln vom
Firmament ihr tröstliches
Lächeln. Ihre Schönheit,
vertraut, lässt Liebe
in die Herzen strömen.

Sieh alle strahlen: aus sich
heraus. So Gott Liebe ist,
ist sie Licht und Schatten,
Gipfel der Welt und Nacht,
Stern und endloses Glitzern.


Montag, 14. März 2016

MEIN WAISENKIND

Komm her, du Schöne,
lege das düstere Kleid
deiner Trauer ab!

Lasse dich langsam in
meine Arme sinken.
Arme, die umarmen,
Arme, die still halten.

Wie der Baum, den
unsere Väter einst
in die Gärten des
Morgen pflanzten,
bevor im Gestern sie
emsig sich verbargen.

In deinen Augen, du
Schöne, spiegelt sich
mein Waisenkind,

ein Herz, das fröhlich
wartet. Nimm es in
die Hand, du, Herz.
Und geh mit mir.

Was bleibt ist: Nichts.
Keine Trutzburg, ein
jäher Augenblick des
Erkennens von Liebe:
Liebe, ich bin ja du!
Liebe, du bist ja ich!


Samstag, 12. März 2016

ZEIT DES SCHMETTERLINGS

Es gibt eine Zeit und es
gibt einen Ort und es
gibt den einen Glanz
des Augenblicks, wenn
die Liebe sich entpuppt
in ihrer ganzen Schönheit.

Es ist die Zeit der Blüte
und es ist die Zeit des
Schmetterlings, und
die ganze Welt glänzt
im der Sonne Gold,
im Morgenwind.

Und es gibt eine Zeit
und einen Ort und es
gibt den einen Glanz
des Augenblicks,
da zittert es in den
Flügeln, und Liebe
kehrt heim ins All.


Mittwoch, 9. März 2016

AN MANCHEM KALTEN WINTERABEND

An manchem kalten Winterabend
führte mein Weg ich in alte Straßen
der Stadt. Hinter hell erleuchteten
Fenstern träumte ich dich.

Wie oft spielten wir Verstecken
und Fangen und manches andere
wilde Spiel. Dich mit deinem Duft
fing ich, wieder und wieder.

Wir liebten uns am Kachelofen,
zwischen Weihnachtsnüssen und
unter dem Morgenstern, sangen
der Liebe manch seliges Lied.

Dein Lachen erklang heller wie
die Weihnachtsglocken und dein
Weinen dunkler wie des Ozeans
Vulkan in seiner tiefsten Tiefe.

Der Augenblick des Abschieds
setzte eine Stille in die Welt, die
ich bewahre wie ein wertvolles
Schmuckstück. An manchem

kalten Winterabend führt meine
Sehnsucht mich in alte Straßen
der Stadt. Bisweilen, in der Stille
zwischen Schritten, erkenne ich dich.



Montag, 7. März 2016

ANRUFUNG EINER SCHLAFENDEN

Dein Leib ist eine Dünenlandschaft
fernab verborgen hinter den Linien
der Strände, unberührt von den
eitlen Schritten der Wichtigen.

Dein Leib liegt einfach da. Die sanften
Wellen des Atems deuten auf  deine
kostbare, ach so köstliche Lebendigkeit.
Das Mondlicht lässt deine Haut erglitzern,

wie das Meer in schreiender Nacht.
Mein Blick ruht lüstern auf all den
Geheimnissen deines Leibes, dort, wo
ein verborgener Weg in die Tiefe führt.

Sonntag, 6. März 2016

DEINE AUGEN DIE ICH SEHE

Es ist 3 Uhr in der Nacht.
Ich erinnere all die Augen,
in die ich blickte, in die
ich blickte, in all den

Jahren meines Lebens,
Augen, voller Hoffnung,
Augen, erfüllt von Liebe,
Augen, vor Sehnsucht,

trunken, vor Schmerz
erstarrt, Augen, im
Leid erfroren, Augen, die
vor Freude überbordeten,

Augen voller Schabernack,
Augen voller Leichtigkeit
und Augen voller Schwere.
Ich erinnere mich all dieser

Augen Blicke. - Dann sehe ich
deine Augen. Alles ist in ihnen,
Liebste, die ganze Geschichte,
die Geschichte aller Augen

Blicke. Es sind deine Augen,
die mein Herz erhellen, in
jedem Augenblick, nicht nur
in dieser Nacht. Es sind

deine Augen, denen mein
Herz sich zeigt, wenn wir
fliegen. Es sind deine Augen,
die ich sehe, wenn ich die

Flamme meines Herzens
erschaue. Es sind deine Augen,
die ich sehe, wenn der kleine
Tod mich zum Leben trägt.

Es sind deine Augen, wenn
ich suche und deine Augen,
wenn ich finde. So sind es
deine Augen, und ich liebe.


Freitag, 4. März 2016

LIEBE LEUCHTET

Heute bin ich weit fort von dir.
Heute bin ich eine Wolke und
fliege zum Meer. Entregne mich.
Werde eins mit dem Ozean.
Entgrenze mich. Bin. Überall.

Bin Tropfen. Vision. Vision von
Grenzenlosigkeit. Vision von
Liebe. Bin. Wasser auf der
Haut. Feuer im Herzen. Erde
unter Füßen, Wind und Sturm.

Morgen erkennen wir uns.
Begegne dir am Meeresstrand.
Laufe dir entgegen, Sehnsucht
und Sand unter meinen Füßen,
Frieden und Feuer im Herzen.

Presse deinen heißen Leib an
meinen, sehe dich Göttliche im
Licht deines Augenblicks. Selig
knien wir nieder im Paradies
der Welt, still im salzigen Wind.

Morgen bin ganz nah bei dir.
Der Wind formt Haare und
Kleid neu in jedem Augenblick,
wie das Meer eine Woge formt,
die sich bricht und doch stets

einzigartig bleibt. Du bist ein
Licht im Lichterreigen. Ich sehe
dich, sehe dich mit jeder Pore
meiner Haut. Liebe leuchtet.
In deinem Leib und meinem.


Mittwoch, 2. März 2016

STELZENGANG

Über den Boden der Sehnsucht
stehe ich stolz auf neuen Stelzen.

Stehe stolz auf jenen Zentimetern
an Höhe, die Sicherheit versprechen.

Beim ersten Schritt erkenne ich,
wie wackelig diese Angelegenheit ist.


Freitag, 19. Februar 2016

IM SCHATTEN

Gestern ritt ich,
geduldig auf meinem
Freund, dem Esel.

Der Esel schritt
über eine Brücke
aus Engelsflügeln,

sie zeigten über den
Fluss aus salzigen Tränen
auf die Sommerwiese.

Dort graste mein Esel.
Graste mit gesenktem
Kopf im Schatten.

Im Schatten des
Ölbaums fand ich
meine Liebe.


Donnerstag, 18. Februar 2016

ENDE DES DRAMAS

Nach all den Jahren sah ich dich
auf jenem Fest. Leicht tanzten
wir nur einen Tanz zusammen,
nach all den Jahren, so leicht.

Nach all den Jahren schaute ich.
Schaute in deine ozeanischen
Augen, mein Herz trommelte,
noch wild nach all den Jahren.

Sah ich dich. Sah dich mit freiem
Blick, erschrak ob deiner Anmut.
Süße strömte in jeder Zelle, suchte
Verbindung. Fand dein Strahlen.

Fand dich, hinter Tränenschleiern,
und im Spiegel meiner Trauer.
In diesem Augenblick von Freiheit
fiel der Vorhang: Ende des Dramas.

Einem Schleier gleich, der zerriss,
der das ganze Bild befreit, sah ich:
dich, nach all den Jahren. Was war
das, was wild in meinen Adern pochte?

Wahrhaftig, beseelt, sehnsüchtig
suchte mein Herz nach Antwort. Nur
meine Gedanken erbauten tausend
wohlfeile Begründungen. Aus allem,

was vergangen ist, errichteten sie
akribisch Mauern um den gelebten
Augenblick. Dich zu vergessen, noch
einmal, zu vergessen, das Pochen.

Das Herz, das trommelt nach all
den Jahren, so laut, so wild, mein
verrücktes, wildes, lautes Herz,
es singt, es ruft, es tobt nach dir.


Freitag, 12. Februar 2016

SPIELE

Nachtwandlerisch balancieren
über atemlose Abgründe,
ein Grund nicht zu erfassen.
Auf Gleisen liegen, während
Züge darüber tosen, so,
als gehe die Welt unter.

Das Herz schlägt bis zum
Halse, es liebt die Spiele wild.

Dich traf ich im Tanz der Wellen.
Wir liebten uns im Sand, in des
Meeres Gischt, im Schatten
der Sonnenschirme,  auf
den Gräbern der Ahnen.

Das Herz schlägt bis zum
Halse, es liebt die Spiele wild.

Heute erwacht der neue Tag.
Der Platz neben mir leer, das
Bett noch warm. Dort, wo du
lagst, nach mancher Nacht der
Liebe. Dein Geruch in der Luft.

Mein Herz schlägt bis zu den
Sternen, es liebt, die Sterne wild. 


Samstag, 6. Februar 2016

IM ANGESICHT DER LIEBE

In der Morgensonne, inmitten
der flatternden Eilfertigen,
sitze ich auf den Stufen der
alten Kirche und bade im Licht.

In meinen Herzen trage ich Freude,
Freude so tief und so hoch, so hell
und so warm, Freude, da ich gerade
in deinem Blick die Liebe sah.

Jedes liebevolle Lächeln weist
auf einen Stern in der Milchstraße
des Lebens, jede Geste enthüllt so
seinen Zauber im Angesicht der Liebe.


Montag, 1. Februar 2016

ANMUT DES AUGENBLICKS

Mein trauriges Lächeln dreht sich Kreise,
einsam auf der Jagd nach egomanischen
Verpackungsträumen meiner Bonusreviere.

Dann ein falsches Lachen auf der Bühne
der aschfahlen Arbeit. Dann ein Schritt,
ein einziger Schritt nur. Ein Schritt ins

Träumen, ein Schritt ins Taumeln, ein
Schritt ins Sommerlicht der Sehnsucht.
Ein Lächeln, das sich selbst umarmt,

wie nur Liebende sich umarmen. Ein
ekstatischer Schmetterling taumelt ganz
und gar im Blütenmeer des endlosen Sommers.

Ich nehme sie, nehme dich, du Schöne, dich,
du Sonne, dich, du Wind. Nehme jede Geste,
jede Bewegung, die unseren Blicken Richtung

gibt. Blicke sagen alles. Herzen flüstern wortlos.
Jeder Blick eine ekstatische Blüte des Sommers,
die sich öffnet dem Licht, der Sonne, dem Wind.

Jede Geste ist ein ekstatischer Schmetterling
eines Sommertages, jede Geste enthüllt alles,
Geheimnis, Flüstern, Anmut des Augenblicks.


Freitag, 22. Januar 2016

TANZE DIE LIEBE

Schau, die Gedanken, sie tanzen, tanzen im Kreis,
immer im Kreis, ohne Fehl, ohne Tadel, im Kreis des
Wichtigen, bin ich gut, bin ich Mann, bin ich besser,
Terapp, Terapp, immer im Kreis. Sieh, sieh die Frau
in deinen Augen, bin ich schön, bin ich schöner,
Galopp, Galopp, lausche, höre das stumme Lied auf
ihren Lippen, tanze, tanze mit ihr, tanze mit mir, tanze.

Liebe, mach Liebe mit mir, Liebe auf dem Weg,
auf dem Weg der Gedankenstille, tanze Liebe,
tanze Liebe im Rhythmus, im Rhythmus des
Nichtigen, im Rhythmus der Wahrheit, der Wahrheit
des Augenblicks, liebe, mach Liebe mit mir, liebe
das Nichts, das nichts hält, das nichts ist, das nichts
sein will, nichts werden will, nur ein Tropfen, der fällt.

Tropfen sind wir, die fallen, tanzen den Tropfen, der fällt,
tanze, du Schöne, du schönster aller Tropfen, tanze
deine Wahrheit, deine Tropfen-Wahrheit, atemlos, tanze
die Liebe mit mir, die Eintagsliebe, die Liebe des Augenblicks,
der ganz und gar ist, der alles ist, der nichts hält, der
nichts zurückhält, ein Tropfen vom Himmel, ein Tropfen
des Himmels, von dem wir fallen und in den wir zurück finden.


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Herzschlägen Hexe Honigmund Insel Irrgarten Kammer Kampf Kellern Kerzen Kinderlachen Kirschbaum Kirschblüten Kleid Klippen Klugheiten Knospe Krone Königin Laterne Lebendigkeit Leere Legenden Leichtigkeit Lider Liebenden Liebesspiele Liebhaber Liedern Lächelns Länder Löwe Lüfte Magie Magma Maler Mauer Meere Melodien Mittagssonne Monde Morgenstern Motten Muschel Muschelgrund Muscheln Mutter Nachhall Nacken Narr Narren Nektar Nichts Olymp Opern Orkan Orte Ozeam Ozeane Panzer Paradies Pfeil Phantasie Platz Poeten Poren Prinzessin Publikum Qual Rad Realitäten Rhythmen Roman Rosenblätter Rosenherz Ruf Sackgassen Savanne Schabernack Schattenengel Schattenwelt Schatz Schein Scheinwerfer Scheiterhaufen Schlange Schluchten Schmerzen Schneeflocken Schreien Schritten Schwingen Seelenlichter Seite Selbst Seufzer Sex Sommerliebe Sommernacht Sommertag Sonnenschein Spiegelbild Spinnen Spinnennetz Sprachlosigkeit Stern Sternenhimmel Stimme Stolz Suche Summen Symphonien Tages Tanzen Tarantella 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Blütenzauber Bonusreviere Botschaften Brandmal Braumgrenze Brei Brüsten Buchführung Bucht Bus Bäche Bücke Bühneneingang Champagner Christbaum Chöre Collagen Comicfigur Cyberspace Dasein Dauerfrost Delphin Dezemberkälte Ding Djinn Dolche Drama Dreckhaufen Drohne Duftmarke Dummy Dunkeln Dunkle Dunst Durst Dächern Dädalus Dämmerlicht Dämonenhimmel Dämonenreigen Düften Dünenlandschaft Dürre Ebbe Ecke Eden Egomonen Eiche Eifersucht Einsamkeit Eisblumen Eitelkeiten Elegien Elstern Engeln Engelsflügel Enterhaken Entjungferung Epen Erhabenheit Erinnerung Erkenntnis Erleuchtung Erlösung Erntrinnen Erregung Erzittern Erzählung Esel Espe Essenz Eurydike Ewige Fabelwesen Faden Fahrt Falke Fall Fallangst Falle Fallen Falter Faltern Fangen Feder Fegefeuer Fehl Feldern Fels Fest Feuerschweif Feuertanz Feuerzunge Flaggen Flamme Flecken Fliege Flirren Flocke Fluch Fluchten Fluchtgedanken Fluchttier Fluchtweg Fluglotse Fluren Fluß Flüchtende Flüchtlinge Flügelschlag Fremdling Freudenfeuer Freunde 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