Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Samstag, 31. Juli 2010

WIR REISEN

Unterwegs auf vielen Zügen traf ich
dich. Begann ein neues Spiel der Liebe.
Schneller, als ich ahnte, wurde es ernst.

Jetzt rast der Zug. Der Lokführer ist abgesprungen.
Was geschieht mit mir? Im Wagon mit dir, fliegen
wir durch die Dunkelheit, schneller und schneller.

Bequem ist diese Fahrt nicht, nein, es gefriert
das Leben. Jedes Lächeln wirkt verloren
angesichts der vorbei rasenden Landschaften.

Schwarze Tunnel fliehen, Schatten am Fenster
grinsen feist aus der Vergangenheit. Bin ganz
bei dir und doch so fern. Zu schnell, zu schnell!

Angst zerfrisst jeden Gedanken, nur mein
Herz behält den kühlen Kopf, strömt in meine
Arme, hält dich fest. Süße lebt auf, wir

küssen uns heiß im Wirbel der Schatten.
Dann hangeln wir uns gemeinsam in die
Lokomotive, finden die Steuerung. Der

Zug vergisst seine Raserei, die Landschaft
gewinnt Kontur und öffnet ihre Schönheit.
Leben und Licht finden uns. Wir reisen.

(m)

Freitag, 30. Juli 2010

HEILIGER BODEN

So mancher Augenblick mit dir öffnet
mich, öffnet er doch den Blick meines
Herzens. Dann bist du die Frau, mit

der ich in alle Tiefen tauchen, alle
Berge und  Täler erforschen will. So
schließe ich die Augen, sehe das Lächeln

deines schönen Herzens in ihrem ganzen
Glanz. Schenke ich mich dir mit jeder
Zelle meines seligen Leibs. Es öffnet

sich die Blüte der Sonne. Verliere Ich,
gewinne Selbst am Ende: in Hingabe.
Falle ich, dann falle ich in die Tiefe der

erhellendem Liebe. Für einen seligen
Augenblick verliere ich den Kampf. Da
gibt es keine Kämpfe mehr zu kämpfen,

da ist Frieden. Alle Mauern zerbröckeln
angesichts deines ahnungsvollen Lächelns.
Angesichts deines zerfließenden Blicks.

Angesichts unseres Strahlens. Angesichts
der Gabe der Berührung. Angesichts
des Feuers unserer Herzen, die heller

scheinen als alle Sonnen. Du bist die, die
sich nicht erhebt, sich nicht erhöht in
narzisstischer Stärke angesichts meiner

Hingabe. Denn verliere ich mich, dann
gewinne ich mich in einer Kraft, die
stärker ist als alles, was des Lebens

Kampf je in mir erweckte. - Darum
tanze mit mir, tanze auf dem heiligen
Boden, auf dem noch keine Tränen sind.

(m)


Mittwoch, 28. Juli 2010

TRÄNEN

All die Engel, die meine Tränen in ihren Händen halten,
tragen sie zu dir. Gefesselt in endloser Zuversicht,
mit dem ich deinen Schmerz zu schmelzen trachtete,
stehe ich hier mit leeren Händen. Bin doch kein Engel.

Weiß doch längst, dass Liebe dir nur Schmerz sein
kann, nach allem, was das Leben dir antrug. Es
war kein Geschenk, es war der steinige Weg. Meine
Liebe ist aufrichtig, ihre Kraft nicht stark genug.

So gehe ich jetzt. Meine Tränen sind schwer wie
Wolken am Himmel, bevor ihre Tropfen nieder
gehen auf deine Haut. Denke an mich, lass sie
kühlen den Schmerz. Dann bist du: nie mehr allein.

(n)

Dienstag, 27. Juli 2010

DER BODEN

In dieser Sommernacht lagen wir eng umschlungen.
Sahen einen Himmel voller Sterne. Sie flüsterten,
die Sterne, ließen uns wissen, wie wir strahlten.

Deine Augen glänzten im Mondlicht wie solch ferne
Sterne. Atemlos trieb mich deine Haut in den Tiefenrausch.
Den Tönen des Windes lauschten wir mit stiller Hingabe,

der Lieder sang, die wir niemals zuvor gehört hatten.
Einfach und ganz war dies Glück, denn es gab
keine Erinnerung in diesem seligen Augenblick,

keine Geschichte, keinen vergangenen Schmerz.
Der Boden, auf dem wir uns bewegten, war fest
und sicher, war er doch noch frei von allen Tränen.

(s)

Montag, 26. Juli 2010

SOMMERMOND

Schöne, gestern hast du mein Herz berührt.
Ganz wortlos. In einem Blick fanden sich alle
Berührungen. Die brannten sich in meinen
Leib, in dieser Sommernacht, unwiderruflich.

Gestern, da wusste ich, wer du bist, und
du wusstest, wer ich bin. Die Süße, die
durch meine Zellen strömte, war stiller Gruß
der Freiheit, die ich mit dir und in dir fand.

Jetzt tanzen wir noch einen Tag oder mehr,
gewinnen und verlieren uns ganz, zwischen
den Bergen, in Tälern und Schluchten. Lauschen
dem wundersamen Echo und der Stille darin.

Ganz nah bist du, Schöne, und meine Hand
umhüllt zart jede Bewegung. Wohin auch
immer sie führt, sie spricht die Antwort
auf Fragen, die niemand stellen muss.

Führen des Lebens Wege uns bald an
andere Orte, verlieren wir nichts, denn
gewonnen haben wir uns längst. Für
diese Nacht unter dem Sommermond.

(s)

Sonntag, 25. Juli 2010

ZWEI SEELEN

Da ist ein Feuer in deinen Augen, wenn wir
uns streiten. Das spaltet mein Herz zwischen
Streitlust und glühender Liebe. Da schreit

die eine Seele in mir, da brüllt der Tiger
im Angesicht des Jägers. Die andere Seele,
sie schmilzt wie der Schnee in der Märzsonne.

Den einen Teil meiner Seele zeige ich schnell,
den anderen, wenn wir uns wieder umarmen.
Dann erwacht die Sonne mitten in der Nacht.

(m)

Samstag, 24. Juli 2010

DEIN LACHEN

Ja, es sind nicht nur deine tiefbraunen
Augen, die mich gleiten lassen in eine andere
Welt, wo Herzen sich zum ersten Mal im
Spiegel sehen und die ganze Welt verzaubern.

Nein, es ist nicht nur deine Samthaut,
die bei jeder Berührung meinen Leib in
süßes Strömen trägt und die Sonne des
Begehrens in jeder Zelle pünktlich weckt.

Ja, es ist nicht nur die vollendete Gestalt
deines Leibes, in denen die Schönheit
aller Frauen dieser Welt sich verdichtet,
im Prisma der göttlichen Schöpfung.

Nein, es ist nicht nur die nicht enden
wollende Liste deiner Schönheit im Außen
und Innen, die das Lächeln meines Herzens
und den Mann in mir von Neuem erweckt.

Ja, es ist nicht nur deine erhellende
Empfindsamkeit, die Anmut deiner
singenden Hände, wenn du von Gott und
der Welt sprichst, die mich verzaubern.

Es ist dein Lachen, das mein Herz erwachen
lässt, selbst im schlimmsten Alptraum des
Lebens, dein Lachen, das der Rose meines
Herzens Sonne und Regen des Lebens ist.

(m)

Freitag, 23. Juli 2010

AUGENBLICK VON HEIMAT

Bin dem Himmel so nah, diesem winzigen Teil,
den wir mit Augen greifen. Will noch viel mehr
vom Himmel sehen, die Galaxien, die unsere Sinne
nie erfassen werden, den Äther, der alles hält.

Wenn ich in in deine Augen sehe, sind sie alle da,
Galaxien, Sternennebel, Äther und die Tiefe der
Unendlichkeit. Sind sie doch auch in mir, sind
wir alles, Schönheit, Schrecken und das ganze All.

Ach, welche Worte vermag ich zu finden? Welche
Musik vermag ich zu hören? Welche Bilder vermag
ich zu sehen, wenn ich die Schönheit des Herzens
beschreiben soll, zudem erfüllt von solcher Liebe?

Tanze mit mir unter dem Sternenhimmel auf dieser
kleinen Welt, spüre den Regen auf deiner Haut.
Dass wir nicht der Worte, der Musik und der Bilder
bedürfen, sondern nur der Hingabe an uns selbst!

Tanze mit mir in die Unendlichkeit aller Träume,
die je ein Mensch geträumt, und aller Herzen,
die je in einer Brust geschlagen haben: Für
diesen einen seligen Augenblick von Heimat.

(s)

Mittwoch, 21. Juli 2010

NEKTAR

In jener Nacht. In jener Nacht erwachte
das menschliche Tier, suchte die süßen
Spiele vergangener Tage. In Feldern aus
blutrotem Mohn, in endloser Weite, aus Blut

und Lava verbrannte die Lust: Papierschiff
im Lavastrom, kein Hafen, nirgendwo. Felder
in neuer Gestalt, Morast aus Erde und
Tränen, auf denen blasse, welke Blumen

um ihr Überleben kämpfen. Auf dem Grab
einer Liebe, die einst grenzenlos erschien.
-- Ich atme, atme traurig verzweifelt ihren
vertrauten Nektar aus den Tiefen meines

Geschlechts. Der mir einst der süßeste war:
Ozean, Hafen, Wurzel, Blüte, Erde, All.
Trage ihn einen Tag lang an mir wie eine
Ansichtskarte aus fernen Ländern, die

keinen Briefkasten findet, Duftmarke des
Zaubers, herzscheuer Sinnlichkeit. Dann trete
ich unter die Dusche und lasse ihn mit
zuckendem Mund still im Ausguss verrinnen.

(n)



Dienstag, 20. Juli 2010

SCHATTENENGEL

Meine Liebe dämmert ...

Einst traf ich dich, Schattenengel, in
begnadeten Nächten, göttlich, mondsüchtig,
traumverloren. Nackt und fröstelnd erwachte
ich im Schatten meines verlorenen Herzens.

Später schmerzte die Berührung eines
jeden Engels und verdunkelte meine Seele.

Heute, Schattenengel, vor dem dunklen
Vorhang der Erinnerungen und im Licht
unverhüllter Sehnsucht erstrahltest du
heller vor meinem dämmernden Herzen.

Schattenengel, weißt du, erst kamst du,
dann kamen die Schatten und endlich der
Tag, an dem wir uns wieder begegneten.
So traf ich dich, nach all der Zeit: unvollendet.

(n)

Montag, 19. Juli 2010

ICH WILL NUR DICH

Wenn ich in deine Augen blicke,
dann erwacht, schreit mein Herz,
aus Leibeskräften, mit geballter
Faust: “Ich will nur dich, Diotima!”

Mein Blut brennt und jede Zelle
in deines Herzens Licht entfacht,
der Ruf des Löwen lässt alles
erzittern: “Ich will nur dich, Diotima!”

Du kannst dich verstecken, ich
finde dich, will tief in deine
Seele schauen, kein Entrinnen,
denn: “Ich will nur dich, Diotima!”

Ich schlage meine Zähne dir in
den Nacken, bis du nicht mehr
flüchten willst, und nehme dich
laut: “Ich will nur dich, Diotima!”

Will dich erkennen mit offener
Hand meines Herzens, will dich
berühren in tiefsten Tiefen, dir leise
singen: “Ich will nur dich, Diotima!”

Will mit deinen Schatten tanzen,
alle Tänze, wild und sanft, in alle
Farben des Herzens tauchen, dir
flüstern: “Ich will nur dich, Diotima!”

(s)

Sonntag, 18. Juli 2010

EINSAMES HERZ

Einsames Herz, du berührtest mich tief.
Suchte ich dich, suchte nach Worten
mit dir. Fand viele Sprachen, Spiele,
Augenblicke des Glücks und des Wir.
Bisweilen waren alle Sterne nah.

Als ich von meiner Liebe zu dir sprach,
meintest du nur: “Sprich nicht von Liebe.
Es kann nicht Liebe sein, die du fühlst.
Liebe ist anders, ganz anders. Ich weiß,
dass es solche Liebe nicht geben kann.”

Einsames Herz, du berührtest mich,
das Brandmal saß bald tief, du kanntest
so vieles, nur nicht dich selbst. Als
meine Seele dich berührte, ranntest
du fort, du Fluchttier, biittersüßes.

Es gibt solche Liebe, einsames Herz!
- Jetzt sitze ich hier,weit fort und nah.
De Augenblicke meines Glücks,  sie
blieben. Blüten ohne Wasser, ohne
Sonne. Unvollendet, verwelkt, verendet.

Ein trauriges Lied, ein ungeborenes
Kind, das ich trotzig im Herzen trage,
tot, erstickt in Schmerz und Trauer.
Es bleiben: Erinnerungen, Bilder,
Gedanken an einen vergessenen Traum.

Erinnerungen an eine Liebe, die hätte
wachsen können unter der Sonne Gnade.
Einsames Herz, Fremdling des Herzens,
deine Sehnsucht war gefangen in Angst,
so fielen wir, jeder für sich, entzwei.

Nicht mehr tanzen, nicht mehr singen,
irren auf den Wegen verlorener Herzen.
Kann es das gewesen sein? Die Nähe, die
wir lebten, waren doch mehr als wilde Spiele
des Eros, beschmutzt und austauschbar

wie der frische Slip am nächsten Morgen?
So heule ich auf, Wolf vor dem Mond.
Bin das einsame Herz in der Weite der
Stadt, unter glitzernden Sternen, die jene
Träume weiter weisen, die uns entglitten.

(n)

Samstag, 17. Juli 2010

WAHRHEIT

Was ist Wahrheit?
Das was wir sagen,
das, was wir tun?

Das, was Lippen
sprechen? Das, was
der Körper bewegt?

Der Mund kann mit
Worten schweigen,
doch er schweigt

nicht, wenn er küsst.
Das Herz kann
ohne Worte sein,

doch der Körper
spricht so viele.
Sind Herz und

Verstand getrennt,
dann verlieren sich
auch die Liebenden.

(l)


Donnerstag, 15. Juli 2010

FRAGE-UND-ANTWORT, SPIEL?

Ob meine Liebe etwas anderes
sei als obsessiver Sex und
pornografische Inszenierung?
Das fragtest du aus der
Tiefe deiner Düsternis.

Hey, darauf antworte ich dir
mal: Meine Liebe ist tief wie
der Ozean, gespeist aus der
selben unterirdischen Quelle
wie der Ozean deiner Gefühle.

Blickst du hinein, wirst du
alle Obsessionen dieser Welt
darin finden, Herzen, die auf
und unter allen Wellen tanzen
 - und schließlich: dich selbst.

(l)

KEINE WENDEMÖGLICHKEIT

Nebel senkt sich schwer über
die Straße, wir fahren stoisch
weiter. Kann nichts mehr sehen,

nicht dein Herz, und du auch
meines nicht. Selbst der Himmel
ist verschwunden. Du sitzt neben

mir am Steuer, ich schweige,
sehne mich nach Sonnenschein.
Keine Wendemöglichkeit auf

dieser Straße, auf diesem Weg.
Der ist zu eng geworden, wird
enger und enger. Endlich lassen

wir das Auto stehen und gehen
zu Fuß weiter, jeder für sich.
Die ganze Welt ist eine andere.

(n)

Mittwoch, 14. Juli 2010

ZU HERZEN

Selbstvergessen,
ganz Selbst,
ganz Wildbach,
strömt mein Blut,
stetig in mir.

Stetig mit dir,
geht es

zu Herzen.

(m)

Dienstag, 13. Juli 2010

IRGENDWIE

Wenn wir uns begegnen, dann vergeht die
Zeit im Flug. Wir reden über das Leben,
die Liebe, über Freude und Leid, finden
kein Ende, Küsse so heiß wie die Reden.
Irgendwie passen wir wohl nicht zusammen.

Wenn wir uns berühren, dann vergeht die
Zeit in wollüstigen Spielen der Liebe, und
keine Nacht ist wie die andere, die Hymnen
der Lust bereichern ganze Straßenzüge.
Irgendwie passen wir wohl nicht zusammen.

Wenn wir getrennt sind und nur das Telefon
Brücke bleibt, sprechen wir stundenlang,
Tag für Tag, sprechen über das Leben, die
Freude und das Leid, machen die Nacht zum Tag.
Irgendwie passen wir wohl nicht zusammen.

Ach Baby, das alles hat doch keinen Sinn, denn
würden wir schweigen, uns nichts zu sagen haben,
und im Bett nur schlafen, dann hätten wir wenigstens
die Chance, ein ordentliches Ehepaar zu werden.
Aber so, so passen wir einfach nicht zusammen.

(n)

Montag, 12. Juli 2010

GEFANGENE

Ja, du süße Gefangene,
Geliebte, den Schlüssel
deines Herzens sperrte
ich jüngst in meines ein.

Geliebte, schenkte ich
dir gleichwohl den Schlüssel
zu meinem eigenen Herzen,
wurde ich dein Gefangener.

Sind und bleiben wir
Wärter der offenbarten
Liebe und tragen der
Liebe Freiheit im Herzen.

(s)

Samstag, 10. Juli 2010

VORHANG

Da ist ein Sternenkind,
im Nirgendwo und auch
in meinem Herzen. Da

ist eine Patina auf der
Seele und das Herz
atmet nun schwerer.

Wir konnten nicht
vergeben, nicht
heilen, nur schweigen.

Denn wer, wenn nicht
wir, sind Heiler unserer
Herzen? Jetzt rennen

wir fort, jeder allein,
fort von dieser Trauer.
Die Beine bewegen

sich mit aller Kraft,
doch treten sie auf
der Stelle. Am Boden

nur Tränen und des
Herzens verwelkte
Blütenblätter. Vorhang.

(n)

Freitag, 9. Juli 2010

ROSENHERZ

Meine Hülle hat manchen
Kratzer abbekommen vom
Leben. Auch mein Körper

hat bessere Zeiten gesehen
und geht an manchen Stellen
aus dem Leim. Fadenscheinig

ist manches Seidenhemd,
denn die Zeiten für solche
Hemden sind vorüber. Doch

genau hingeschaut, hättest du
hinter all dem Vergänglichen
ein Herz gefunden, jung und stark,

aus reinsten Rot, Rosenherz,
wenn du es gegen das Licht
deines eigenen Herzens hieltest.

Einst erkannten wir uns
im Strahlen unserer Augen.
Das Licht des Herzens fand

Heimat in manchem Augenblick.
Heute habe ich Angst vor den
Schatten der Erinnerung oder

dem Schmerz eines Wiedersehens,
Angst, den Glanz in deinen Augen
erloschen zu finden, oder auch

wieder zu finden. In angstvoller
Sehnsucht will ich bald die Rose
meines Herzens in andere Länder

tragen, mit heißer Haut und
Seidenhemd, hast du sie doch
fallen gelassen wie ein heißes Eisen.

(n)

Donnerstag, 8. Juli 2010

SO VIELE WORTE

In der hitzigen Sommernacht tanzten wir im
Regen, liebten uns im nassen Gras, mit Blitz
und Donner. Fanden uns, fern jeder Furcht.
Kein Tropfen vermochte diese Glut zu löschen.

Schön waren wir unter all den Sternen,
tanzend, lachend, liebend. Deine nackte
Haut, du Schaumgeborene, strahlte hell wie
der Mond dort oben, so schön warst du.

Als wir erwachten, war es die Diktatur der
Belanglosigkeiten, die in den Worten auf
schien, so viele Worte, so viele Antworten,
so wenige Fragen. Was ist die Wahrheit?

Die Gewitternächte, Küsse, die versprechen,
oder Worte, die sie vermeiden? Das Herz
kann ohne Worte sein, denn seine Sprache
spricht leise. Das Herz braucht Stille. Ja.

(m)

Mittwoch, 7. Juli 2010

ALLES ZU VIEL

Ein rastloser Blick. Zwischen jedem Atemzug.
Dein süßer Mund macht sich auf den Weg zur
nächsten Erzählung, die du “Erklärung” nennst:

Da ist das Leben, da sind du und dein Leben, da
ist irgendwo, unerreichbar am Rand, auch die
Liebe, da bin irgendwo auch ich, der so gar nicht

zu dir passt, zu dir und deinem Plan vom Leben,
ist doch alles so viel, alles zu viel. Der mit dir schläft
in Honignächten, so tief und wild, so viel, zu viel.

Mit einem seufzenden “ach, ich weiß auch nicht!”
schließt das nächste Kapitel, landet in einem
fragenden Lächeln, ohne Antwort zu suchen.

Im Augenblick solch Schweigens entzückt mich
dein fester Mund, der ohne Worte bleibt und “Küss
mich!” ruft. Küsse ich dich, schmeckt jeder Kuss

so süß wie eine dunkle Kirsche in Juni. Alles so
viel, alles zu viel. Ja, fremde Frau, bisweilen schaue
ich dich an wie ein seltenes Tier, verzaubert, neugierig.

Ja, Geliebte, wenn wir uns küssen, uns schmecken,
uns spüren, dann finden wir Erklärung und brauchen
keine Worte mehr. Doch alles ist so viel, alles zu viel.

(l)

Montag, 5. Juli 2010

BLÜTEN

Der Geist deiner Worte, das stumme Versprechen
unmerklich lächelnder Lippen, auch das warst du.
Schaute ich doch tief die Angst, die Trauer, in

dieser ach so makellosen Körperhülle. Den Krieg
der Geschlechter kämpften wir ebenso wie wir
die Augenblicke von Glück und Frieden lebten.

Du warst die Frau. Mit dir versank ich in tiefste
Tiefen des Eros, dort, wo es keine Helden mehr
gibt, nur Getriebene im Mahlstrom der Seele.

Hineingezogen bis auf den Grund, ausgespuckt,
verwirrt, suchten die Egos nach Halt. Jetzt schweigen
wir. Gelähmt und stumm. Von den Ruinen der

Erinnerung falle ich ins kalte Tal der Sprachlosigkeit.
Liebe, zu kurz gelebt, zu kräftig gewachsen, zu lang
bezweifelt, ließ mich wund, kalt und fröstelnd zurück.

Wortnetze, zu grob angesichts wilder Wasser,
Bahnhof, den kein Zug mehr nutzt, auf den Gleisen
abgerissen Blüten, die gnadenlos vertrocknen.

(n)

Samstag, 3. Juli 2010

MEIN LÄCHELN

Wie eine Flamme, die zitternd
in den Äther leckt, du flüchtige
Tochter des Lichts, so möchte
ich vergehen in deinem verzagten
Beben, immer noch, immer wieder.

Des Abends, in der kokett du dich
belächelst, im Spiegel deine Lippen
öffnest, will ich dein Nachtgemahl
sein in dunklem Grund, in dem wir
wilde Spiele spielen, immer wieder.

Des Morgens dann, wenn die Sonne
sich über die Erde erhebt, und der
Zauber verdunstet wie Morgentau,
soll mein leuchtendes Lächeln dich
tragen auf Händen durch den Tag.

(m)

Freitag, 2. Juli 2010

FEUER

Verschmitzt blinzelt die Morgensonne,
die zärtlich den Morgentau entwebt.
In Verheißung taumelnder Wonne,
denk ich an dich und mein Herz erbebt.

Glutdunkles Bild, du geliebte Gestalt,
mit dir betrat ich den Pfad der Liebe.
Feurige Küsse entflammten uns bald,
ach dass solch Feuer das Jahr lang bliebe!

(s)

Donnerstag, 1. Juli 2010

DANN SEHE ICH DICH*

Blicke ich auf deine
Lippen, träume ich
dein Kuss zu sein.

Blicke ich in deine
Augen, träume ich
dein Wunsch zu sein.

Blicke ich auf deine
Hände, träume ich
dein Gebet zu sein.

So küsse ich deinen
bebenden Mund,
und wenn ich meine
Augen schließe,
dann sehe ich dich.

So blicke ich in deine
lachenden Augen,
und wenn ich meine
Augen öffne,
dann sehe ich dich.

So blicke ich auf deine
flüsternden Hände,
und wenn ich in mein
Herz schaue,
dann sehe ich dich.

(m)

* Ich danke Rachel vom Lyrikblog RACHELWELTEN für die Anregung zu diesem Text


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