fand dich, endlich. Die Sterne, auf die wir sahen,
entstammten antipodischen Universen. Du suchtest
den Mann und ich die Frau. Tanzen wollten wir.
Im gleißendem Licht aufsteigender Träume
berauscht, trafen wir uns, schmerzvoll zärtlich,
gierig, wild, tauschten wir das, was als Liebe
wir erdachten: Lächeln, Ohren, Küsse, Körper.
Der Wunderlampe ungestillter Sehnsüchte entwich
der Djinn. Erfüllte Begehren, doch Dämon bleibt
Dämon. Im Licht der Träume stiegen Schatten
empor, leckten höhnisch Lippen der Vergangenheit.
Anfänglich tanzten wir Tango, dann Tarantella.
geblendet in fanatischer Suche nach Wahrheit,
kämpften wir an unserer Heimatfront, verbaselten
die Tage, ignorierten das Licht in den Augen, das
Aus den Herzen aufschien, bis es verblasste.
Gefangene in uns selbst, in kriegerischer Pose,
schliefen wir ein in unseren Rüstungen. Hatten
wir doch so viel zu tun, waren wir doch Besessene.
Besessen von heiligen Bedeutungen, von heiligen
Urteilen, von heiligen Meinungen, von heiligen
Erinnerungen. Ob wir auch fast ertranken im Sturm
der Eitelkeiten, ob wir klammerten oder fremde Wege
Suchten, stetig rief es aus des Egos Kräften: Ichichich.
kein Wir vermochten wir so auf die Welt zu bringen.
Irgendwann knieten wir, knieten endlich, knieten an
der Quelle unsäglichen Schmerzes, verloren, heimatlos.
Geblendete waren wir, geblendet vom Unheil der
Welten in uns, und um uns herum, sprachlos, mit
eiskalter Haut. Angespült ans Ufer, in einem seligen
Augenblick tränenleerer Stille, erkannten wir uns.
So erblickte ich Wahrheit: Plötzlich fand ich sie, jene
Unschuld des Herzens, die in dir pochte. Die tief
mich berührte, jene Unschuld, hinter all dem Schmerz
und Leid, hinter all den Dämonen des Vergangenen.
So ist es jene Unschuld des Herzens, die aufscheint in
jedem Blick, in jeder Umarmung, jedem Lächeln deiner
Augen. So ist es jene Unschuld des Herzens, die neu in mir
erwacht. Jetzt tanzen wir, den Tanz der unschuldigen Herzen.
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foto: vkd |
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