Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Sonntag, 29. Juni 2014

IRRGARTEN

Fröhlich, das Kinderlachen, kam
die Zeit der bunten Kirmes.
Inmitten der geheimnisvolle
Irrgarten, Welt aus Licht,
Welt aus Glas, Welt  der Spiegel,

Welt der Irrwege, der Sackgassen
und des einen Wegs zur Freiheit.
Fröhlich, das Kinderlachen, verhieß
die Glitzerwelt der Täuschungen
doch wunderbare Zukunft.

Erwachsen geriet der Irrgarten
zum Leben. Die Welt aus Licht
flimmerte von Bildschirmen,
unerreichbar. Glas zerbrach,
heile Welten, Hoffnungen, Herzen.

Des Lebens Wind wehte diese
schwarzen Tücher von den Spiegeln.
Die blieben, akkurat ziselierte,
metallisch-kalte Spiegel auf der
Suche nach dem perfekten Bild.

Im Augenblick des Erkennens,
im tiefsten aller Blicke, wo der
Weg zur Freiheit beginnt, zer-
stäuben Spiegel und Bilder. Da:
Liebe, Wahrheit, in allem, was ist.


Samstag, 21. Juni 2014

ABSCHIEDSWEG

Dies ist nun mein letzter Weg:
Es ist der Weg des Abschieds.

Wenn auch viele Wege noch
vor dir liegen, auch für dich
wird einer dein letzter sein:
dann gedenke meiner.

Jetzt gehe ich  in der Gewissheit
dich eines Tages wieder zu treffen,
an jenem Ort, an den alle Wege
enden und beginnen. Dort
will ich wieder mit dir lachen.


Montag, 16. Juni 2014

SALZ AUF UNSEREN LIPPEN

Die Vögel des Zufalls flatterten auf,
sie setzten sich nieder am Ufer,
als unsere Blicke tief sich trafen.

Dort auf meinem Floß glitt ich
vorbei auf dem glitzernden Fluss,
auf dem Weg zu deinem Herzen.

Ich reichte Dir meine Hand, süß
schmeckte der Sommer, süß wie deine
Küsse. Bald erreichten wir das Meer.

Das Meer entbarg seine Mysterien.
Wir und unsere Tränen verschmolzen
im Wind das Salz auf unseren Lippen.


Sonntag, 15. Juni 2014

MYRIADEN LIEDER

Viele Geschichten, versunken tief im
Nebel, verschluckt von Wolkenbergen,
kalt, nasskalt, erstarrte Geschichten,
Geschichten wie Steine, zu Grunde
gegangen in des Lebens Ozean.

Im Nachhall der Geschichten hockte ich,
in Wut, Schmerz und Trauer oder tanzte
leicht den nächsten Tanz. Mein Herz sang
stumme Lieder. Da fand ich dich, Diotima,
fand Lieder meines Herzens, so wild, so süß.

Heute mag ich keine Geschichten mehr.
Wenn ich dich umarme, so wild, so süß,
höre ich Opern, Chöre, ganze Symphonien:
In einem hellen Augenblick, Myriaden
Lieder, in dem zwei Herzen sich erkennen.


Samstag, 7. Juni 2014

MEIN LIED

Wer bin ich?

Bin ich die Geschichte meiner Heldentaten,
die ich laut erzähle nach dem 3. Glas Wein?
Bin ich der exzellente Fahrer des einzigartigen
freudespendenden Autos? Bin ich ein Auto?
Bin ich das Haus, das ich bewohne, der Sessel,
auf dem ich sitze, der Witz, den ich erzähle?

Wer bin ich?

Bin ich mein eigenes Gestern oder das Morgen einer
Fußballmannschaft? Bin ich die Zahl, die geschrieben
steht auf dem Kontoauszug, im Kraftfahrzeugschein,
oder bin ich all die Zahlen in meinem Kopf? Bin ich
das Bild, das ich sorgenfältig  übermale, wenn die
Farbe bröckelt? Bin ich die Farbe oder meine Panik?

Wer bin ich?

Ich bin die Stille, die alles sagt, hinter den Worten,
die nichts sagen. Ich bin der Blick, der alles erkennt,
wenn der Schleier fällt, gewebt aus Geschichten.
Ich bin du und du bist ich und wir sind die Lieder
des Himmels, die Lieder der Blumen, die Symphonien
im Herzen des Universums, im Universum der Herzen.

Wer bin ich?

Bisweilen bin das Strahlen in deinen Augen, und das
in meinen, begegnen wir uns. Dann bin ich das Feuer
in meiner Seele, die sich selbst entflammt. Dann bin ich
die Seligkeit süßer Liebe, die alles taucht in leuchtendes
Licht. Dann bin ich der zweite Strahl der Sonne,  die einen
Augenblick erhellt, den einen Augenblick der Liebe.

Sonntag, 1. Juni 2014

WO WIR LIEBE SIND

Komm,
komm mit mir.
Komm mit mir
auf die Reise.

Schritt für Schritt,
Tritt für Tritt.

Vorbei an den Kultstätten
des Urteilens.

Über die eisigen Gebirge
des Widerstrebens.

Durch die wilden Wälder
der Anhaftungen.

Komm,
komm mit mir.
Komm mit mir
auf die Reise.

Auf die Reise
in die Heimat.
In die Heimat
der Herzen.

In die Heimat,
wo wir ganz,
wo wir Liebe sind.


Freitag, 30. Mai 2014

ZOE

Wenn ich dich ansehe, so ist
mir bisweilen, als ob ich mich
im Spiegel betrachte. Der ist
nicht kantig scharf geschliffen,
sondern weich, zart und sanft.

Wenn ich zu dir spreche,
oder du zu mir, dann ist es
bisweilen wie ein Gedanke,
den ich längst verstehe,
bevor ich ihn gedacht habe.

Wenn ich in deine Augen
sehe und dein Herz erblicke,
so ist da so viel Schönheit,
die mich bisweilen ganz
sprachlos verstummen lässt.


Donnerstag, 29. Mai 2014

DER TAGTRÄUME GLUT

Ein Glitzern liegt in der Luft,
ein Strahlen und ein Raunen.
Meine Füße treten der Tagträume

Glut aus. Die Parade der erigierten
Helden zieht gesenkten Hauptes
vorbei an lautem Kinderlachen.

Was immer du schenkst, Liebe,
es macht den strahlenden Himmel
noch ein kleines Stück strahlender.


Montag, 26. Mai 2014

ENDLICH

Ein Schritt nur
führt durch das
Tor der Tränen

zu den Tönen
der Wahrheit.
Dort unten,

unter der Erde,
die der Himmel
uns schenkte.

Einmal ganz Ohr,
das lauscht den
ganzen Himmel.

Unter Sternen singe
ich meine Liebe
in heiliger Stille.

So soll Liebe sein: die
Saiten der Wahrheit
zum Klingen bringen.

Dass wir werden, was
was wir sind: Licht
in der Liebe Glanz.

Endlich.
Und:
Endlich ganz.


Samstag, 24. Mai 2014

WOLKEN

Bruder Wind, in laue Luft
trägst du Wüste, die Erde
bedeckt unter so viel Puder.

Schwester Regen, ergieße dich,
und die Welt duftet Sehnsuchtssüße.
Mutter Erde weist den Weg.

Den Weg die Liebe zu entdecken,
unter all dem Staub. Sind wir bereit,
die Last des Gestern abzustreifen?

Werden Wolken beim Abschied
winken, mit all den Tränen,  die
sie bergen, und ihres Weges gehen?

Gab es jemals derer zwei am endlosen
Himmel, die sich vollkommen glichen?
Gab es sie ein einziges Mal nur?

So sind wir: Wolken, einzigartig
unter einzigartigen Himmeln.
Der Wind weist der Liebe den Weg.


Donnerstag, 22. Mai 2014

EIN GEDICHT FÜR DICH

Ein Gedicht für dich, Geliebte,
zu schreiben, heißt das Universum
zu preisen für seine hellsten Sonnen.
Die sehe ich in deinen Sternenaugen.

Sind sie es doch, die mein Herz
liebkosen mit ihrem Seelenblick.
In den Tränen auf deiner Wange
strahlen Tausend Monde vor Glück.

So wunderschön bist du in
deinem Glitzern, in deinem
sanften Strahlen, als wäre das
Universum ein einziger Engel.

Wenn ich deine Hand so zart in
meiner spüre, dann ist mir, als
berührte ich die pochenden
Herzen und Seelen aller Sterne.


Dienstag, 20. Mai 2014

ZAUBERVOGEL

Die Silhouetten
dunkler Gedanken
entgleisen im Licht.

Es erwacht in deinen
Augen aus tiefster Tiefe
berührt es meine.

Nun folge ihm und
sehe dies Glitzern
in schwarzer Dunkelheit.

Die Nacht strahlt voller
Zauber. Leises Rauschen
erklingt in allen Schatten.

Der Zaubervogel hebt
Schwingen fliegt dem
Leben entgegen.

Die Trommel des
Herzens flüstert im
Takt deinen Namen.


Sonntag, 18. Mai 2014

IMMER DA


Wonach ich suche,
war doch immer da.

Wonach ich suche,
wartet geduldig.

Wonach ich suche,
wartet lächelnd.

Wartet mit
liebendem Blick.

Wartet vielleicht ein
ganzes Leben lang:

Solange, wie
ein Herz schlägt.


Mittwoch, 14. Mai 2014

IN DER SCHWARZEN ERDE UNTER DER STADT

Der Träume Strom verdunstet
angesichts scheuer Dämmerung.
Lass den lauten Tag doch läuten!

Schenke mir Stille. Lausche dem
Rauschen. Dem Rauschen von Blut
und Blütenstaub. Öffne das Fenster.

Die taufeuchte Kühle des Morgens
erweckt die Haut. Treibt deine Sehn-
Anemonen in meine heißen Hände.

In der schwarzen Erde unter der
Stadt verstummt der Herzschlag
des neuen Tages. Wir kehren zurück

in Gottes Garten: im Chor der
dunklen Lust danken wir der
Helle des gelebten Augenblicks.


Montag, 12. Mai 2014

DEIN LICHT

Ich habe dein Licht gesehen
im Schatten der Vielen.

Es strahlte, einer Sonne
gleich, aus deiner Tiefe.

Farbtrunken bemale ich
heut Nacht Leinwände.

Meine Träume flechten
deinem Licht eine Krone.

Ich habe dein Licht gesehen
im Schatten der Vielen. 


Sonntag, 11. Mai 2014

HEIMKEHR

Einer Schnecke gleich, gemächlich,
findet mein Herz Weg und Lied.
Lächelt hell in der Dämmerung.
Hört deinen Namen im Getöse

der Stadt. Zertanzt seine Schuhe
im Stiegenhaus des Tages.
Einer Katze gleich, gemächlich,
streifen meine Gedanken um

Heimkehr zu dir. Deine Küsse,
süß und wild, sie rauschen tief
in meinem Blut. Die Blüten unserer
Herzen wenden sich der Sonne zu.

Einer Blume gleich, gemächlich,
verdunstet der Tau des Gestern.
Jede Träne trocknet, jeder Schatten
erleuchtet den Weg. Wir lauschen.


Samstag, 10. Mai 2014

IM KUSS

Kinder, die wir waren, träumten Träume,
schokofarben. Kinder, die wir waren,
tänzelten, hingebungsvolle Gespräche
mit Pflanzen, Tieren, manchen Dingen.

Jahre vergingen. Du und ich, gefangen,
gefangen im Gestern, im Kreis, im Gestell,
in Gesten aus Gestern und Morgen. Ewig,
die Wiederkehr, Wiederkehr des Gleichen.

Ein einziger Augenblick führt ins Erwachen:
Du und ich erkennen. Kein Wenn und Aber,
kein Ja und Nein, keine Litanei des Ego.

Erkennen uns, erwachen, küssen, als sei
es das erste Mal. Ich finde Gott, finde Gott
in deinen Lippen, und auch in meinen.

Du, ich, hier, jetzt: Gott in unseren Lippen.
Gewinnen selig den Augenblick, im Kuss,
werfen uns nieder zum mystischen Gebet.


Freitag, 2. Mai 2014

IN DER STILLE ZWEIER HERZSCHLÄGE

Wo der Zug erzittert, dem Bahnhof flieht,
am letzten Fenster, dort hinten, am Ende,
in bitterroter Laterne, dort brennt mein Herz.

Im tiefsten Wald, am mondlosen Boden,
tanzt das Glühwürmchen im Schatten des
Schattens, hier brenne ich, in dieser Nacht.

Wo das Gestern verglüht in diesem einzigen
Augenblick, wo das Morgen verstummt,
dort will ich mit dir sein, Liebe, Leben.

Wo die Sonne untergeht, eine Laterne
sich im Grau konturiert, dort will ich
erwachen, in der Stille zweier Herzschläge

Schau, sieh, sieh in mich, Leben, einmal noch,
lausche, Liebe, höre, hier singe ich, singe dir mein
schönstes Lied: Orpheus im Spiegel aller Sterne.


Montag, 17. März 2014

BLICK DES HERZENS

Mit dem Blick des Herzens
sind wir. Sind Feuer und Wasser,
Himmel und Erde, entborgen den
tiefsten Tiefen unserer Seelen.

Heute drängen wir, drängen ans
Licht, scheu mit jedem Schritt,
Tanzen wir, tanzen in die Nacht,
Singen, lachen, unter dem Mond.

Heute schütteln  wir ab den Schnee
der Gedanken, der alles dumpf
und kalt macht im Angesicht
der wild erwachenden Liebe.

Heute will ich in der Erde deines Leibes
wühlen, in die Himmel deiner Augen
sinken, in den Wassern deiner Lust
baden, brennen im Feuer des Seins.




Dienstag, 28. Januar 2014

GNADE DER LIEBE


Hörst du das Flirren unter einem
Flügelschlag? Hörst du das Flüstern
der Sonne, die ihr Antlitz hebt über

den Horizont? Tauche mit mir ein In
die weißen Wellen dieses einen
Augenblicks, heilig, heilig, heilig.

Dies Leben beschenkt uns mit einem
neuen Tag. Da strahlt ein Herz in mir,
erhellt deinen Blick. Da erklingt dein

Sonnenlachen. Wir singen sanft ein Lied
aus fernen Tagen. Wir tanzen, wir wüten,
wir weinen: die Gnade der Liebe erhellt.


Freitag, 17. Januar 2014

DECKE

Draußen der Regen
Schlägt gegen das Glas
Auf der Flucht
Vor dem Wind.
Es zittert, das Glas.
Hat Angst zu zerspringen.
Nur mein Herz ist schneller.
Es zerspringt schier vor Glück.
Du kriechst noch ein Stück
Tiefer unter meine Decke.


Freitag, 10. Januar 2014

AUF MEINEM WEG

Dort draußen weht wild der Wind.
Sein Blick hat dich gefunden. Nun
webt er deinen Namen, er klebt am
Himmel, ein Spinnennetz. Manche
Gedanken, gefangene, zittern leise.
Andere  suchen ein Entrinnen.

Dort draußen strahlt die Welt. Wie Du.
Überall. Wohin ich aus meinem Herzen
blicke, finde ich dich. Finde dich in jedem
Glitzern der Blätter, in jedem Lächeln
eines Kindes, in jedem Augenpaar, das
flüchtig mich streift auf meinem Weg zu dir.


Sonntag, 5. Januar 2014

ZWISCHEN HERZSCHLÄGEN


Erhaben im grauen Antlitz der Wolken,
Betörend im Duft der Lüfte, rotschwarz
im stillen Strom der Wurzelwelt, dort,
wo Himmel und Erde, wo Universen sich

sich in Liebe umarmen, wo alles, ob klein,
ob groß, in der Symphonie des Lebens
Verschmilzt, dort will ich mit dir sein.
Wir winken zum Abschied, winken unserer

Eitelkeit, lassen sie davon fahren, den ratlos
rastlosen Reisenden. Gehen Haut an Haut,
treffen uns in der Stille, zwischen Herzschlägen. 
Im diesem ewigen Augenblick weiten sie sich,

die Seelen und erkennen sich: im Herzen
Gottes. Gottes Herz schlägt in mir, schlägt
in Dir, schlägt im Kleinsten und Größten
der Universen, es ist der Funke allen Seins.


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/72/Milkyway-summit-lake-wv1_-_West_Virginia_-_ForestWander.jpg/320px-Milkyway-summit-lake-wv1_-_West_Virginia_-_ForestWander.jpg
http://www.forestwander.com/website-terms/

Donnerstag, 2. Januar 2014

JAGDFIEBER


Heute hat mich das Fieber gepackt.
Ich reinige meine Waffen. Rüste mich.
Packe meine Werkzeuge sorgfältig.
Atme schneller. Mein Weg wartet.

Heute hat mich das Fieber gepackt.
Es treibt mich. Treibt mich  aus deinen
Umarmungen und Küssen, aus Wärme
und Hitze. Treibt mich in die Ferne.

Heute hat mich das Fieber gepackt.
Das Traumpferd hebt den Kopf, es
Scharrt mit den Hufen, ungeduldig,
und unter dem Himmel unsichtbar.

Heute hat mich die Liebe gepackt.
Du kannst es nur erkennen mit deines
Herzens Auge. Bald werde ich heimkehren,
heimkehren mit der Liebe reicher Beute.



Dienstag, 31. Dezember 2013

DUFT

Ich öffne meine Augen. Da ist ein Duft, der
mich erweckt. Der Duft einer Lichtung im
vergessenen Wald, mit Blättern, Gräsern,
Blumen, gewebt aus Licht, die in den Himmel

weisen, beim Flügelschlag des Schmetterlings.
Zur Blüte neigt er sich in stiller Andacht, fast
unsichtbar bebt er in der Lust des Seins,
Anmutig und ganz und gar das, was ist,
Wald, Lichtung, Himmel und Erde: Duft.

Ich öffne meine Augen. Da ist ein Duft, der
mich erweckt. Der Duft, der vom Ozean
herüber weht, mit Sand und Gischt und
gewaltiger Kraft, Wogen und endloser Tiefe

In Königinnenblau. All die Lebewesen darin,
die winzigen und riesigen, sie tanzen ekstatisch
Den Lebenstanz, sein Jahrmillionen schon.
Ihre Schweißtropfen und Tränen verschmolzen
In Liebe zum Ozean der Ozeane und Meere.

Ich atme ihn tief in mich ein, deinen Duft,
Du Schöne, du Schmetterling, du Wald,
du Lichtung, du Erde, du Ozean, du Tiefe,
Du Sand, du Gischt, du Leben. Ich küsse dich.
















Samstag, 28. Dezember 2013

VERRÜCKTES HERZ

 
Verrücktes Herz, tanzen, das willst du, immer nur tanzen,
Lachen, das willst du, immer nur lachen. Tanzen, lachen,
tausend Faxen machen. Tanzen vor Glück, lachen, entzückt,
 
Tanzen entrückt, im Augenblick, in jedem Augenblick,
In jedem Augenblick des Erwachens. Verrücktes Herz,
übermütig bist du. Und: mutig bist du. So mutig, wie
 
nur ein Herz sein kann: ein Herz, das liebt. Verrücktes
liebendes Herz, du, verrücktes Herz, in Liebe entflammt,
du, mit deinem Feuerschweif, du heiliges, wildes Pferd,
 
Galoppiere, renne, flüchte, flüchte weit, weit fort, fort
von der Geometrie der Wände, der Akkuratesse des
Verstandes, dem Gefängnis des spiegelsüchtigen Ego.
 
Finde sie, die Freiheit, nach der dein Wesen sich sehnt,
finde sie, tanze, bis deine Hufe zu Wolken wachsen,
Galoppiere über die Dächer der Städte, die Türme,
 
die Antennen, die Straßenschluchten, die Bahnhöfe,
die Startbahnen, die vollgestopften Straßen, die Welt
Der Worte an den Wänden, die Welt der Botschaften,
 
Die der Kisten, die Welt, die brummt und brüllt, säuft
und stinkt, die Welt der blechernen Atemlosigkeit.
Galoppiere mit deinen Hufen aus Wolken weit fort,
 
fort von alle den rasenden, rastlosen Menschen dort,
Dort unten, rasend rastlos, auf Wegen, die nirgendwo hin
führen, auf Wegen, die niemanden schützen als den
 
Augenblick, niemandem nützen mit all den Geschichten,
die eitel sich selbst vergewissern, tautologisch, dumpf,
monoton, niemals enden wollende Geschichten, von Neid
 
und Gier, von Zahlen und Buchstaben, von Geld und Waren.
Eitle Geschichten einer Welt von Helden und Heldinnen,
Aufgeblasen oder mühevoll kaschiert, aber stets großartig,
 
superhyperlative, niemals enden wollende Egos, besessen,
trunken, triefend, verloren, verzweifelt, krank im Gefängnis
Ihrer Geschichte von sich selbst, die sie erzählen, sich selbst
 
erzählen, ein Leben lang, auf Irrwegen taumelnd, immer auf
der der Suche nach einem Zuschauer. Gebete des Egos,
ewige Wiederkehr des Gleichen, der Sinn des Lebens,
 
der sich nur im Kreis bewegt, heute, morgen, ein Leben lang.
Wege, die nicht schützen vor dem Morgen, nicht schützen vor
dem Nichts, nicht schützen vor dem Tod, der Unendlichkeit,
 
die im Nebel liegt. Sie heilen nicht, nicht die Mauern, sie heilen
nicht die Steine, sie heilen nicht, die Geometrien, sie heilen
nicht die Spiegelungen, nicht der Erfolg, nicht die Versicherungen,
 
nicht die Bankkonten, nicht die brillanten Analysen, nicht die
Tempel der Worte oder die Tempel der Verblödung. Sie heilen
nichts, nicht das Gestern, nicht das Morgen, nichts, nichts,
 
und wieder nichts, heilen sie. Sind sie doch Illusionen, reinste
Illusionen, Fata Morgana eines Denkens, das so großartig sich
dünkt, und großartig Ist es nur in seiner Verstörung, in seiner
 
Beschwörung, in seiner Zerstörung, in seiner Trostlosigkeit,
in seiner Armut. So arm ist es, so unendlich arm, wie alles,
das dem Verstand aufscheint, in jedweder glamourösen Gestalt.
 
So groß, so groß-artig, so stolz, so eitel, all dieser Gewänder des
Ego-Verstands auch sein mögen, verdecken sie doch nur die
Nacktheit: verdecken sie voller Scham. Nackt gefangen in Mauern
 
seiner Eitelkeit, die er nicht überwinden kann. Diese Mauern des
Verstandes, der nichts versteht und sich seiner Herzlosigkeit rühmt.
Nur ein Herz, das brennt, tanzt im Licht der Ekstase, nur ein Herz,
 
das brennt, trägt das Licht Gottes in das Universum jenseits des
Denkens, nur ein Herz, das brennt, umarmt die Schöpfung in Mut
und Anmut. Darum tanze für dein Leben, du, brennendes,
 
verrücktes Herz! Tanze, liebe, verrückt, entrückt, tanze dich, liebe
dich, tanze dich um deinen Verstand, ganz und gar, du verrücktes
Herz, sei ganz und gar im Augenblick, liebe, lache, entzückt, verrückt.


Dienstag, 29. Mai 2012

MEER DER LIEBE

Wenn mein Herz dir lächelt,
sieht es dich. Sieht dich mit
dem Blick des ganzen Seins.
Sieht dich mit dem Blick
des Seins, das Liebe ist.

Du erstrahlst. Du erstrahlst
wie das Meer. Du erstrahlst
wie das Meer in der Sonne,
in der Sonne des Morgens,
in der Sonne des Mittags.

In der Sonne des Abends
tauche ich ein, tauche ein in
die Fluten, in Tiefe, Dunkel.
Durch wilde Wellen hält mein
Herz Kurs im Meer der Liebe.


Samstag, 14. April 2012

BILDER

Hier gehe ich. Gehe auf diesem
fremden Kontinent Schritt für
Schritt. Gehe allein. Gehe in

der Abendsonne. Staune. So
viele Gesichter, Farben, Blicke,
gelber Staub, Lächeln, Gesten,

Bilder. Blitze, die brennen, die
blenden die Perlenschnur der
unersättlichen Augenblicke.

Zwischen uns der weite Ozean.
Winke im Himmel dir zu, meine
Liebe, nur dir und du bist Himmel.

Sende ein Bild : ein Bild aus der
Landschaft meiner Träume, ein
Bild vom Meer meiner Sehnsucht,

eines aus der Savanne meiner Liebe.
Dort, unter dem Sternenhimmel,
ruft mein Herz nach dir. Darum

lausche. Lausche. Lausche dem
Ruf, dem Ruf des Löwen, des
Löwen in meinem Herzen, des

wilden Löwen, des Löwen meiner
Seele. Lausche ihnen, lausche mir,
lausche achtsam. Schau die Bilder.

Schaue achtsam. Schaue die Bilder
tief in dir. Sende mir sie mir zurück,
deine Bilder. Die Bilder deiner Seele.

Dann packen wir sie. Packen sie hinein.
Packen sie in den Koffer hinein und
erkennen uns im Weltall des Augenblicks.

(m)


NARRETEI

Über meinen ausgestreckten Arm
legt sie sich, die Decke, die Decke
eines Traums, eines Traums aus
weiter Ferne, so weit, so weit, weh,

wehe, weht zu mir, die Decke, die
Decke eines Traums, legt sich, legt
sich über den Augenblick, legt sich
über meinen Arm, der, ausgestreckt,

erstarrt, der schweigt, der schweigt
wie meine Hand, sein stummes Lied,
seinen reglosen Tanz, seine stumme
Narretei, unvergleichlich, ein Zeichen

im Wind, im Galopp der Zeiten, die
vergehen in Wolken des Leids, die
vergehen in der Sonne, in der Sonne
die brennt, in der Sonne der Liebe.

(n)

  

Mittwoch, 28. März 2012

OZEAN

Wenn mein Herz dich sieht
mit dem Blick seiner Liebe,
wenn sie dich berühren, Blick

und Liebe, enthüllen sie dich,
enthüllen dich ganz, ganz in
deinem ganzen Strahlen. Dann

scheinst du, glitzerst, glänzest,
zitterst, wirst Ozean, Ozean im
Licht, im Licht der Mittagssonne.

Ich tauche ein, tauche ein in dich,
tauche in alle deine Tiefen, rühre
alle Weiten, durchschwimme die

wilden Wellen, die Gischt und die
Stürme. Stets halte ich Kurs auf
dich im Wind des Augenblicks.

(m)


Montag, 26. März 2012

DORT IST DIE LIEBE GANZ

Komm mit mir, Liebste, wenn
alles schläft, da nehme ich dich,
nehme dich mit mir, mit mir auf
die Insel, mit mir in die Nacht,

in die Nacht des heiligen Feuers,
in die Nacht der ewigen Unschuld,
in die Nacht der seligen Augenblicke.
Komm mit mir, Liebste, tauche mit

mir ein, in den Ozean der verlorenen
Träume. Dort ruft, verborgen im Nebel,
die Insel, die Insel des Augenblicks,
dort ist kein Gestern und kein Morgen,

dort gibt es keine Zeit, dort ist nur der
Augenblick des Augenblicks. Dort ist
kein Bedauern, keine Sehnsucht, dort
ist die Liebe ganz, ganz bei sich selbst.

(m)

Montag, 5. März 2012

AUS HOHEN HIMMELN

Wilde Wellen kommen,
sie verlaufen so sanft im
Sand. Bisweilen stehe

ich mit scheuem Lächeln
am Gestade des Lebens,
bin doch gar nicht da.

Welche Bilder, welche
Worte ich auch zeichne
am Strand des Augenblicks,

es bleibt doch nichts von
ihnen, wenn die Flut all ihre
Tränen weint aus tiefem Meer.

Wie in wilde Wellen stürze
ich mich in Liebe und Leben,
stürze durch Dunkel und Kälte,

nackt bis weit unter die Haut,
verloren ohne Oben und Unten,
verloren, geworfen, gestellt.

Aus hohen Himmeln falle ich,
falle ins Licht, in des Äthers
Ewigkeit. Die Sonne unserer

Herzen strahlt ein wenig heller
die Liebe aus jedem Blick, den
wir heute dem Leben schenken.

(m)

Montag, 27. Februar 2012

STILLE UNTER DEM SCHNEE

So viele Winter, die vergehen.
So viele Schritte schreiten ziellos.
Sie knirschen auf dem Schnee.

So viele Blicke, sie greifen nichts,
so viele Ohren, sie nehmen nichts.
Unter dem Schnee wartet die Stille.

Sie wartet. Sie wartet auf mich.
Sie wartet auf den einen Schritt.
Sie harrt der einen Berührung.

Die Stille. Die Stille unter dem
Schnee. Stille, die wartet. Die
wartet auf den Frühling. Die Stille,

sie ist wie du bist. Die Stille, sie ist
ist wie ich bin. Die Stille, sie ist, was
wir sind: Stille unter dem Schnee.

(m)

Donnerstag, 23. Februar 2012

GESTE

Erst ein trauriges Lachen, das sich im Kreise
dreht, verbissen auf der Jagd nach egophilen
Verpackungsträumen der Postmoderne, dann

ein trauriges Lachen auf der Bühne des falschen
Lebens, dann ein Taumeln im Sommerlicht
der Sehnsucht, ein Lächeln, das sich umarmt

wie nur Liebende sich umarmen. Du und ich.
Ein ekstatischer Schmetterling taumelt ganz
und gar im Blütenmeer des einzigen Sommers.

Ich nehme sie wahr, die Sonne, den Wind, die
Bewegung, die deinem Blick eine andere Richtung
gibt. Sie sagt mir alles. Eine Geste, die taumelt,

eine Geste ist ein ekstatischer Schmetterling
eines Sommertages, eine Geste enthüllt alle
Geheimnisse deines Geschlechts. Eine Hand,

ein Blick, eine einzige einzige einzige Geste,
in der alles aufscheint, Leben, Anmut, Frau,
das Ewige, das Vergängliche, Phylogenese

und die Vollendung der letzten Symphonie
der Liebe, die Erleuchtung des Augenblicks
und die ganze Wahrheit, die das Herz enthüllt.

(s)

Sonntag, 12. Februar 2012

PRISE

Seit ich dich kenne,
ist mein Leben eine

Prise mehr mein Leben,
mein Glück eine

Prise mehr mein Glück,
mein Lächeln eine
Prise mehr mein Lächeln.

Seit ich dich kenne,
strahlt mein Herz eine

Prise mehr seine Glut,
lächelt die Süße eine Prise

mehr als 1000 Liebeslieder.
Seit ich dich kenne, komme
ich Gottes Licht eine Prise näher.

(m)

Freitag, 10. Februar 2012

BEZIEHUNGSFRAGEN

Können wir aus unseren Herzen
sprechen wie der heilige Franz
einst mit den Vögeln sprach?

Können wir das hören, was das
Kind hört, wenn es sein Ohr
an die Muschel presst am Meer?

Hören wir, was der andere sagt,
oder das, was wir hören wollen:
im Echo der eigenen Stimme?

(m)

Sonntag, 5. Februar 2012

VERSCHWÖRUNG

Im Dämmerlicht des neuen Tages
schäle ich mich aus meinen Träumen
meine schweren müden Lider
begrüßen den neuen Tag.

Den neuen Tag mit dir. Du da an
meiner Seite, du da, bist meine
Königin, die ich erkenne in jeder
meiner Poren, im wilden Blut.

Sonne bricht durch das Fenster, lieb
kost deine nackte Haut, umhüllt dich
mit unsichtbarem Mantel. Ich zieh dich
langsam aus, liebe dich den neuen Tag.

(s)

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